Essen mal anders

Eine Meile für Gourmets auf der Ascherslebener Herrenbreite

Beim „Streetfood On Tour“ konnten Gäste am Wochenende wieder allerlei kulinarische Köstlichkeiten von klassisch bis exotisch ausprobieren.

Von Anja Riske
Wer es afrikanisch  mag, kam auch auf seine Kosten.
Wer es afrikanisch mag, kam auch auf seine Kosten. Foto: Thomas Tobis

Aschersleben/MZ - Experimentierfreudige Gourmets kamen am Wochenende beim dritten „Streetfood On Tour“ auf der Ascherslebener Herrenbreite auf ihre Kosten. Insgesamt 38 Stände konnten die Besucher in diesem Jahr aufsuchen.

Erstmals in Aschersleben dabei waren Christoph und Nicola „Nici“ Sommerfeld. Erst seit diesem Jahr betreiben sie ihr Unternehmen mit dem einprägsamen Namen „Hoppelpoppel“ und sind seit Juni auch mit dem Foodtruck unterwegs. Die Inspiration für den Namen „Hoppelpoppel“ kam aber nicht etwa von Kaninchen, sondern von einem Kartoffelgericht, auf das Christoph Sommerfeld in einem 60er-Jahre-Kochbuch gestoßen war. „Das ist so eine Art Berliner Bauernfrühstück“, erklärt seine Frau Nici. Die Speisen bei „Hoppelpoppel“ haben damit aber nichts zu tun. Das Angebot der beiden Leipziger umfasst verschiedene mediterrane Pfannenbrote. Die werden, wie der Name verrät, frisch in der Pfanne gebacken und anschließend befüllt, zum Beispiel mit Tomate, Mozzarella und Rindfleisch. Das Vorbild dafür kommt aus Italien und heißt „Piadina“.

„Mal etwas Anderes“

In ihren freien Minuten haben die Standbetreiber auf dem Streetfood-Markt teils auch die Speisen anderer Anbieter ausprobiert. So war das Ehepaar Sommerfeld am Sonnabend zum Beispiel bei Birungi Maku und ihrer Tochter Joan vom „Kampala Take Away“. Benannt nach der Hauptstadt Ugandas verkauft Maku, die normalerweise in Unterhaching lebt, an ihrem Stand authentische Gerichte aus der Küche des ostafrikanischen Staates. Dazu gehören bunt gemischte Teller mit Süßkartoffel, Yamswurzel oder Maniok. „Wer hierher kommt“, erklärt Maku, „will mal etwas anderes probieren.“

Etwas ganz anderes bieten auch Doujanah Lahriri und Abdrahim „Ronny“ Alkasem an. Verfeinert mit Chilisoße, Salz oder Schokolade können mutige Gourmets bei den beiden Mehlwürmer, Buffalowürmer und Heuschrecken kosten. Aber Achtung: Jetzt bitte nicht auf die Wiese gehen und alles braten, was man da so findet. Die Insekten an ihrem Stand seien nämlich spezielle Lebensmittelinsekten von einer Farm in den Niederlanden, erklärt Alkasem.

Emilia probiert das besondere Eisvergnügen.
Emilia probiert das besondere Eisvergnügen.
Foto: Thomas Tobis

Bei allen herzhaften Köstlichkeiten wurde aber natürlich auch etwas für Naschkatzen geboten. So zum Beispiel beim „Drachenrauch“ von Elmaddin Abilov und Ilir Malkaj. Ihre süßen, bunten Maisbällchen versetzen die beiden mit flüssigem Stickstoff. Wer die kalten Bällchen dann isst, der dampft aus Mund und Nasenlöchern wie ein Drache. Ein Stammgast bei Streetfood-Festivals ist Kathrin Fuchs vom „Flammlachs“, seit Kurzem auch mit einem weiteren Stand, an dem sie die Trend-Süßspeise „Bubble Waffle“ verkauft. Hierbei handelt es sich um Waffeln mit großen Blasen, die gewickelt und befüllt werden: mit Sahne, Eis, Marshmallows und allem, was sonst noch gefällt.

Wer es gern etwas dunkler mag, konnte den Foodtruck der Eisdiele und Pizzeria „San Marco“ aus Stadtilm besuchen. Neben verschiedenen anderen Softeissorten bieten Detlef Dittrich und seine Mitstreiter dort nämlich Mangoeis mit Aktivkohle an. Das Ergebnis: tiefschwarzes Eis, gern auch mit farblich passender Waffel.

Tomas Molkoj  sorgt für den ?Drachenrauch?,
Tomas Molkoj sorgt für den ?Drachenrauch?,
Foto: Thomas Tobis

Dem Wetter trotzen

Große Auswahl war also auch beim diesjährigen Streetfood-Markt geboten. Aber: „Das Wetter hätte besser sein können“, stellt Organisator Alexander Koppke am Sonnabendnachmittag fest. Bei schönem Wetter zieht es eben mehr Leute nach draußen. Außerdem vermutet er, dass auch die geltende 3G-Regel potenzielle Gäste verunsichert haben könnte.

Dennoch: Wer da war, der konnte auch etwas Passendes finden. Aaliza Kling und Tony Meyer kamen extra aus Eisleben und Hettstedt angereist. Am Sonnabendnachmittag hatten sie bereits fünf Speisen ausprobiert. Und: „Alles hat geschmeckt“. Jessica Hölzel aus Aschersleben ist sogar Wiederholungstäterin: „Ich komme schon her, seit es das Streetfood-Festival gibt“, sagt die 29-Jährige. Also dann, bis zum nächsten Mal!