Betrugsprozess gegen Vorstand von früherer Mifa AG beginnt

Von dpa
„Landgericht“ steht über dem Eingang zum Landgericht Halle/Saale.
„Landgericht“ steht über dem Eingang zum Landgericht Halle/Saale. Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Halle/Sangerhausen - Sieben Jahre nach der Insolvenz des ostdeutschen Fahrradbauers Mifa AG Sangerhausen muss sich der damalige Vorstand von heute an vor dem Landgericht Halle verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten besonders schweren Betrug vor, wie das Gericht mitteilte. Der Ex-Manager soll willentlich und wissentlich veranlasst haben, dass Angaben zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AG über Jahre hinweg falsch oder verschleiert dargestellt worden sind.

Kapitalanleger seien getäuscht und somit finanziell auch geschädigt worden. Der Angeklagte habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft geäußert. Das Landgericht hat Verhandlungstermine bis 26. August anberaumt. Die Fahrradproduktion hat in Sangerhausen eine mehr als 110 Jahre lange Tradition. Die Mifa AG hatte sich nach 1990 gegründet. 2004 war das Unternehmen an die Frankfurter Börse gegangen. 2014 meldete die Firma Insolvenz an. Das Unternehmen galt als einer der absatzstärksten Fahrradhersteller in Deutschland und in der Region im Südharz als einer der größten Arbeitgeber seit Generationen.