Abraham Poincheval

Abraham Poincheval: Französischer Künstler will für acht Tage in Felsbrocken leben

Paris - Der Franzose lässt sich für knapp eine Woche in einer kleinen Höhle einschließen.

22.02.2017, 07:46
Der französische Extremkünstler Abraham Poincheval lässt sich für acht Tage in einem Felsbrocken einschließen.
Der französische Extremkünstler Abraham Poincheval lässt sich für acht Tage in einem Felsbrocken einschließen. X02011

Acht Tage im Inneren eines zwölf Tonnen schweren Felsblocks – mit einer wahrhaft Klaustrophobie auslösenden Performance tritt der französische Extremkünstler Abraham Poincheval ab Mittwoch im Pariser Museum Palais de Tokyo auf.

Vor den Augen der Zuschauer und der Medien sollen die beiden Felsenhälften zusammengefügt und Poincheval in einer kleinen Höhle in Form eines menschlichen Körpers für über eine Woche eingeschlossen werden.

Die Höhle, in der er sich aufhalten wird und die dann nicht mehr zu sehen ist, zeichnet in leicht vergrößerter Form seine Sitzhaltung nach, Platz zum Bewegen hat der 1972 geborene Künstler somit kaum.

Als einziger Kontakt mit der Außenwelt bleibt ihm ein Belüftungssystem und ein Notfalltelefon, außerdem wird sein Herzrhythmus ständig überwacht. Überleben will er mit etwas Trockenfleisch und Flüssigkeit.

Poincheval hat bereits neues Experiment geplant

Sein Ziel sei es, die Felsen-Zeit zu spüren, sagt Poincheval. Dies habe durchaus eine „mystische Dimension“, räumt er ein. Einmal wieder aus dem Felsen geschlüpft, will er seine Museums-Performance fortsetzen und ab Ende März 29 Tage lang auf einer besonderen Decke sitzend Dutzende Hühnereier ausbrüten.

Der Performance-Künstler hat schon mehrfach durch spektakuläre Aktionen von sich Reden gemacht. Unter anderem lebte er zwei Wochen lang im Inneren eines ausgestopften Bären oder schipperte als seltsame riesige Flaschenpost die Rhône hinunter.

Nach seinen künstlerischen Experimenten ist der Vater von zwei kleinen Kindern nach eigenen Angaben stets für einige Zeit etwas desorientiert. Er brauche oftmals „mehrere Wochen, wenn nicht Monate“, um seinen eigenen „Takt“ wiederzufinden, sagt er. (afp)