Eil

Umstrittenes Treffen

Geheime Weltregierung in Dresden: Bilderberger geben Konferenzteilnehmer der Bilderberg-Treffens bekannt.

Dresden - Mit 130 Teilnehmern aus 20 Ländern wird das diesjährige Bilderberg-Treffen in Dresden stattfinden. Das hat Organisationskomitee der hochrangigen Konferenz bekanntgegeben, die  ab Donnerstag im Taschenberg-Palais in der sächsischen Landeshauptstadt zusammenkommen ...

Von Steffen Könau 07.06.2016, 11:03
Dresdens Altstadt bei Nacht.
Dresdens Altstadt bei Nacht. dpa-Zentralbild

Mit 130 Teilnehmern aus 20 Ländern wird das diesjährige Bilderberg-Treffen in Dresden stattfinden. Das hat Organisationskomitee der hochrangigen Konferenz bekanntgegeben, die  ab Donnerstag im Taschenberg-Palais in der sächsischen Landeshauptstadt zusammenkommen wird.

Das Bilderberg-Treffen versammelt alljährlich an wechselnden Orten hochrangige Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Militär und Medien. Unter den deutschen Teilnehmern sind in diesem Jahr Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen,Finanzminister Wolfgang Schäuble und Innenminister Thomas de Maizière (alle CDU), Joe Kaeser von Siemens, Springer-Chef Mathias Döpfner, Thomas Enders von der Airbus Group und Julia Jäkel von Gruner&Jahr. In Dresden werden die  von Verschwörungstheoretikern als „geheime Weltregierung“ kritisierten Teilnehmer aus Deutschland unter anderem mit dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger, Google-Chef Eric Smith, Michael O‘ Leary von Ryanair und zahlreichen Bankern und Hedgefunds-Managern diskutieren.

Thematisch soll es diesmal unter anderem um „China, Europa, den mittleren Osten und Russland“ gehen, wie die Konferenzleitung mitteilte. Auf der Tagesordnung der viertägigen Zusammenkunft, die traditionell als private Veranstaltung deklariert wird, stehen zudem Fragen der Cybersicherheit, die „Geopolitik im Bezug auf Energie- und Rohstoffpreise“ und das Thema Prekariat und Mittelklasse.  Die Flüchtlingsproblematik soll unter der Überschrift „Wachstum, Reformen, Visionen und Einheit“ behandelt werden.

Gegendemonstrationen von linken und rechten Gruppen

Auf der 1954 auf Initiative von Prinz Bernhard der Niederlande geschaffenen Bilderberg-Konferenz diskutieren Politiker, Wirtschaftsbosse, Akademiker und Journalisten hinter fest verschlossenen Türen über aktuelle Themen. Die Teilnehmer dürfen Gesprächsinhalte verwenden, aber Redner nicht namentlich zitieren. Eine Medienberichterstattung fand über Jahre hinweg nicht statt, was Gegner in der Überzeugung bestärkte, dass der elitäre Zirkel hinter den Kulissen über das Schicksal ganzer Völker bestimme. Zuletzt hatte die Konferenzleitung aber begonnen, ein wenig mehr Transparenz herzustellen.

In Dresden sind zahlreiche Gegenproteste angekündigt, darunter von der rechtsextremen NPD und linken Gruppen. Auch das islam- und fremdenfeindliche Pegida- Bündnis hat Aktionen angekündigt. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. Der Bereich um den Tagungsort wird mit einem Zaun abgesperrt, Personenansammlungen von mehr als 15 Menschen sind nach einer Allgemeinverfügung innerhalb eines sogenannten Sicherheitsbereiches in der Innenstadt bereits am Mittwoch bis einschließlich Sonntag verboten. (mz)