Wechseljahre Mittel bei Menopause-Beschwerden: Pflanzlich wirkt schwächer
In den Wechseljahren haben viele Frauen den Eindruck, dass ihr Körper verrückt spielt. Immerhin: Medikamente können bei Hitzewallungen und Co. Linderung bringen. Je nach Art gibt es aber Unterschiede.

Berlin - Vom nass geschwitzten Bettlaken bis hin zur aufsteigenden Hitze im wichtigen Jobtermin: Die Hormonumstellungen der Wechseljahre bedeuten für viele Frauen einen Leidensdruck.
Immerhin: Es gibt Hilfe aus der Apotheke. Doch wie gut ist die Wirksamkeit der Medikamente belegt und wie sieht es mit dem Verhältnis von Nutzen und Risiken aus? Das wollte die Stiftung Warentest wissen und hat für 57 Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden die Studienlage begutachtet (Ausgabe 2/2026).
Im Wesentlichen gibt es dabei zwei Arten von Mitteln:
- Hormonpräparate: Sie gibt es nur auf Rezept. Die Mittel ersetzen die Östrogene, die dem Körper in der Menopause fehlen - in aller Regel kombiniert mit Gestagenen, damit es nicht zu Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut kommt.
- Pflanzliche Mittel: Sie sind frei verkäuflich und enthalten Wirkstoffe aus Pflanzen wie der Traubensilberkerze oder dem Rhapontik-Rhabarber.
Die Hormonpräparate bewertet die Stiftung Warentest als „Geeignet“. „Das liegt daran, dass wir sehr gute Nutzennachweise aus hochwertigen Studien haben“, sagt Bettina Sauer, Gesundheitsexpertin bei der Stiftung Warentest. Demnach können sie gut bei Symptomen wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen helfen.
Starke Beschwerden? Pflanzliche Mittel reichen womöglich nicht
Und was ist mit den pflanzlichen Mitteln? Sie wirken schwächer und sind daher laut Stiftung Warentest nur mit Einschränkungen geeignet. Das soll nicht heißen, dass betroffene Frauen es mit den Mitteln nicht versuchen können, „es kann aber sein, dass das bei starken Beschwerden nicht reicht“, sagt Bettina Sauer.
Dazu kommt: Es gibt im Vergleich zu den Hormonpräparaten weniger Erkenntnisse darüber, wie die pflanzlichen Mittel langfristig im Körper wirken. „Darum sagt man: auf eigene Faust nur ein paar Monate einsetzen“, so Sauer. Und auch wenn sie frei verkäuflich sind, gilt: lieber Rücksprache mit Arzt und Ärztin halten.
Ohne Risiken sind auch die Hormonpräparate aber nicht: Die Anwendung kann das Risiko für Thrombosen und langfristig auch für Brustkrebs erhöhen. Daher ist eine möglichst geringe Dosierung wichtig. Immerhin: Gelangen die Hormone über die Haut - also durch Pflaster, Gel oder Sprays - in den Körper, fällt das Thromboserisiko geringer aus bei der Einnahme von Tabletten.
Die beste Lösung ist die, die individuell passt
Jeder Körper, jede Menopause ist anders: Gefragt sind als Maßnahmen, die individuell passen. „Man muss also mit der Ärztin gut überlegen: Wie hoch ist der eigene Leidensdruck? Was gibt es an individuellen Geschichten wie Vorerkrankungen? Und dann trifft man gemeinsam die Entscheidung für Hormone oder möglicherweise doch auch eine andere Therapie“, sagt Bettina Sauer.
Fällt die Entscheidung auf eine Hormontherapie, sollte die Dosis jährlich - in Rücksprache mit Arzt oder Ärztin - reduziert werden. Laut dem Frauengesundheitsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) sollte eine Hormonbehandlung maximal fünf Jahre lang durchgeführt werden.