600 Jobs gestrichen Nach Aus für etliche RTL-Formate: So emotional reagieren die Moderatoren
RTL hat zum Jahresbeginn eine Umstrukturierung des Programms angekündigt. Damit verbunden ist die Streichung von 600 Stellen. Mehrere Moderatoren reagierten auf die Neuigkeiten sehr emotional.

Köln. – Mit dem Beginn des neuen Jahres hat Privatsender RTL sein Programm umstrukturiert. Unter anderem wurden die Promi-Magazine "Gala" bei RTL, "Prominent" bei Vox und das Shortformat #VOXStimme eingestellt sowie die Morgenmagazine "Punkt 6", "Punkt 7" und "Punkt 8" überarbeitet – ganz zum Unmut der Moderatoren und Mitarbeiter.
"Prominent!"-Moderatorin geschockt von RTL-Aus
Diese Ausgabe von "Prominent!" falle "dem ganzen Team nicht leicht", so Laura Dahm am Anfang der Sendung am Sonntag. "Es ist nämlich unsere allerletzte Sendung." Die Moderatorin hatte selbst erst am Mittwoch, dem 7. Januar, von ihrem Aus erfahren.
Lesen Sie auch: Machen Daubner und Riewa richtig Kasse? So viel verdienen die Sprecher bei der Tagesschau
"Ich werde all das hier auf jeden Fall niemals vergessen. Ich durfte hier meinen großen Traum leben", sagte die 41-Jährige unter Tränen. "Ich habe es geliebt, hier im Studio zu stehen, draußen zu drehen mit ganz besonderen Menschen und vor allem mit einem besonderen Team zusammenzuarbeiten. Ihr seid alle großartig."
Bereits nach Bekanntgabe der Kürzungen hatte sich die Moderatorin auf Instagram schockiert gezeigt. „Es sind so viele Menschen davon betroffen, die wirklich ganz, ganz viel Herz und Liebe in diese Sendung gesteckt haben“, sagte Dahm in einer Story. "Ich werde in zwei Wochen 40 und anscheinend soll es so sein, dass ich jetzt irgendwie noch was Neues starte. Ich sortiere mich jetzt erstmal."
"Schwere Tage" für RTL-Mitarbeiter: Moderator vom Morgenmagazin äußert sich
Auch Jan Malte Andresen, Moderator der betroffenen Morgenmagazine "Punkt 6", "Punkt 7" und "Punkt 8", hat sich zu dem Stellenabbau geäußert. Der 53-Jährige teilte auf Instagram bittere Worte zu dem harten Sparkurs des Senders. "Bei RTL verlieren viele Kolleginnen und Kollegen ihren Job. Menschen, mit denen ich so gern zusammenarbeite. Menschen, die ihren Beruf mit Haltung, Herzblut und großem Einsatz leben", schrieb der TV-Star.
Lesen Sie auch: Fans drohen RTL mit Dschungelcamp-Boykott wegen Teilnahme von Gil Ofarim
Seine Worte machen klar, wie gedrückt die Stimmung derzeit im RTL-Studio sein muss. "Es sind schwere Tage für viele von ihnen. Und es tut weh zu sehen, wie viel Erfahrung, Leidenschaft und journalistische Arbeit gerade verloren geht", so Andresen. Laut dem 53-Jährigen verliere sorgfältiger Journalismus zunehmend an Wert.
Moderatorin Annika Lau: "'Gala' war mein Baby"
Auch "Gala"-Moderatorin Annika Lau ist von RTLs Entscheidung betroffen. In ihrer Abschiedssendung blickte sie auf die Top 10 der schönsten "Gala"-Momente zurück. Nach der Präsentation von Platz 1 – den lustigsten Outtakes – wandte sich die 46-Jährige emotional ans Publikum und verkündete den Abschied.
"Das war's von uns, leider", so die Moderatorin. "Wir hätten wahnsinnig gerne weitergemacht, müssen uns aber schweren Herzens verabschieden, und das tut mir persönlich besonders weh, denn 'Gala' war mein Baby."
Seit dreieinhalb Jahren gestaltete die Moderatorin die Sendung mit. Sie betonte, dass alle Geschichten "auf Augenhöhe und mit einem liebevollen Herzen" erzählt wurden.
Lobend erwähnte sie das Redaktionsteam, das "wertschätzend ist und nie den Mut verloren hat". Annika Lau: "Danke an das gesamte, sehr große Team hinter der Kamera, das jeden Samstag für euch alles gegeben hat."
Elena Bruhn: "Traurigste Woche in über 20 Jahren RTL"
In einem längeren Instagram-Post hatte sich auch "Explosiv"-Moderatorin Elena Bruhn geäußert. Die 47-Jährige schrieb sich am vergangenen Wochenende förmlich ihren Frust von der Seele.
"Diese Woche war die traurigste, die ich in über 20 Jahren bei RTL erlebt habe. Viele Kolleginnen und Kollegen haben in diesen Tagen ihren Job verloren", erklärte die Journalistin in dem Beitrag. Sie habe in all den Jahren mit Menschen zusammengearbeitet, die für ihren Beruf "gebrannt und Sendungen mit Kompetenz, Haltung und Leidenschaft geprägt haben."
Es seien nicht einfach "Formate" eingestellt worden, sondern "Lebensabschnitte", wie Bruhn betonte. Sie kritisierte, dass mit den gestrichenen Stellen "Erfahrung, Wissen und journalistische Substanz verloren" gingen.
RTL will künftig auf KI und Digitalisierung setzen
Der Kölner Privatsender RTL hatte zuletzt eine radikale Neuausrichtung angekündigt. Insgesamt sollen rund 600 Stellen gestrichen werden. Im Zuge der Umstrukturierung will der Privatsender vermehrt Künstliche Intelligenz und eine stärkere Digitalisierung setzen.