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Autotest Skoda Epiq startet ab Herbst als günstiger Elektro-SUV

Der Skoda Epiq soll ab Herbst als günstiger Elektro-SUV starten. Wie er mit Platz, Preis und Technik punkten will – und was ihn im Alltag besonders praktisch macht.

Von Thomas Geiger, dpa 10.02.2026, 00:05
Viele, viele bunte Kugeln: Der Epiq rollt bei unserer Ausfahrt noch im fröhlichen Tarnkostüm.
Viele, viele bunte Kugeln: Der Epiq rollt bei unserer Ausfahrt noch im fröhlichen Tarnkostüm. Škoda Auto/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn)- Je später es auf der Party, desto spannender die Gäste – hofft jedenfalls Skoda. Als letzte Marke im VW-Konzern lüftet der tschechische Hersteller nun den Vorhang vor seinem Elektrokleinwagen. Zumindest ein wenig.

Das handliche City-SUV feiert im Mai als Epiq Weltpremiere. Ab Herbst tritt es zu Preisen ab etwa 26.000 Euro gegen Renault R4 und Kia EV2 an. Vorab lud Skoda bereits zur ersten Fahrt in einem serienreifen Prototypen.

Fröhlich durch den Stadtverkehr

Der Prototyp trägt noch eine kunterbunte Tarnfolie. Doch die kann weder Form noch Format verbergen: Man erkennt auf den ersten Blick einen aufrechten, unaufgeregten Stadt-Geländewagen mit markanten Luftöffnungen im Bug und robusten Designmustern am Heck. 

Sondern auch so erkennt man auf den ersten Blick einen ebenso aufrechten wie unaufgeregten Stadt-Geländewagen, der sich mit markanten Luftöffnungen im Bug und entsprechenden Mustern im Heck einen betont robusten Anstrich gibt.

Und was die Abmessungen angeht, geben sich die Tschechen bereits ziemlich mitteilsam: Konzipiert als elektrische Alternative zum Kamiq, misst der Epiq 4,17 Meter und bietet bei 2,60 Metern Radstand nicht nur etwas mehr Platz auf allen Plätzen als jener Verbrenner. Auch der Kofferraum wächst um 20 Prozent auf 475 Liter.

Aber weil sich Skoda als Praktiker in der VW-Familie versteht, bleibt es nicht dabei. Sondern zumindest als Option gibt es auch einen Frunk im Bug und zudem eine spezielle Tasche, die ähnlich praktisch ist wie das Regenschirmfach in der Tür. Sie schluckt zum Beispiel das Ladekabel und kann im Handumdrehen hinter der Rückbank in den Haken für den Kindersitz gehängt werden.

Neu zugeschnittene Plattform

Dass der Epiq so viel Platz für Kind und Kegel bietet und zugleich ein Drittel weniger kostet als der große Bruder Elroq, das ist beides ein Verdienst der neu zugeschnittenen MEB-Plattform, die erstmals auf Frontantriebe setzt. Es kostet zwar womöglich etwas Agilität, schafft aber Platz im Fond und im Kofferraum und ist obendrein einfacher und deshalb billiger zu installieren.

Diese Plattform teilt sich der Epiq mit den klassischen Kleinwagen Cupra Raval und VW ID.Polo und dem ähnlich geschnittenen SUV ID.Cross. Und wer auf die Konfiguration schaut, der erkennt den Kampf um die Kosten. Denn vor allem das Basismodell ist spitz kalkuliert und bedient allenfalls minimale Ansprüche.

Dieser Epiq34 hat zwar 85 kW/115 PS für 150 km/h, bekommt aber nur einen Lithium-Eisen-Phosphat-Akku von 37 kWh für gerade mal 315 Normkilometer, der danach mit müden 50 kW nachgeladen wird. Kein Wunder, dass Skoda dafür noch keine Ladezeiten nennt. Im Epiq40 bleibt es zwar bei Kapazität und Reichweite, doch die Motorleistung steigt auf 99 kW/135 PS und die Ladeleistung auf 90 kW, mit denen von 10 auf 80 Prozent im Idealfall 28 Minuten vergehen.

Reizvolles Top-Modell

Das Topmodell Epiq55 dagegen tritt ausgewachsen an: Die Motorleistung liegt bei 155 kW/211 PS, mit denen dann auch 160 km/h und ein Sprintwert von 7,4 Sekunden möglich sein sollen. Und der jetzt mit Lithium-Zellen bestückte Akku wachst auf 51,7 kWh für dann schon 430 Kilometer Reichweite. Außerdem wird zwar AC wie bei allen anderen mit 11 kW geladen, DC sind aber konkurrenzfähige 125 kW drin. Die 23 Minuten bis 80 Prozent bekommt man am öffentlichen Lader schnell rum.

Ein Kleinwagen macht großen Eindruck 

Zwar ist der Epiq der kleinste Stromer in der Skoda-Familie, macht aber beim Fahren großen Eindruck und kommt sehr erwachsen rüber. Handlich und agil in der Stadt, und Dank verstärkter Rekuperation zum ersten Mal auch quasi mit nur einem Pedal zu fahren, bietet er jenseits des Ortsschildes deshalb Komfort und Gelassenheit auf der langen Strecke. Auch die Assistenzsysteme sind nicht nur aufs Rangieren und den Kreuzungsbetrieb ausgelegt, sondern auf die Autobahn.

Innen bewusst von gestern

Obwohl damit elektronisch auf der Höhe der Zeit, biedert sich der Epiq trotzdem nicht bei der Zukunft an. Genau wie der Auftritt außen ist deshalb auch das Ambiente eher traditionell. Natürlich hat er einen Touchscreen und digitale Instrumente, und für die Lautstärke gibts einen leidigen Slider unter dem Display. Aber alle wichtigen Funktionen regelt man im Lenkrad oder auf der Mittelkonsole mit klassischen Tasten. Denn was früher gut war, funktioniert auch heute noch tadellos, haben sie in der VW-Gruppe endlich erkannt.

Fazit: Wer zuletzt lacht, lacht am besten

Zwar hat Skoda mit dem Epiq am längsten hinter dem Berg gehalten. Doch haben sie Tschechen womöglich das attraktivste Auto in der Familie. Praktischer als ID.Polo und Raval und billiger als der ID.Cross, dürfte er die Nase vorn habe und das alte Sprichwort bestätigen: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. 

Datenblatt: Skoda Epiq55

Motor und Antrieb:
Elektromotor
Max. Leistung:
155 kW/211 PS 
Max. Drehmoment:
290 Nm 
Antrieb:
Frontantrieb
Getriebe:
Eingang-Automatik

 

Maße und Gewichte
 
Länge:
4.171 mm
Breite:
1.798 mm
Höhe:
1.620 mm
Radstand:
2.601 mm
Leergewicht:
1.544 kg
Zuladung:
k.A.
Kofferraumvolumen:
475-1.344 Liter

 

Fahrdaten:
 
Höchstgeschwindigkeit:
160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:
7,3 s
Durchschnittsverbrauch:
13,1 kWh/100 km
Batteriekapazität: 
51,7 kWh
Reichweite:
430 km
CO2-Emission:
0 g/km
Ladeleistung AC/DC: 
11/125 kW

 

Kosten:
 
Basispreis des Skoda Epiq: 
ca. 26.000 Euro 
Grundpreis des Skoda Epiq 55: 
k.A.
Kfz-Steuer:
0 Euro/Jahr

 

Wichtige Serienausstattung:
noch keine finalen Angaben