Studie

Vier Prozent aller Krebserkrankungen mit Alkohol verbunden

Mediziner haben den Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebsrisiko genauer untersucht. Das Ergebnis: Eine Vielzahl der Erkrankungen ist auf ungesunde Trinkgewohnheiten zurückzuführen. Ab welcher Alkoholmenge steigt das Risiko?

Von dpa
Experten schätzen: Etwa vier Prozent aller im vergangenen Jahr erstmals festgestellten Krebserkrankungen könnten nach mit dem Alkoholkonsum zusammenhängen.
Experten schätzen: Etwa vier Prozent aller im vergangenen Jahr erstmals festgestellten Krebserkrankungen könnten nach mit dem Alkoholkonsum zusammenhängen. David Young/dpa

Lyon - Etwa vier Prozent aller im vergangenen Jahr erstmals
festgestellten weltweiten Krebserkrankungen könnten nach Einschätzung
einer Expertenkommission mit dem Konsum von Alkohol zusammenhängen.
Das Team um Harriet Rumgay von der Internationalen Agentur für
Krebsforschung (IARC) in Lyon präsentiert seine Studie im Journal
„The Lancet Oncology“.

In absoluten Zahlen ging es um gut 741.000 Fälle, die laut Studie mit
Alkoholkonsum verbunden sein könnten. In etwa drei Viertel der Fälle
seien Männer betroffen.

In Deutschland standen den Berechnungen zufolge im vergangenen
Jahr etwa 21.500 erstmals diagnostizierte Krebserkrankungen im
Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol. Das sei ebenfalls ein Anteil
von vier Prozent. Besonders hoch lag der geschätzte Anteil unter
anderem in Osteuropa und Ostasien mit etwa sechs Prozent. Die
geringste Rate hatten Nordafrika und Westasien.

Unter den Diagnostizierten befänden sich zwar vor allem Menschen mit
hohem Alkoholkonsum. In 14 Prozent der Fälle seien es jedoch auch
Personen mit „moderatem“ Trinkverhalten gewesen - das entspreche 20
Gramm Alkohol pro Tag, also etwa zwei kleinen Gläsern Wein oder einem
halben Liter Bier. Nach Angaben der Studie beschädigt Alkohol die
menschliche DNA und beeinflusst den Hormonhaushalt im Körper, was zu
einer Krebserkrankung beitragen kann. Besonders häufig im
Zusammenhang mit Alkohol seien Speiseröhren-, Leber- und bei Frauen
auch Brustkrebs.

Die Studie arbeitete mit geschätzten Werten. Auswirkungen der
Corona-Pandemie auf den Alkoholkonsum sowie gemeldete
Krebserkrankungen gingen daher nicht mit in die Ergebnisse ein.