BelgienBelgien: Neonazis planten einen Staatsstreich

Brüssel/MZ. - Razzia in Kasernen

Von Detlef Drewes 15.09.2006, 17:58

Razzia in Kasernen

Bei einer Razzia in fünf Armeekasernen und 18 Privatwohnungen wurden 17 Verdächtige festgenommen. Die meisten gehören wie Anführer Thomas B. den Streitkräften an. Bei den Durchsuchungen wurden nicht nur Unmengen moderner Waffen und Sprengstoff gefunden, sondern auch detaillierte Aufzeichnungen über geplante Anschläge. Sogar die Bekennerschreiben waren schon fertig. Bei den Verhafteten handelt es sich um Neonazis der Geheimorganisation Bloed-Bodem-Eer-Trouw (Blut-Land-Ehre-Ruhm), einem Ableger der rechtsextremen "Blood and Honour" (Blut und Ehre).

Zuerst wollten die braunen Terroristen Filip Dewinter ermorden, den vielleicht prominentesten Politiker der rechtsextremen und nationalistischen Partei Vlaams Belang (Flämische Belange), die ihre Hochburg in Antwerpen hat. Durch entsprechend gelegte Spuren sollte dieser Anschlag den Moslems in die Schuhe geschoben werden. In der zweiten Phase sollte der Vorsitzende der fundamentalistisch-islamischen arabisch-europäischen Liga in Belgien, Abou Jahjah, sterben. Mit dieser Tat sollte die rechtsextreme Szene aufgestachelt werden. In der dann folgenden politisch angespannten Lage wollten die Neonazis nach dem Vorbild Adolf Hitlers die Macht im ganzen Land ergreifen, um dann schließlich eine unabhängige flämische Republik auszurufen.

Auswirkung auf Wahlen

Beobachter fürchten nun, dass die Verhaftung der neonazistischen Terroristen Auswirkungen auf die bevorstehenden Kommunalwahlen haben. Die Aktion könnte zu einer Art Solidarisierung mit den Politikern des rechten "Vlaams Belang" führen, heißt es.