Literatur Tränen, Trost, Lachen: Romane für gebrochene Herzen
Herzschmerz tut weh – im Kopf, im Körper, überall. Bücher können ihn nicht wegzaubern. Aber sie können trösten. Erich Kästner glaubte an die Kraft des Lesens. Diese Bücher auch.

Paris - Gegen Kopfschmerzen helfen Tabletten, gegen Magenbeschwerden ein bisschen Natron. Doch was hilft bei Herz- und Weltschmerz? Bücher? Sie sind keine Medizin, können aber begleiten und trösten. Hätte sonst der berühmte deutsche Schriftsteller Erich Kästner 1936 sein „Doktor Kästners Lyrische Hausapotheke“ veröffentlicht?
Sie ist eine Sammlung von Gedichten, die mit feinem Gespür und Witz Trost spenden – bei Liebeskummer, Einsamkeit und Weltschmerz, genauso wie diese Romane.
Weißer Sommer – Eva Pramschüfer
In dem im April angekündigten Debütroman stehen Alma und Théo einander innig gegenüber – ihre erste Begegnung wirkt wie der Beginn von etwas Großem. Die gemeinsamen Tage sind intensiv, leidenschaftlich und voller Nähe. Doch schon bald geraten sie zwischen zwei Extreme: Sie lieben sich, und doch droht ihre Beziehung zu zerbrechen. Auf der Suche nach Klarheit ziehen sie sich in das Haus von Almas Eltern in Frankreich zurück und beschließen, es erst zu verlassen, wenn sie Gewissheit über ihre Gefühle gewonnen haben.
Herzschmerz für Anfänger – Sarah Handyside
Nach neun Jahren Beziehung wird Katie von ihrem Freund Chris verlassen und steht mitten in der Nacht vor der WG ihrer drei besten Freundinnen in London – am Boden zerstört. Dee, Liv und Rosa lassen sich nicht lange bitten: Sie entwickeln für Katie ein „Liebeskummer-Handbuch“. Mit Tipps gegen Heulanfälle, Rezepten für die Seele und den besten Cocktails gegen Kater und Traurigkeit wollen sie ihr helfen, den Herzschmerz zu überwinden.
Wut und Liebe – Martin Suter
Noah ist ein junger Künstler Anfang dreißig, dessen Leben plötzlich aus den Fugen gerät, als sich seine Freundin Camilla von ihm trennt. Sie hat sich mehr vom Leben erhofft und trifft eine rationale Entscheidung, während Noah verletzt und orientierungslos zurückbleibt. Getrieben von dem Wunsch, die verlorene Liebe zurückzugewinnen, ist er bereit, alles zu riskieren.
Der Kaiser der Freude – Ocean Vuong
Hai, queerer Sohn einer vietnamesischen Mutter, lebt in East Gladness, einem kleinen heruntergekommenen Kaff in New England, und denkt an Selbstmord. Als er Grazina aus Litauen trifft, eine Überlebende des Zweiten Weltkriegs, wird er ihr Pfleger und nimmt eine Stelle in einem Diner an, einem kleinen, typisch amerikanischen Café, dessen Belegschaft alle Underdogs sind, so wie er.
Hey, guten Morgen, wie geht es dir? – Martina Hefter
Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2024 erzählt von Juno, einer Tänzerin und Choreografin, die tagsüber ihren schwer kranken Ehemann Jupiter im Alltag unterstützt. Nachts jedoch taucht sie in virtuelle Begegnungen ein, in denen sie sein kann, wer sie will, und aussprechen darf, was sie denkt. In den Chats spielt sie mit Männern, die nicht die sind, die sie vorgeben zu sein, und entdeckt dabei die Ambivalenz von Nähe, Täuschung und Sehnsucht.
Am Ende ist es ein Anfang – Dolly Alderton
Andy lebt aus einem Koffer im Gästezimmer seines besten Freundes und wartet darauf, dass seine Karriere als Stand-up-Comedian endlich Fahrt aufnimmt. Doch der Erfolg bleibt aus, der Freundeskreis schrumpft, und seine Social-Media-Paranoia macht alles komplizierter. Vor allem aber muss er das dramatische Ende seiner Beziehung zu der einzigen Frau verarbeiten, die er je wirklich geliebt hat.
Wedding People – Alison Espach
Die Literaturprofessorin Phoebe Stone reist allein in ein luxuriöses Hotel, fest entschlossen, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch vor Ort wird sie irrtümlich für einen Hochzeitsgast gehalten. Zwischen Braut, Gästen und ausgelassenen Momenten gerät ihr Vorhaben ins Wanken. Begegnungen, Gespräche und unerwartete Nähe eröffnen Phoebe neue Perspektiven auf Verlust, Liebe und Hoffnung.
Daheim – Judith Hermann
Nach einer Trennung lässt eine Frau ihr bisheriges Leben hinter sich und zieht in ein abgelegenes Haus an der Nordsee. Sie sucht Ruhe und Abstand, knüpft vorsichtige Freundschaften, lässt sich auf eine Affäre ein. In der kargen Landschaft zwischen Dünen, Meer und wenigen Nachbarn wird sie mit Erinnerungen, verpassten Möglichkeiten und der Frage konfrontiert, was Nähe, Liebe und Heimat eigentlich bedeuten.
Die langen Abende – Elizabeth Strout
In Crosby, einer kleinen, unscheinbaren Küstenstadt in Maine, lebt Olive Kitteridge, eine pensionierte Lehrerin, die sich in alles einmischt. Aus ihrem Blick auf die Menschen der Stadt entstehen Geschichten, die das ganze Spektrum menschlicher Erfahrungen abdecken: Liebe, Verlust, Älterwerden, Einsamkeit und unerwartete Momente des Glücks.