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Erziehung Wenn Kinder auf „Durchzug“ schalten – warum Worte der Eltern trotzdem wirken können

Viele Eltern haben das Gefühl, bei ihren Kindern nicht mehr anzukommen. Psychologin Elisabeth Raffauf erklärt, warum dieser Eindruck täuscht – und weshalb Haltung, Vorbildfunktion und Geduld wichtiger sind als perfekte Argumente.

Von Christina Bachmann 23.01.2026, 00:05
Das Kind ist bockig und Ihre Meinung scheint unwichtig? Als Eltern muss man solche Laune auch mal aushalten.
Das Kind ist bockig und Ihre Meinung scheint unwichtig? Als Eltern muss man solche Laune auch mal aushalten. (Foto: Mascha Brichta/dpa)

Halle (Saale) - Wenn Kinder scheinbar auf Durchzug schalten, zweifeln viele Eltern schnell an sich selbst. Hat das, was ich sage, überhaupt noch Bedeutung? Die Kölner Psychologin Elisabeth Raffauf kennt diese Unsicherheit aus ihrer täglichen Arbeit. 

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Ihr ist es dann wichtig, das Selbstvertrauen von Eltern zu stärken. Denn zu oft seien diese verunsichert, wenn ihre Kinder nicht auf das reagierten, was sie sagten. „Sie denken dann: "Das ist meinem Kind egal, das wirkt gar nicht‘"“, sagt die Therapeutin aus ihren Erfahrungen mit Gruppen von Eltern von Jugendlichen. 

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Trotz „Durchzug“: Elltern sollten bei ihrem Standpunkt bleiben

„Ich versuche Eltern immer zu ermutigen: "Seien Sie sicher, Ihre Meinung ist den Kindern nicht egal, auch wenn sie es gerade nicht zeigen."“, versichert Raffauf. Denn Eltern seien Orientierung und Leuchtturm – „und sei es, damit die Kinder sagen können: "So wie mein Papa will ich es mal auf keinen Fall machen!"“, sagt die Psychologin. 

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Das bedeutet aus ihrer Sicht aber, es auch mal auszuhalten, einen Tag lang „die doofste Mutter der Welt“ zu sein. „Vertreten Sie Ihren Standpunkt, den Sie sich zum Wohl Ihres Kindes gut überlegt haben, und seien Sie sicher: er wirkt“, so Elisabeth Raffauf. Auch wenn es gerade ganz anders aussieht.