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SchullaufbahnGymnasium oder Realschule: In Sachsen-Anhalt läuft die Frist zur Bewerbung ab

Später mit Abitur oder nicht? Für Viertklässler in Sachsen-Anhalt läuft die Frist demnächst ab. Eltern müssen jetzt entscheiden: Welche Schule ist die richtige für mein Kind?

Von Jessica Quick Aktualisiert: 31.01.2024, 16:35
Zeit, sich für die weiterführenden Schulen zu bewerben.
Zeit, sich für die weiterführenden Schulen zu bewerben. Foto: dpa

Gymnasium, Real- oder Hauptschule: Wohin geht es nach der Grundschule? Diese zukunftsweisende Frage müssen sich Eltern von Viertklässlern jetzt stellen. Am 2. Februar werden die Halbjahreszeugnisse vergeben, nach den Winterferien die Bewerbungen verschickt.

Trotz Schullaufbahn-Empfehlung der Grundschule: In Sachsen-Anhalt entscheiden laut Schulgesetz die Eltern über die Form der weiterführenden Schule – je nach „Neigungen und Fähigkeiten“ ihrer Kinder. Lehrer haben dabei lediglich eine beratende Funktion. Bestimmte Notendurchschnitte wie etwa in Bayern müssen nicht erreicht werden.

Hohe Abbrecherquote am Gymnasium

Zwar werden im Moment schärfere Zugangsregeln diskutiert. Für dieses Jahr bleibt die bisherige Regelung: Gymnasium oder nicht?

Mit Blick auf die hohe Abbrecherquote von Gymnasiasten – in Sachsen-Anhalt scheitert jeder Vierte am Abitur – ist die Entscheidung für Eltern alles andere als einfach. „Grundsätzlich ist der Ruf der Sekundarschulen schlechter als die Realität. Aber ich verstehe die Flucht aufs Gymnasium“, sagt Thekla Mayerhofer, Vorstandsvorsitzende des Grundschulverbandes Sachsen-Anhalt.

„Die Unterrichtsversorgung ist leider katastrophal!“

Thekla Mayerhofer, Vorstandsvorsitzende des Grundschulverbandes Sachsen-Anhalt.

Die Eltern machten sich Sorgen, obgleich Lehrer andere Empfehlungen aussprechen. Zugeben muss aber auch Mayerhofer: „Die Unterrichtsversorgung ist leider katastrophal!“ Die Sekundarschulen lagen im August 2023 in neun Landkreise und kreisfreien Städten bei unter 90 Prozent, die Gymnasien können in der Mehrzahl mehr als 100 Prozent Unterrichtsversorgung vorweisen.

Unterrichtsversorgung in Sachsen-Anhalt, Vergleich Gymnasium und Sekundarschule nach Landkreisen, Schuljahr 2023/24
Unterrichtsversorgung in Sachsen-Anhalt, Vergleich Gymnasium und Sekundarschule nach Landkreisen, Schuljahr 2023/24
(Illustration: Tobias Büttner)

Nichtsdestotrotz gebe es Kinder, für die ist das Gymnasium nicht der richtige Ort ist, sagt Mayerhofer. „Die frühe Separierung, die wir in Sachsen-Anhalt haben, geht zu Lasten der Kinder.“ Oft seien sie noch nicht soweit, dass Eltern sagen könnten, wohin die Reise gehe. Schulformate wie Gemeinschafts- oder Gesamtschulen seien daher die bessere Wahl für einen weichen Übergang, so Mayerhofer.

Frist endet am 12. Februar

Der kürzere Weg, das Konzept der Schule aber auch der Freundeskreis sollten Familien in die Überlegungen einbeziehen. Gerade Freunde sind in diesem Alter sehr wichtig. Sich die Schule etwa beim „Tag der offenen Tür“ vorher anzugucken oder auch die Webpräsenz zu durchstöbern kann helfen. „Begleitet von den Eltern sollte das Kind am Ende die Entscheidung selbst treffen“, sagt Thekla Mayerhofer. Die Bewerbungsfrist für das kommende Schuljahr endet am 12. Februar 2024.

Kritisch sieht die Grundschullehrerin mögliche Prüfungen zur Zulassung, über die jetzt diskutiert wird. „Welchen mentalen und psychischen Stress muten wir den Kindern da zu? Sich als Platznummer xy wiederzufinden, halte ich für unzumutbar.“