Autohändler-Protest im Salzlandkreis

Ärger über Bürokratie bei der Kfz-Zulassung

In einem offenen Brief beschweren sich Autohaus-Inhaber über die Abläufe in der Kfz-Zulassungsstelle.

Von Katrin Wurm
Zulassung geglückt: Opel-Mitarbeiter Matthias Suchomel bringt die neuen Kennzeichentafeln an. Foto: Frank Gehrmann

Aschersleben - Den Mitarbeiterinnen in der Kfz-Zulassungsstelle in Aschersleben will Sven Habich, Chef des Opel-Autohauses in Aschersleben gar keinen Vorwurf machen. „Die setzen am Ende ja nur die neuen Regeln um“, sagt er. Und um diese neuen Regeln geht es, „denn sie machen uns das Leben schwer“, schiebt Habich nach. Mit dieser Meinung steht er nicht allein da. In einem offenen Brief an den Landkreis schildern Habich und neun weitere Autohändler aus Aschersleben, was ihnen Kummer bereitet.

Sie kritisieren die neuen Regelungen zu den Öffnungszeiten, die Dauer der Abarbeitungen der einzelnen Zulassungsvorgänge, immer kleiner werdende Zeitfenster für Dienstleister und den höheren Aufwand, bedingt auch durch wachsende Bürokratie. „Im Vergleich zu anderen Landkreisen müssen im Salzlandkreis zwei Formulare mehr ausgefüllt werden. Ich frage mich, warum die Kfz-Zulassung nicht landesweit einheitlich geregelt sein kann?“, regt Sven Habich an.

Kern des Problems sei aber die Dauer der Abarbeitung. „Während früher Vorgänge am selben Tag bearbeitet wurden, dauert es heute zwei bis drei Tage. Und weil mittwochs für Händler geschlossen ist, kann eine Zulassung auch fast eine Woche dauern“, kritisiert Peter Dräger, Leiter der Schubert-Motors-Filiale in Aschersleben.

„Während früher Vorgänge am selben Tag bearbeitet wurden, dauert es heute zwei bis drei Tage.“

Peter Dräger, Leiter der Schubert-Motors-Filiale in Aschersleben

Dadurch wachsen auch die Kosten für die Händler, sagen Habich und Dräger: „Denn auch wenn das neue Fahrzeug noch nicht zugelassen ist, wollen wir den Kunden mobil halten und stellen ihm ein Übergangsfahrzeug zur Verfügung, bis sein neues Auto zugelassen ist“, erklärt Dräger.

Weil das Filialnetz von Schubert-Motors breit ist, kann er Vergleiche zu anderen Landkreisen ziehen. „Dort werden Vorgänge auch effizienter und schneller abgearbeitet.“

Sven Habich wünscht sich jedenfalls einen Dialog und mehr Flexibilität von der Zulassungsstelle. „Wir Händler werden in der Kfz-Zulassungsstelle nur bis 9.45 Uhr bedient. Warum ist nicht mehr Flexibilität möglich, sodass wir auch freie Termine zu anderen Zeiten nutzen können?“, fragt er sich. So sieht es auch Peter Dräger: „Wenn ein Termin online frei ist. Warum können wir ihn nicht in Anspruch nehmen?“

Im offenen Brief, der der MZ vorliegt, heißt es außerdem, dass sich die Händler aufgrund der Pandemie eh bereits in einer wirtschaftlich-kritischen Situation befinden würden und „extreme bürokratische Hürden große Auswirkungen auf den Autohandel haben und ihn zusätzlich unter Druck setzten.“

Im Landkreis beschäftige man sich bereits mit dem Anliegen der Autohändler, bestätigt Marko Jeschor, Sprecher des Salzlandkreises und er kündigt den gewünschten Dialog an: „Wir wollen dann mit den Autoren des Schreibens die Situation erörtern, um einige Dinge zu erläutern und klarzustellen.“

Dass Vorgänge in der Zulassungsstelle mitunter länger dauern, habe auch etwas mit der Pandemielage zu tun, erklärt Jeschor: „Wir haben seit fast einem Dreivierteljahr Personal aus allen Bereichen der Verwaltung abgezogen, um die prioritären Aufgaben bei der Eindämmung des Corona-Virus abzuarbeiten.

Aber auch der klamme Haushalt führe zu Problemen: „Daneben stehen wir seit Jahr und Tag vor der Herausforderung, den Haushalt zu konsolidieren. Das bedeutet vor allem ein sorgsamer Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen.“ (mz)