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Neuerscheinung Neues Buch von Axel Hacke: Heiterkeit in schwierigen Zeiten

Kann man an einem wolkigen Tag überhaupt fröhlich sein? Braucht man dazu Rauschmittel, Pillen oder Humor? In seinem neuen Buch geht Axel Hacke diesen Fragen nach und sucht nach der Bedeutung der Heiterkeit.

Von Sabina Crisan, dpa Aktualisiert: 24.09.2023, 16:41
Beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit der Bedeutung von Heiterkeit: Schriftsteller Axel Hacke.
Beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit der Bedeutung von Heiterkeit: Schriftsteller Axel Hacke. Peter Kneffel/dpa

München - Durch das Leben würde man am liebsten fröhlich gehen - doch angesichts der vielen Krisen unserer Zeit fällt das manchen Leuten schwer. Der Journalist und Schriftsteller Axel Hacke denkt in seinem neuen Bestseller darüber nach, wie es gelingen kann. In „Über Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte“ widmet er sich einer philosophischen und historischen Auseinandersetzung mit dem Konzept der Heiterkeit.

Es hätte eigentlich nur ein Aufsatz sein sollen. Hacke folgte der Anfrage eines Freundes, das vermeintlich leichte Thema zu beschreiben. Die Anfrage kam nach einer schwierigen Zeit in Hackes Leben, nach mühsamen Corona-Pandemie-Jahren, Familienkrankheiten, viel Arbeit und Stress. „Vielleicht klingt das verblüffend, aber mir hat die Arbeit an dem Buch selber sehr geholfen“, erzählt der 67-Jährige im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. Seitdem versuche er fünf Mal täglich, an Heiterkeit zu denken.

Was ist eigentlich Heiterkeit?

Das Buch ist ein philosophischer Streifzug durch die Geschichte und versucht, die Fragen zu beantworten: Was ist eigentlich Heiterkeit? Wann ist man heiter und kann man das überhaupt werden? Braucht man dazu Rauschmittel, Pillen oder Humor? Und gibt es überhaupt eine Antwort auf all diese Fragen? Hacke erkundet die Möglichkeit, einfach die Mundwinkel hochzuziehen, Gelassenheit zu üben - sogar Lach-Yoga. All das scheint leichter gesagt als getan, meint der Autor. Kann man eigentlich auch an wolkigen Tagen heiter sein? Vielleicht, indem man sich aktiv dafür entscheidet, überlegt Hacke.

Es ist keine „Self-Care“-Lektüre. Vielmehr hat man das Gefühl, in einem Café zu sitzen und mit seinen Freunden über den Sinn des Lebens zu reden. Ist ein Buch über Heiterkeit auch heiter? Nun, es ist ziemlich ernst - und philosophisch. Mit dem Begriff haben sich schon der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der antike Philosoph Seneca sowie der Psychoanalytiker Sigmund Freud beschäftigt.

Über sich selbst lachen können

Hacke möchte, dass sich auch seine Leser ernsthaft damit auseinandersetzen - um zu verstehen, dass es sich nicht um etwas Aufgesetztes handelt. „Heiter sein heißt ja nicht, die ganze Zeit lustig zu sein, oder zu lachen oder Witzbold zu sein“, erklärt er. Es bedeutet vielmehr, über sich selbst lächeln und lachen zu können.

Doch im bedrückenden Alltag ist das nicht immer einfach. Inmitten von Kriegen, des Klimawandels oder finanzieller Unsicherheiten neigen manche zum Grübeln. Dazu, zu ernst zu werden. „Da ist eine grundlegende Mollstimmung bei vielen Menschen eingekehrt“, sagt der Autor. „Mein Buch ist nun nicht so zu verstehen, dass ich irgendwie versuche, die Probleme zu leugnen“, erklärt der „Süddeutsche Zeitung“-Kolumnist. Sein inneres Zwiegespräch versucht vielmehr zu analysieren, inwieweit und wann man heiter überhaupt sein kann.

Heiterkeit wird manchmal als etwas Läppisches wahrgenommen, das unserem Alltag nicht entspreche. Geht die Fähigkeit zur Unbeschwertheit verloren? Und am Rande: Ist das gar etwas länderspezifisches? „Deutsche neigen zum grübeln“, scherzt der Autor. Eine gewisse Lockerheit müsse man aber trotzdem bewahren: „Wenn unser Leben darin besteht, vor allem vorsichtig zu sein - das kann nicht richtig sein.“