Small Planet Airlines

Small Planet Airlines: Mit Ferienflieger aus Osteuropa von Leipzig/Halle nach Mallorca

Schkeuditz - Im Sommerflugplan 2017 wird auch Small Planet Airlines die Ferienziele Mallorca und Larnaca auf Zypern vom mitteldeutschen Flughafen aus anfliegen.

Von Steffen Höhne 03.01.2017, 06:00

Der Flughafen Leipzig/Halle wird in diesem Jahr ein wenig bunter. Im Sommerflugplan 2017 wird auch Small Planet Airlines die Ferienziele Mallorca und Larnaca auf Zypern vom mitteldeutschen Flughafen aus anfliegen.

Die Airbus A320 der Gesellschaft fallen vor allem durch ihre farbigen Heckflügel und die Schrift auf. Reisende könnten künftig häufiger auf die markant aussehenden Flugzeuge treffen. Denn während die großen Airlines wie Lufthansa und Air Berlin dabei sind, sich selbst zu zerlegen, startet die litauische Fluggesellschaft auf dem deutschen Markt durch.

Small Planet Airlines seit Mai 2016 in Deutschland

Small Planet Airlines wurde 2010 gegründet und ist Nachfolgerin der litauischen Staatsairline FlyLAL. Mit fünf Flugzeugen gestartet, besitzt die Airline inzwischen 21 moderne Flugzeuge. Damit ist sie eine der am schnellsten wachsenden Gesellschaften in Europa. Im vergangenen Jahr nahm der deutsche Ableger den Flugbetrieb auf. Als Führungscrew warben die Osteuropäer mit Andreas Wobig und Oliver Pawel zwei erfahrene Luftfahrt-Manager an, die vorher beim Konkurrenten Germania tätig waren.

Gleich vier Fluggesellschaften bieten im Sommer 2017 Flüge vom Airport Leipzig/Halle nach Palma de Mallorca an. Nach Angaben des Flughafens werden insgesamt 22 Flüge in der Woche vorgenommen.

Neben Small Planet Airlines wird auch Eurowings die Verbindung neu aufnehmen. Die Lufthansa-Tochter bedient die Strecke laut „Leipziger Volkszeitung“ bereits ab dem 8. April mit fünf Verbindungen in der Woche. Ab Ende Mai wird dann aufgestockt. Der Airport Leipzig/Halle ist dann täglich im Plan.

Die Flüge von Air Berlin übernimmt in der neuen Saison die österreichische Airline Niki. Sie gehört zum selben Konzernverbund wie Air Berlin. Auch hier sind die Flüge bereits in Reisebüros und im Internet buchbar. Gleiches gilt auch für den Ferienflieger Condor.  (sth)

Im Mai 2016 sei es mit zwei gemieteten Flugzeugen von Air Berlin losgegangen, berichtet Wobig, Zunächst seien die Flughäfen Paderborn (Nordrhein-Westfalen) und Bremen angesteuert worden. „Im Sommer 2017 werden wir in Deutschland mit vier Maschinen fliegen“, kündigt Wobig an. Diese würden vor allem Urlaubsziele im Mittelmeerraum ansteuern.

Small Planet Airlines arbeitet hierzulande ausschließlich als sogenannte Charter-Airline. Sie fliegt im Auftrag großer Reiseveranstalter wie Tui, Thomas Cook, FTI oder Rewe. Das heißt, sie muss sich nicht um Buchungen von Passagieren selbst kümmern. Die Airline hat auch keinen großen Einfluss darauf, von welchen Flughäfen sie abhebt. Das bestimmen die Reiseveranstalter.

Small Planet Airlines beschäftigt auch deutsche Crews

Als Charter-Gesellschaft ist auch Air Berlin groß geworden und Germania betreibt das Geschäft seit Jahren erfolgreich. „Doch auch in diesem Segment ist der Preisdruck sehr hoch“, sagt Luftfahrtexperte Cord Schellenberg. Tui und Thomas Cook hätten mit Tui-Fly und Condor eigene Fluggesellschaften, die die Reisezeile anfliegen. „Darüber hinaus suchen die Reise-Unternehmen günstig, unabhängige Anbieter, die für sie fliegen“, so Schellenberg. „Läuft das Tourismus-Geschäft allerdings nicht so gut, sind die externen Partner oft auch die Ersten, die wieder rausfliegen.“ Zunächst würden die eigenen Flieger ausgelastet. Anbieter wie Hamburg International hätten es daher auch nicht geschafft.

Wobig sieht Small Planet Airlines für den Wettbewerb gerüstet. Die Kosten pro Flugkilometer und Sitz sind die wichtigste Kennziffer für die Profitabilität in der Flugbranche. Hier liegt der irische Billigflieger Ryanair mit 3,3 Cent vorn. Small Planet Airlines kommt auf 3,56 Cent, die Lufthansa liegt bei 9,66 Cent. Wo wird da bei Small Planet Airlines also gespart. Wobig versichert: „Nicht bei der Sicherheit oder dem Personal.“ Die Gesellschaft habe eine Zulassung in Deutschland und beschäftige auch deutsche Crews. Nach Worten des Airline-Managers wird die IT und die Finanzen von Litauen aus abgewickelt. Die Verwaltung sei vergleichsweise klein.

Im Winter in Kambodscha aktiv

Entscheidender dürfte jedoch sein, dass Small Planet Airlines in den Wintermonaten seine Flieger unter anderem nach Südostasien verlegt. Sie fliegen dann in Kambodscha oder Thailand. In Deutschland nehmen auch große Autobauer wie Volkswagen und BMW die Airline unter Vertrag, um Mitarbeiter und Gäste zu großen Automessen zu bringen.

Nicht nur die Litauer machen das so. Wettbewerber Germania hat als Firmenkunden beispielsweise Airbus. „Ziel ist es, unsere Flugzeuge bestmöglich auszulasten“, sagt Wobig. Dazu benötige man nicht nur einen Baustein, sondern am besten gleich mehrere. Nach Ansicht von Schellenberg muss die Airline erst noch zeigen, ob das Konzept auch krisenfest ist. Small Planet Airlines zeige aber, dass eine unabhängige Airline die Möglichkeit hat, neue Wege auszuprobieren. (mz)