Studie verzögert sich

Zu wenig Corona-Fälle: Curevac bekommt Zulassung für Impfstoff nicht fertig

Curevac bekommt seinen Impfstoff nicht zugelassen. In den Studien fehlt es an Corona-Fällen.
Curevac bekommt seinen Impfstoff nicht zugelassen. In den Studien fehlt es an Corona-Fällen. (Foto: imago images/MiS)

Tübingen – Die Zulassung des Corona-Impfstoffs des deutschen Herstellers Curevac verzögert sich weiter. Wie die „Augsburger Allgemeine“ unter Berufung auf eine Firmensprecherin berichtet, hofft das Pharmaunternehmen auf genügend Daten für eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs bis Ende Juni.

Für die finale Studie muss es unter den 40.000 Teilnehmern mindestens 160 Infizierte gegeben haben, um Zufallsergebnisse auszuschließen. Bislang sind es erst 111. Der Wirkstoff von Curevac befindet sich seit Februar in einem sogenannten rollierenden Zulassungsverfahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Ursprünglich kalkulierte das Unternehmen mit einer Zulassung im Mai oder Juni.

CureVac-Impfstoff war in Deutschland lange fest eingeplant

Das Problem: Je schneller das Virus in der Bevölkerung zurückgedrängt wird, desto länger könnte es dauern, bis sich genügend der Studienteilnehmer angesteckt haben. Am Dienstag gab es nicht bestätigte Berichte, wonach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von einer Zulassung nicht vor August rechne.

Das Vakzin des Tübinger Unternehmens sollte in der deutschen Impfkampagne laut anfänglicher Planungen eigentlich ab dem Sommer eine Rolle spielen. In der vom Bundesgesundheitsministerium im Internet veröffentlichten Lieferprognose für den Rest des Jahres wird das Curevac-Präparat aktuell allerdings nicht mehr erwähnt.

Der Impfstoff von Curevac basiert wie die bereits zugelassenen Konkurrenzprodukte der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna auf der neuartigen mRNA-Technologie. In den bisherigen klinischen Studien erwies er sich nach früheren Firmenangaben ebenfalls als sehr sicher und wirksam. Curevac arbeitet bereits seit Monaten am Aufbau eines großen Produktionsnetzwerks mit anderen Pharmafirmen. (mz/AFP)