Tag der Bibliotheken

Bücherdiebe und Rekorde: Kurioses über Bibliotheken

Unzählige Bücher in den Regalen und Studierende, die still über den Werken brüten - so stellt man sich Bibliotheken vor. Dort passiert aber auch so manch Ungewöhnliches.

Von Vanessa Reiber, dpa Aktualisiert: 25.10.2022, 14:21
Am 24. Oktober findet deutschlandweit der "Tag der Bibliotheken" statt.
Am 24. Oktober findet deutschlandweit der "Tag der Bibliotheken" statt. Martin Schutt/dpa

Berlin - Zwischen Regalreihen, in Magazinen und Lesesälen liegt jede Menge Information. Längst geht es in Büchereien nicht nur um Bücher. Am Tag der Bibliotheken (24.10.) liegt der Fokus auf den Leistungen und Angeboten der Einrichtungen. Zu diesem Anlass ein paar Fakten:

Das hätte teuer werden können

60 Jahre lang hat ein Mann ein Buch der Stadtbibliothek Mönchengladbach nicht zurückgegeben. Dann plagte ihn wohl das schlechte Gewissen und er schickte die Schrift des Sozialisten und Revolutionärs Friedrich Engels zurück an die Bücherei. Der zerknirschte 81-jährige Entleiher bat in einem zweiseitigen Brief „tausendmal um Entschuldigung“. Die Bibliothek hatte Erbarmen und erhob keine Mahngebühren.

Der Blick ins Guinness-Buch der Rekorde zeigt, dass 60 Jahre noch eine vergleichsweise kurze Zeit sind: Ein Buch aus der Universitätsbibliothek in Cambridge wurde demzufolge im Jahr 1667 oder 1668 ausgeliehen und erst 288 Jahre später zurückgegeben. Der Rekord wurde 1956 verzeichnet.

Mehr als Bücher

Schmökern und Stille? Bibliotheken haben längst auch ganz andere Angebote. Mehrere Einrichtungen in Finnland verfügen etwa über Tonstudios und Musikinstrumente für eigene Aufnahmen.

Auch verschiedene deutsche Sammlungen verleihen als „Bibliothek der Dinge“ mehr als nur Medien. Die Stadt- und Landesbibliothek in Potsdam bietet unter anderem einen Akkuschrauber, ein Badminton-Set und eine Nähmaschine an. „Gemeinschaftlich nutzen statt kaufen“ heißt es auch in der „bib der dinge“ in Bochum. Hier gibt es unter zum Beispiel Cocktailshaker und verschiedene Keksausstecher sowie etliche Haushaltsgeräte und Werkzeuge zum Ausleihen.

Diebische Bücherfreunde

In dem Besteller „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak reißt sich die Protagonistin Bände unter den Nagel. Doch auch in der Realität gibt es immer wieder Bücherdiebe in Bibliotheken: Für Aufsehen sorgte vor mehr als zehn Jahren ein Fall in Hessen. Dort wurde ein Mann erwischt, als er mit 53 gestohlenen Büchern aus der Bücherei im Schloss in Bad Arolsen verschwinden wollte. Bei Durchsuchungen fand die Polizei dann zwischen 23.000 und 24.000 Exemplare an seinem Wohnort. Er wurde unter anderem für den Diebstahl von 180 wertvollen Bänden zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, viele Fälle konnten jedoch nicht geklärt werden.

Während der Mann offenbar keinen Profit schlagen wollte, verkauften ein Archivar und ein Buchhändler in den USA gestohlene Bücher aus einer Bibliothek in Pittsburgh. Beide sollen über mehrere Jahrzehnte historische Schriften im Wert von mehr als acht Millionen US-Dollar gestohlen haben.

Kilometerweise Regalreihen

Gemessen am Bestand befindet sich die größte Bibliothek weltweit in den USA. Das Guinness-Buch der Rekorde kürte die US Library of Congress 2021 zum Rekordhalter. In der Bibliothek in Washington DC gibt es demnach mehr als 173 Millionen Medien, davon sind 41 Millionen Bücher. Würde man alle Regale hintereinander aufstellen, käme man auf eine Regalreihe von rund 1350 Kilometern Länge.

Auch im Land der Dichter und Denker stehen zahlreiche Büchereien. Die deutsche Bibliotheksstatistik zählte im vergangenen Jahr 7020 öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken. Der Bestand in diesen Büchereien belief sich zuletzt auf mehr als 373 Millionen Medien. Die Macher der Statistik schränken jedoch ein, dass die Teilnahme für die Einrichtungen freiwillig sei und bei der Erhebung entsprechend kein Anspruch auf Vollständigkeit bestehe.