Kopftuchverbot für junge Mädchen

Kopftuchverbot für junge Mädchen: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet plädiert dafür

Berlin - Die stellvertretende CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet haben sich hinter den Vorstoß für ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren gestellt. „Kinder brauchen Freiräume, wo es eben auch keine kruden Geschlechterbilder gibt. Und das sollte die Schule sein“, sagte Klöckner am Montag vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin. „Ich halte weder etwas von einer Vollverschleierung noch von Kopftüchern für ...

09.04.2018, 11:08
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet dpa

Die stellvertretende CDU-Vorsitzenden Julia Klöckner und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet haben sich hinter den Vorstoß für ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren gestellt. „Kinder brauchen Freiräume, wo es eben auch keine kruden Geschlechterbilder gibt. Und das sollte die Schule sein“, sagte Klöckner am Montag vor einer Sitzung des CDU-Präsidiums in Berlin. „Ich halte weder etwas von einer Vollverschleierung noch von Kopftüchern für Kinder.“

Das nordrhein-westfälische Integrationsministerium erwägt ein Kopftuchverbot für muslimische Mädchen unter 14 Jahren. NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) hatte erklärt, einem jungen Mädchen ein Kopftuch überzustülpen, sei Perversion.

FDP-Chef Christian Lindner tritt für ein Verbot

Dagegen müsse klar Position bezogen werden. Auch FDP-Chef Christian Lindner tritt für ein solches Verbot ein. Es sei verhältnismäßig und stärke die Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen, hatte er der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Laschet betonte, die Forderung Gülers sei besonders überzeugend, weil sie selbst Muslimin und ihre Mutter Kopftuchträgerin sei. Bei Kindern sei ein Kopftuch etwas, das mit Religion nichts zu tun habe. „Das nimmt den Kindern die Chance, selbst zu entscheiden. Und deshalb ist das ein guter Vorschlag, den wir auch umsetzen wollen“, sagte Laschet.

Auch der nordrhein-westfälische Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) ist für ein Verbot. In der „Bild“-Zeitung argumentierte er am Samstag, religionsunmündige Kinder dürften nicht dazu gedrängt werden, ein Kopftuch zu tragen. (dpa)