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Spaß im Schnee mit Hunden Winterurlaub mit Wau-Faktor

Traumurlaub mit Hund? Da fallen den meisten wohl lange Strandspaziergänge im Sommer ein. Doch auch einen Winterurlaub können Zwei- und Vierbeiner gemeinsam genießen - wenn man einiges beachtet.

Von Katja Sponholz, dpa 19.01.2026, 00:05
Winterurlaub mit Hund: Toben im Schnee macht Mensch und Vierbeiner gleichermaßen glücklich.
Winterurlaub mit Hund: Toben im Schnee macht Mensch und Vierbeiner gleichermaßen glücklich. Thomas Warnack/dpa

Frankfurt/Bürgstadt - Wenn es um den Winter geht, sind Hunde nicht anders als Menschen: Entweder können sie es bei den ersten Flocken nicht erwarten, nach draußen zu kommen - oder sie stehen bei 8 Grad plus schon fröstelnd und dick eingemummelt in der Kälte.

Ob es eine gute Idee ist, mit dem Hund in den Winterurlaub zu fahren, kommt also drauf an, so Ursula von Einem, Sprecherin des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte. So gibt es Rassen, die sind quasi geschaffen für Eis und Schnee: sämtliche Schlittenhunderassen wie Huskys etwa, die sich in der Kälte richtig wohlfühlen.

„Aber es gibt auch Rassen, die deutlich weniger Unterwolle haben und sowieso nicht die Draußen-Hunde sind“, sagt von Einem. Chihuahuas zum Beispiel frieren einfach schneller, weil sie so klein und zart sind, und kuscheln sich lieber in eine warme Decke ein, als über eisigen Boden zu trippeln.

Auch auf die Lage kommt es an

Wer jedoch - ebenso wie sein Vierbeiner - auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt die Bewegung an der frischen Luft genießt, der kann guten Gewissens einen Winter- oder Skiurlaub buchen. 

Experten empfehlen, dabei besonderen Wert auf das richtige Quartier zu legen - sowohl was die Lage als auch die Ausstattung angeht. „Gerade, wenn man Ski fahren möchte, ist es super wichtig, sich eine Unterkunft nahe an der Piste zu suchen“, sagt Reisekaufmann Tommy Kaupert aus Unterfranken, der auf Urlaub mit Hund spezialisiert ist. 

Will man ohne vierbeinige Begleitung mehrere Stunden am Tag auf der Piste verbringen, sollte es die Möglichkeit geben, in der Mittagspause schnell mal zur Unterkunft zu gehen oder zumindest eine kleine Gassi-Runde einzulegen. „Wenn man dazu erst noch lange mit der Gondel oder dem Ski-Bus fahren müsste, hätte man viel Zeit verloren“, so Kaupert.

Den Hund während des Skifahrens einfach im Auto auf dem Parkplatz zu lassen? Tabu, weil gefährlich: „Da kann er sich stundenlang nicht bewegen und kühlt aus“, warnt Tierärztin Ursula von Einem.

Wie kommt man hin?

Er selbst bevorzuge Unterkünfte, die man mit dem Auto erreichen kann, sagt Tommy Kaupert. Und wo im Notfall auch ein Tierarzt erreichbar ist: entweder direkt vor Ort oder spontan per Pkw.

Verträgt der Hund lange Autofahrten im Privat-Pkw nur schwer, ist vielleicht eine organisierte Busreise mit anderen Hundefreunden eine gute Alternative. Das kann die Fahrt nicht nur für Zweibeiner, sondern auch für ihre tierische Begleitung entspannter machen.

Ski-Gebiete, die nur per Seilbahn oder Pistenraupe zu erreichen sind, bieten sie sich für einen Urlaub mit Hund eher weniger an. „Wenn, dann dürfte der Hund nicht zu ängstlich sein und man müsste so etwas vorher in Ruhe trainiert haben“, so Kaupert. 

Auf hundegerechte Unterkunft achten

Ob schlichte Pension, Fünf-Sterne-Hotel oder Ferienwohnung: Für Hundebesitzer gibt es in jeder Kategorie Angebote. Allerdings rät Kaupert, bei den Details genau hinzuschauen. Etwa bei der Zimmergröße. 

„Da kann man seine Dogge so lieben, wie man möchte und das Zimmer auf der Seiser Alm noch so schnuckelig sein: Wenn ein Hund groß ist oder einen großen Bewegungsdrang hat und das Zimmer einfach zu klein, kann einem die Urlaubsfreude schnell vergehen.“

Hunde mit auf die Piste?

Nicht nur die Nähe zur Piste, sondern auch zu Wanderwegen ist wichtig, um den Vierbeinern Spaß im Schnee und den nötigen Auslauf zu ermöglichen. Denn grundsätzlich gilt: Auf den Abfahrtshängen sind Hunde tabu. Sowohl für sie als auch für Skifahrer wäre das Verletzungsrisiko bei einem Zusammenprall oder Sturz viel zu hoch. 

„Einzige Ausnahme sind Langlauf-Gebiete, bei denen es extra Hunde-Loipen gibt“, sagt Tierärztin Ursula von Einem. „Gerade mit Vierbeinern, die gerne laufen und den Winter mögen, kann das ein tolles gemeinsames Erlebnis werden.“

Besondere Pflege für Pfoten

Vor einer Tour durch das Winterwunderland sollte man einiges beachten. Um zu verhindern, dass sich Schnee zwischen den Krallen festsetzt und eiskalte Klümpchen bildet - die wehtun und oft dafür sorgen, dass der Hund nicht mehr weitergehen möchte - am besten das Fell an den Zehen kurz schneiden.

Neigen Hunde zu brüchigen Pfotenballen, können diese mit Vaseline oder Melkfett eingecremt werden. Wichtig ist, die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser zu reinigen. „Danach trocken rubbeln - das schadet nie“, sagt von Einem. Bei Bedarf anschließend noch einmal eincremen.

Tommy Kaupert und seine Frau haben für ihre drei Labradoodles neben Hundemänteln vorsichtshalber auch immer Pfotenschuhe im Gepäck. „Wenn es richtig eisig wird, rutschen sie dann nicht weg“, sagt Tamara Kaupert. 

Auch spezielle Hunde-Bademäntel leisten ihrer Ansicht nach wertvolle Dienste, damit die Hunde nicht auskühlen und schnell trocknen, wenn sie nach einer Tour mal abgeduscht werden müssen.

Schnee-Wanderung mit Wassernapf?


Bei langen Spaziergängen oder Wanderungen im Sommer ist Wasser für den Vierbeiner immer dabei - aber auch bei Kälte? „Ich trinke ja auch im Winter, wenn ich Durst habe“, sagt Ursula von Einem. „Und schließlich bewegt sich der Hund viel. Von daher ist es nicht verkehrt, auch für ihn etwas dabei zu haben.“ Auch ein Erste-Hilfe-Set sollte im Winterurlaub nicht fehlen.

Skeptisch ist die Tierärztin jedoch, was spezielle Hunde-Brillen für den Schnee angeht. Bei Hunden mit Augenerkrankungen kann es aber sinnvoll sein. Vierbeiner, die schneller frieren, können zudem von einem Wintermantel profitieren.

Schnee gefressen? Kein Problem - eigentlich 

Und dann gibt es noch Hunde, bei denen geht sogar die Liebe zum Schnee durch den Magen geht. Aber ist das gesund? Ursula von Einem kann beruhigen: „Wenn Hunde nur mal nach dem Schneeball schnappen oder ein bisschen Schnee herunterschlucken, ist das in der Regel überhaupt kein Problem.“

Aber: Fressen sie große Mengen, kann das durch mögliche Verschmutzungen im Schnee zu Magenentzündungen führen. „Wenn der Hund nicht mehr frisst, erbricht und Durchfall hat, muss man das im Auge behalten“, so von Einem. Bei leichten Problemen reiche ein paar Tage Schonkost, in schwereren Fällen sollte man eine Tierarztpraxis aufsuchen. 

Nicht immer ist der schöne weiße Schnee harmlos: „Man muss sich nur vorstellen, dass jemand Frostschutzmittel ins Auto gefüllt hat und etwas daneben gegangen ist.“ Nimmt der Hund das mit dem Schnee auf, kann es gefährlich werden. Vor allem hohes Fieber ist immer ein Alarmzeichen.

Hundefreundliche Hotels oder Apartments

Bleibt nur die Frage, ob es wirklich richtig tolle Orte und Unterkünfte gibt, in denen sich sowohl Zwei- als auch Vierbeiner wohlfühlen. „Auf jeden Fall!“, sagen Tamara und Tommy Kaupert, die selbst immer mit ihren drei Hunden reisen und wissen: „Im Schnee haben die den Spaß ihres Lebens.“ 

So gibt es etwa Hotels, die sogar Menüs speziell für Hunde und einen Gassigeh-Service sowie Hundetraining anbieten. Auch für Fans von Ferienwohnungen gibt es hundefreundliche Angebote mit passender Ausstattung wie Näpfen und Hundebetten.