Rassismus

Gegen Rassismus: Stadt Frankfurt ächtet das M- und N-Wort

Frankfurt hat entschieden, das M- und das N-Wort zu ächten. Die Stadt will ihre Bürger damit sensibilisieren und Rassismus den Kampf ansagen.

22.04.2022, 15:19
Das Frankfurter Rathaus am Römerberg: Hier entschied die Stadt, das M- und N-Wort zu ächten und damit auf rassistische Sprache aufmerksam zu machen.
Das Frankfurter Rathaus am Römerberg: Hier entschied die Stadt, das M- und N-Wort zu ächten und damit auf rassistische Sprache aufmerksam zu machen. Foto: imago images/Jan Huebner

Frankfurt am Main/DUR/jsp – Die Stadt Frankfurt am Main hat beschlossen, künftig die Verwendung der sogeannten M- und N-Wörter zu ächten.

Die Entscheidung folgte einem Antrag der Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt. Darin heißt es: "Wir bekennen uns zu Offenheit und Toleranz im Zusammenleben aller Menschen in Frankfurt."

Eine Entscheidung zu "Offenheit und Toleranz"

Die Entscheidung soll einen symbolischen Wert haben. Es sei ein Versuch, diese Begriffe aus dem alltäglichen Sprachgebrauch zu verbannen und die Bürger für rassistische Sprache zu sensibilisieren.

Außerdem wird an einem Konzept gearbeitet, wie die Stadt mit der deutschen Kolonialgeschichte in der Zukunft umgehen wird. Über Straßen und Plätze, die an den Kolonialismus erinnern, soll zum Beispiel anhand von Tafeln oder QR-Codes aufgeklärt werden. Geprüft wird auch, ob in speziellen Fällen sogar eine Umbenennung vorgenommen werden muss.

"In anderen Kontexten machen wir das immer. Wir sagen Kindern, dass sie in bestimmten Räumen nicht fluchen sollen oder bestimmte Wörter nicht sagen sollen. Oder darauf achten sollen, dass sie nichts sagen, was andere Menschen verletzt. Und ich glaube, das ist einfach das, was dieser Antrag mitbringt," sagt die Frankfurter Stadtverordnete Marianne Mahn im Interview mit RTL.

Engagement gegen Rassismus in der Sprache: Kassel ächtete die Begriffe bereits

Damit ist Frankfurt die zweite Stadt, die das Wort "Mohr" ächtet. Bereits vor einem Jahr traf Kassel als erste Stadt Deutschlands diese Entscheidung.  Ähnlich wie das N-Wort wurde auch das M-Wort Schwarzen Menschen zu Zeiten des Sklavenhandels auferlegt.

In Deutschland gibt es rund 90 Apotheken, die das M-Wort im Namen tragen, davon auch einige in Sachsen-Anhalt. In Frankfurt änderte eine Apotheke bereits ihren Namen von "Mohrenapotheke" zu "Zeil-Apotheke".