Geht nicht runter wie Öl Viel Mittelmaß im Olivenöl-Test - und acht fallen ganz durch
Erstklassiges Olivenöl? Die Stiftung Warentest wurde da nicht fündig. Mehr als ein „Gut“ schaffte im Test keines. Auch nicht die Testsieger, wovon einer stolze 54 Euro kostet, der andere knapp 14.

Berlin - Ranzig, stichig, schlammig, modrig oder weinartig - wer will schon solche Geschmacksbeschreibungen für (s)ein Olivenöl lesen? Aber genau so charakterisieren die Prüfer von Stiftung Warentest den Geschmack von fünf Olivenölen und lassen sie mit einem „mangelhaft“ durch ihren Test fallen.
Drei weitere scheitern im Labor an Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen (MOAH und MOSH) oder Weichmachern. Damit rasseln schon mal 8 von 25 Olivenöle durch den Test für die Februar-Ausgabe des Magazins der Stiftung.
Auch bei dem Gros der Testprodukte können die Tester nicht jubeln und bescheinigen 13 Olivenölen eher Mittelmaß. Lediglich 4 erhalten von den Prüfern das Qualitätsurteil „gut“. Deren Fazit: „Gutes Olivenöl ist rar geworden.“
Diese vier Olivenöle sind empfehlenswert:
Platz 1 teilen sich die Testsieger:
- Cillo Mono Natives Olivenöl extra Coratina für 54 Euro pro Liter und
- Alnatura Bio-Olivenöl nativ extra für 13,98 pro Liter.
Ebenfalls mit „gut“ bewertet:
- Mitos Griechisches biologisches natives Olivenöl extra Bio für 17,98 Euro pro Liter
- Bertolli Originale Natives Olivenöl extra für 13,52 Euro pro Liter.
Allen vier Produkten werden durchweg positive Eigenschaften attestiert: mittelfruchtig, grün, deutlich bitter oder mittelbitter sowie mittelscharf - dazu ein gut ausgewogener Geschmack sowie Gerüche nach grüner Mandel, Apfel oder Bittermandel.
Neu in der Schadstoffprüfung: Test auf Weichmacher
Neu aufgenommen in die Schadstoffprüfung hat die Stiftung Warentest diesmal Chlorparaffine. Diese fettlöslichen Stoffe werden als Weichmacher eingesetzt, und sie sind langlebig und schwer abbaubar, wie Testleiter Jochen Wettach erklärt. Sie könnten sich in der Umwelt und im Körper anreichern. Geringe Gehalte davon seien in drei Olivenölen nachgewiesen worden.
Aber es gibt auch noch eine gute Nachricht. Die Gehalte von Polyphenolen sei wieder etwas angestiegen gegenüber den zwei vorherigen Tests. Übersetzt: Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen schützen, jedenfalls wenn in jedem Kilo Öl 250 mg davon enthalten sind - und das schafften alle 25 Öle. Diese Polyphenole sind der Grund, warum Olivenöl überhaupt als gesund gilt. Gut zwei Esslöffel Olivenöl pro Tag eingenommen, reichten für positive Effekte aus, so die Tester.