Sommerbepflanzung Sommerbepflanzung: Flucht unters grüne Dach
Göttingen/dpa. - Wenn die Sonne richtig knallt, sind sie besonders begehrt: schattige Ecken an der Hauswand, nahe der Gartenmauer oder unter einer Baumkrone. Im Garten stellen Schattenplätze besondere Ansprüche an Bepflanzung, Bodenbeläge und Möblierung.
Soll das Schattenparadies unter einem Baum entstehen, muss dieser sorgsam ausgewählt werden. «Nadelbäume sind eher ungeeignet: Sie wirken schwer und mächtig», erklärt Michael Schwerdtfeger vom Botanischen Garten der Universität Göttingen. «Zudem lassen sie nicht nur wenig Licht, sondern auch kaum Feuchtigkeit bis zum Boden durch. Das erschwert die Bepflanzung.»
Laubbäume hingegen bezaubern durch ihre frische grüne Farbe und rauschen geheimnisvoll im Wind. Im Winterhalbjahr kann der Boden ausreichend durchfeuchtet werden, herabgefallenes Laub sorgt für eine gute Bodenstruktur. «Besonders gut machen sich ein japanischer Ahorn oder ein Hartriegel», rät Schwerdtfeger. «Linden sollten vermieden werden: Sie ziehen saugende Insekten an.» Deren Ausscheidungen sowie die Lindenblüten verkleben die Sitzmöbel.
Weil Rasen im Schatten kümmerlich wächst, bietet es sich an, den Platz zu befestigen. Pflegeleicht und preiswert ist Rindenmulch mit etwas Sand. «Die größten Möglichkeiten hat man mit Naturstein- oder Polygonalplatten», sagt Harald Fugmann, Landschaftsarchitekt aus Berlin. Holzbeläge seien ungeeignet, weil sie im Schatten faulen.
Holzmöbel werden am besten mit Folien abgedeckt und im Winter ins Trockene gebracht werden. «Schmiedeeiserne Stühle und Bänke wirken romantisch und sind schön für einen kürzeren Aufenthalt, doch sie werden schnell ungemütlich», warnt Fugmann. Völlig unproblematisch sind Kunststoffmöbel.
«Wer Licht in die Schattenecken eines Gartens zaubern will, sollte Blumen in Pastelltönen oder Weiß pflanzen. Sie reflektieren jeden Sonnenstrahl und leuchten aus dem Dunkel heraus», sagt Heinz Herker vom Zentralverband Gartenbau (ZVG) in Bonn. Gut geeignet sind weiß blühender Hartriegel, Schneeballarten und Schaumblüte, hohe Stauden wie Astilben und Silberkerzen oder Bodendecker wie Waldmeister.
Am besten im Schatten gedeihen Waldpflanzen. Farne faszinieren durch die Vielfalt ihrer Blatt- und Wuchsformen. «In der Natur würden sich ein Wurm-, ein Hirschzungen- und ein Königsfarn nie begegnen, im Garten bilden sie ein schönes Trio.» Im Hochsommer haben zum Beispiel Funkien ihren Auftritt. Farbenfrohe Akzente setzen auch Fleißige Lieschen, Fuchsien oder Begonien. «Wie ein Harlekin mit bunt gemalten Wangenflecken wirkt die Torenie», sagt Herker.
Besonders attraktiv ist die Kombination von Farnen, Gräsern und Rhododendren. «Die üppigen Rhododendronblüten in Weiß, Gelb und verschiedenen Rottönen heben sich markant über dem grünen Teppich der Farne und Gräser ab», sagt Herker. Selbst wenn ein solcher von Hand gebauter Schattenplatz ursprünglich als Übergangslösung gedacht war, bis ein neu gepflanzter Baum hoch genug ist - in einem solchen Idyll lassen sich gut und gerne viele Sommer genießen.