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Aldi, Lidl und Co.: Das sind die Mogelpackungen des Monats Juni

Dass derzeit alles teurer wird, ist kein Geheimnis. Hersteller tricksen jedoch auch an dem Inhalt der Produkte, obwohl der Preis im Supermarkt gleich bleibt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun die Mogelpackungen des Monats gekürt.

Aktualisiert: 29.06.2022, 07:03
Angesichts der aktuellen Situation wird die sogenannte Shrinkflation auch immer öfter von Supermärkten und Discountern genutzt.
Angesichts der aktuellen Situation wird die sogenannte Shrinkflation auch immer öfter von Supermärkten und Discountern genutzt. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Magdeburg/DUR - Versteckte Preiserhöhungen nach dem Prinzip "Weniger drin, Preis gleich" waren bisher vor allem ein Phänomen bekannter Markenartikel. Doch angesichts der aktuellen Situation wird die sogenannte "Shrinkflation", weniger Inhalt bei gleichbleibendem Preis, auch immer öfter von Supermärkten und Discountern genutzt, um versteckt die Preise für Produkte der eigenen Marken zu erhöhen, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Bei den Verbraucherschützern gingen in den letzten Wochen deutlich häufiger Beschwerden zu Handelsmarken ein, die ihre Produkte zwar zum selben Preis anbieten - dies jedoch mit weniger Inhalt. 

Größte Mogelpackung des Monats ist im Netto zu finden

Unangefochten auf dem ersten Platz des Monats liegt der Olivano’s Linsen-Bulgursalat Pikant vom Netto Marken-Discount. Der wird seit Februar in einer 200-Gramm- statt 250-Gramm-Dose verkauft. Der Preis stieg kurze Zeit später von 89 auf 99 Cent. Die versteckte Preiserhöhung beträgt insgesamt 39 Prozent.

Auch die Lammsteaks der Marke Jack’s Farm von Aldi sind eine echte Mogelpackung und enthalten statt 400 nur noch 300 Gramm. Der Preis von 6,99 Euro bleibt allerdings unverändert. Die versteckte Preiserhöhung beträgt 33 Prozent. Besonders dreist laut Verbraucherzentrale: Die Packung bleibt gleich groß, obwohl deutlich weniger Fleisch drin steckt – eine echte Luftpackung und wenig nachhaltig. Fast 850 Packungen mehr benötigt der Verpacker nun pro Tonne Fleisch.

Auch im Bio-Bereich wurde gleich doppelt an der Preisschraube gedreht. Die Naturgut Bio Holzofen-Pizza mit Mozzarella, Spinat & Feta von Penny kostet 2,99 Euro statt 2,49 Euro. Gleichzeitig sank das Gewicht der Pizza von 460 auf 410 Gramm. Verbraucher zahlen demnach 35 Prozent mehr für das Produkt, teilt die Verbraucherzentrale mit.

Besondere Mogelei bei Toilettenpapier von Lidl: Drei Meter weniger Papier pro Rolle

Einen besonderen Fall meldeten laut Verbraucherzentrale Kunden von Lidl. Bei der im Rahmen einer Aktion verkauften XXL-Packung Floralys Toilettenpapier blieb die Anzahl der Blätter pro Klopapierrolle mit 200 Stück zwar unverändert, doch tatsächlich schrumpfte das einzelne Blatt im Vergleich zur Normalpackung von Floralys. Das macht rund drei Meter weniger Papier pro Rolle.

Aber auch bei Markenartikeln wie die Lay’s Chips, Dove Seife und Piasten Schokolinsen wurden in den letzten Wochen versteckt die Preise erhöht.

Aldi, Lidl, Netto und Co.: Discounter werben für niedrige Preise

„Die für die Produktion der Handelsmarken gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sollen an die Kundschaft weitergegeben werden, ohne diese gänzlich zu verprellen. Schließlich werben viele Supermärkte und Discounter mit den niedrigen Preisen ihrer eigenen Marken“, erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg in einer Pressemitteilung. „Das Schrumpfen des Inhalts ist daher das Mittel der Wahl.“ Das trifft vor allem Kundinnen und Kunden, die aus finanziellen Gründen zu den preiswerteren No-Name-Produkten greifen.