1. MZ.de
  2. >
  3. Leben
  4. >
  5. Haus & Garten
  6. >
  7. Platzsparend entspannen: Wellness mit wenig Platz: Das sind Alternativen zur Sauna

Platzsparend entspannen Wellness mit wenig Platz: Das sind Alternativen zur Sauna

Wie schön wäre eine Sauna im Keller, wenn man denn nur einen hätte? Keine Sorge, schwitzen geht auch ohne. Mit einer ausfahrbaren Sauna etwa, ganz ohne Sauna - oder im Zelt.

Von Katja Fischer, dpa 20.02.2026, 00:05
Mobil und flexibel: Mobile Saunalösungen lassen sich einfach einbauen und beim Umzug mitnehmen.
Mobil und flexibel: Mobile Saunalösungen lassen sich einfach einbauen und beim Umzug mitnehmen. Bernd Weißbrod/dpa

Berlin - Draußen ist es grau und ungemütlich? Dann kann eine eigene Heimsauna im Keller oder im Gartenhaus eine feine Sache sein - und nicht nur dann. Doch für viele scheint so ein privater Wellness-Luxus in den eigenen vier Wänden weit entfernt: zu klein die Wohnung, zu groß die Anschaffung. 

Die gute Nachricht: Zumindest wenige Quadratmeter oder ein fehlender Keller sind nicht immer ein großes Hindernis fürs Aufwärmen und Auftanken zu Hause. Ein Stichwort etwa für Wellnessfreunde mit wenig Platz: ausfahrbare Saunas. Dafür braucht man zwar durchaus finanzielle Mittel - aber nicht mal einen extra Raum. Die Saunen haben die Größe eines Schranks, lassen sich per Knopfdruck ausfahren und nach dem Saunieren wieder auf kompakte Form zurückfahren.

Infrarotkabine als platzsparende Alternative

Und manchmal hilft auch der Blick auf andere Technologien, auf Alternativen zur klassischen Heimsauna also. Auf dem Markt sind beispielsweise:

  • Dampfbäder
  • Dampfduschen
  • Saunazelte
  • Infrarotkabinen

Letztere sind etwa verhältnismäßig platzsparend und relativ einfach zu installieren. „Anders als bei der klassischen Sauna wird in einer Infrarotkabine nicht die Raumluft erwärmt, sondern der Körper und Gegenstände“, erklärt Cornelia Baldermann vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). „Infrarotstrahlung dringt in die Haut ein und entfaltet dort ihre Wirkung. Die dadurch entstehende Wärme setzt sich dann durch die körpereigene Wärmeleitung auch in tiefere Bereiche fort.“ 

Es werden Temperaturen von ca. 40 bis 60 Grad Celsius erreicht. „Das reicht aber aus, um zu schwitzen, da die Infrarotstrahlung direkt auf den Körper wirkt. Es ist also eine andere Art der Erwärmung als in der Sauna.“

Heimsauna-Alternativen wie mobile Saunen, kleine Dampfbäder und Infrarotkabinen können relativ unkompliziert in der Wohnung eingebaut werden. Es gibt sie auch als Bausätze zu kaufen. „Wer etwas versiert ist, kann solche Modelle ohne weiteres selbst zu Hause installieren“, sagt Clemens Lüken, Geschäftsführer des Bundesfachverbands Saunabau, Infrarot- und Dampfbad. Allerdings ist es ratsam, sich vorher im Fachhandel oder bei den Herstellern zu informieren.

Und für Mieter gilt zwar, dass grundsätzlich mobile Sauna-Lösungen auch für sie infrage kommen können. Sie müssen dann allerdings sicherstellen, dass durch den Aufbau und Betrieb keine Änderungen an der Bausubstanz vorgenommen werden. „Es gibt aber eine große Auswahl von Modellen, die sich schnell einbauen lassen und beim Auszug einfach ausgebaut und mitgenommen werden können“, sagt Clemens Lüken.

Wie viel Feuchtigkeit darf's sein?

So oder so gilt: „Wer eine mobile Sauna oder eine alternative Lösung plant, sollte sich vorher genau über seine Wünsche und die baulichen Voraussetzungen im Klaren sein“, so Lüken. „Vor allem muss dafür gesorgt werden, dass die Feuchtigkeit ausreichend entweichen kann.“

Das ist zum Beispiel beim Dampfbad oder der Dampfdusche wichtig. Mit Temperaturen um die 45 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von nahezu 100 Prozent entsteht ein sanftes, feuchtes Klima, das für ein tiefes Wärmegefühl sorgt. Ein Dampfbad ist wegen der geringeren Temperaturen für viele empfindliche Menschen verträglicher als die klassische Sauna. Infrarotkabinen kommen dagegen ohne Feuchtigkeit aus.

Wer sich für eine Infrarotkabine interessiert, sollte sich allerdings über die verschiedenen Strahlungstypen informieren, die genutzt werden - und wie man damit umgeht. Langwellige Infrarot (IR)-B- und IR-C-Strahlung erwärme die Haut etwa nur oberflächlich, sagt Cornelia Baldermann. „Die kurzwellige IR-A-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein. Bei den Augen kann sie bis zur Netzhaut gelangen.“ Eine entsprechende Schutzbrille für die Augen kann laut lauf BfS vor zu starker Infrarotstrahlung schützen.

Nicht zu lange verweilen

Infrarotkabinen tun durch die Wärme gut bei Verspannungen und Muskelschmerzen. „Aber Vorsicht, wer zu lange drinbleibt, riskiert Schäden bis hin zu Verbrennungen und Störungen im Wärmehaushalt des ganzen Körpers“, so Cornelia Baldermann. Das BfS rät auf seiner Webseite etwa Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ärztlichen Rat einzuholen, bevor sie Infrarotkabinen benutzen. Wer mit Hautrötungen auf die Sitzungen in der Infrarotkabine reagiert, sollte auf diese außerdem erst mal verzichten. 

Und: In der klassischen Sauna gehört es zum Erlebnis, sie anzuheizen, den passenden Duft auszuwählen, eventuell beim Saunieren Musik zu hören. Diese Stimmung kommt bei Alternativen wie der Infrarotkabine oder der Dampfdusche kaum auf. Hier muss man also mit einem etwas anderen Erlebnis rechnen. Entspannend kann das dennoch sein - auch auf wenigen Quadratmetern.