Bergbaufirma Mibrag

Bergbaufirma Mibrag: Kohle-Unternehmen erzielt wieder hohe Gewinne

Halle (Saale) - Trotz des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland geht es mit dem Kohle-Unternehmen Mibrag wieder bergauf. Das Unternehmen aus Zeitz (Burgenlandkreis) hat die Verlustzone verlassen und erwirtschaftete im vergangenen Jahr hohe ...

Von Steffen Höhne

Trotz des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland geht es mit dem Kohle-Unternehmen Mibrag wieder bergauf. Das Unternehmen aus Zeitz (Burgenlandkreis) hat die Verlustzone verlassen und erwirtschaftete im vergangenen Jahr hohe Gewinne.

„Das Ergebnis der Gruppe lag bei etwa 50 Millionen Euro“, sagte Mibrag Chef Armin Eichholz im MZ-Gespräch. Der Gewinnsprung kommt überraschend: 2016 hatte die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) erstmals seit Jahren ein Minus von 43,7 Millionen Euro eingefahren.

Für die Trendwende gibt es mehrere Gründe: Durch weltweit höhere Steinkohlepreise sind auch die Strompreise an der Leipziger Energiebörse EEX gestiegen. „Das führte dazu, dass die Braunkohle, die ohnehin der günstigste fossile Energieträger in Deutschland ist, noch wettbewerbsfähiger wurde“, so Eichholz. Die Braunkohlekraftwerke der Kunden seien daher gut ausgelastet gewesen. Steinkohlekraftwerke dürften dagegen an Marktanteilen verloren haben.

Mibrag beschäftigt 2.700 Mitarbeiter in Sachsen-Anhalt

Die Mibrag beliefert aus den beiden Tagebauen Profen (Burgenlandkreis) und Vereinigtes Schleenhain (Sachsen) die Großkraftwerke Schkopau (Saalekreis) und Lippendorf (Sachsen). Mit 2.700 Mitarbeitern ist der Kohleförderer einer der größten Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt.

Ein tiefes Loch in die Kasse des Unternehmens riss 2016 auch die Abschaltung des alten Kraftwerkes Buschhaus (Niedersachsen). Es ist das erste von bundesweit acht Kohlekraftwerken gewesen, das in eine stille Reserve überführt wurde. Das heißt, nur bei Strommangel und der Gefahr eines Blackouts würde es noch einmal in Betrieb gehen. Die Bundesregierung will so den Kohlendioxidausstoß senken. Die Mibrag erhält dafür nun vier Jahre lang Ausgleichszahlungen. Erstmals bestätigt Eichholz die Höhe von 200 Millionen Euro. „Von der Größenordnung kommt das hin“, sagte der Mibrag-Chef.

Mit den Profiten will das Unternehmen in den kommenden Jahren auch krisensichere Rücklagen für die spätere Rekultivierung der Tagebaue bilden. Bereits seit Monaten laufen Gespräche mit den Bergämtern in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Vor allem die Grünen kritisieren seit langem, dass die Mibrag keine Rückstellungen gebildet hat, die auch im Fall einer Insolvenz verfügbar sind. Es soll ausgeschlossen werden, dass der Steuerzahler am Ende einspringen muss.

Kritik durch Umweltschützer geht nicht spurlos an Beschäftigten vorbei

Eichholz sagt nun: „Natürlich ist uns bewusst, dass die Rücklagen nicht direkt von unserem Kerngeschäft abhängig sein dürfen.“ In welcher Form es nun krisensichere Fonds geben soll, dazu äußerte er sich mit Hinweis auf die laufenden Gespräche nicht. Es geht um dreistellige Millionenbeträge. Laut Branchenexperten sind verschiedene Modelle denkbar: etwa Barmittel auf Konten oder Sachwerte wie beispielsweise Windparks.

Eichholz wehrt sich aber auch gegen Kritik durch Umweltschützer: „Unsere Mitarbeiter sorgen auch unter schwierigsten Wetterbedingungen dafür, dass in Deutschland das Licht nicht ausgeht. Wenn sie morgens aber die Zeitung aufschlagen, dann lesen sie über Braunkohle Begriffe wie ,Dinosaurier’ und ,Klimakiller’“. Das gehe nicht spurlos an den Beschäftigten vorbei.  (mz)