Tour in die Steinzeit

Grundschüler gehen im Museum in Aschersleben auf Zeitreise

Wie lebten Menschen in der Steinzeit? Wie kleideten sie sich? Das Projekt für Schüler gibt es seit drei Jahren, erklärt die Museumsleiterin.

Von Harald Vopel
Familienidyll in der Steinzeit - so könnte es ausgesehen haben.
Familienidyll in der Steinzeit - so könnte es ausgesehen haben. (Foto: Frank Gehrmann)

Aschersleben/MZ - Ferien vor der eigenen Haustür - in Zeiten von Corona nicht die schlechteste Idee. Das haben sich auch die Mitarbeiter des städtischen Museums in Aschersleben gedacht und machen dementsprechende Angebote.

Am Montag - der Tag an dem landauf landab die Museen eigentlich geschlossen sind - stand eine „Zeitreise zurück in die Steinzeit“ auf dem Fahrplan. Mit „Reiseleiterin“ und Archäologin Susanne Wiermann gingen mehrere Grundschüler im Rahmen dieses Workshops auf Entdeckungstour durch die Steinzeit-Dauerausstellung des Museums.

Übrigens, als Steinzeit wird ein sehr langer Zeitabschnitt der Erd- und Menschheitsgeschichte bezeichnet. Sie begann vor 2,6 Millionen Jahren und endete vor etwa 4.000 Jahren. Steinzeit heißt dieser Abschnitt deshalb, weil die damals lebenden Menschen vor allem mit Steinen als Werkzeuge hantierten. Und weil dieser Zeitabschnitt so gewaltig groß ist, wird er in drei Unterabschnitte eingeteilt: in die Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit.

Die jungen Teilnehmer des Workshops erfuhren, dass sich die Steinzeitmenschen in ihrem Aussehen kaum von den modernen Menschen unterschieden. Und auch die Fragen, wie sie sich kleideten, welche Werkzeuge sie herstellten und benutzten und wie sie zusammengelebt haben, wurden im Rahmen des Workshops beantwortet.

Wie ein Stein mit einer scharfen Kante als Messer genutzt wurde, konnten die Teilnehmer selbst ausprobieren, genau wie die Herstellung eines Seils aus Bast, das Bohren eines Lochs in eine Muschel oder das Malen mit Erdfarben. Dass die Steinzeitmenschen keine Langweiler waren, zeigte sich schließlich bei einem Wurfspiel, an dem am Ende auch die Workshop-Teilnehmer viel Spaß fanden.

Archäologin Susanne Wiermann hatte vor drei Jahren die Idee für das Projekt

Das Ferienangebot „Zeitreise zurück in die Steinzeit“ gibt es übrigens seit drei Jahren, erklärt Museumsleiterin Luisa Töpel. Ausgangspunkt sei der Start der Zusammenarbeit mit Susanne Wiermann gewesen, die nicht nur Archäologin, sondern auch Museumspädagogin ist.

Archäologin Susanne Wiermann erklärt Höhlenzeichnungen.
Archäologin Susanne Wiermann erklärt Höhlenzeichnungen.
(Foto: Frank Gehrmann)

Die habe schließlich auch die Idee gehabt, diese Ferienveranstaltung auf die Beine zu stellen. Übrigens genau wie eine zweite, die am nächsten Montag startet und bei der die Teilnehmer ins Mittelalter abtauchen.

Hinter den Workshops stehe mehr als nur die reine Ferienunterhaltung, sagt Museums-Chefin Töpel. „Damit vermitteln wir auch Bildung.“ Und es gehe unter anderem darum, „bei den Kindern und Jugendlichen das Interesse an den Museen und deren Arbeit, an der Geschichte ihrer Heimatregion zu wecken - und am besten auch um den Museologen-Nachwuchs von morgen“.