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Kommunalwahl im Burgenlandkreis Zeitz hat die Wahl

Stadtrat, Kreistag, Europaparlament: Am Sonntag zählt jede Stimme. Was sagt Oberbürgermeister Christian Thieme zum alten Stadtrat – und was wünscht er sich vom neuen?

Aktualisiert: 07.06.2024, 08:41
Vor der Wahl am 9. Juni: Was sagt der Zeitzer Oberbürgermeister Christian Thieme  zum alten Stadtrat? Und was wünscht er sich vom neuen?
Vor der Wahl am 9. Juni: Was sagt der Zeitzer Oberbürgermeister Christian Thieme zum alten Stadtrat? Und was wünscht er sich vom neuen? Foto: Angelika Andräs

Zeitz/MZ - Am Sonntag wählen die Zeitzer auch einen neuen Stadtrat. Fünf Jahre lang hat Oberbürgermeister Christian Thieme (CDU) mit dem „alten“ zusammengearbeitet. Wie sieht er diese Zusammenarbeit? Was hat sie der Stadt gebracht? Und was erhofft er sich und erwartet er vom neuen Gremium? Das wollte Angelika Andräs von ihm wissen.

Wie waren die letzten fünf Jahre mit dem Zeitzer Stadtrat?

Christian Thieme: Trotz der unzähligen Themen und trotz wechselnder Krisen haben wir eine gute und konstruktive Basis der Zusammenarbeit gefunden, die zum einen ein gewisses Vertrauen widerspiegelt, sich zum anderen aber letztendlich auch in den guten Ergebnissen zeigt. Selbstverständlich waren wir, alle zusammen, nicht immer einer Meinung und es gab hier und da auch ein paar politische Störfeuer, was aber für mich zur politischen Arbeit in einem demokratisch gewählten Gremium dazugehört. Letztendlich haben wir immer miteinander geredet und Meinungen ausgetauscht. Dadurch waren wir in der Lage, aufeinander zuzugehen, um Kompromisse zu finden, die eine Lösung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger, der Stadt und der Region sind. Dies hat dazu geführt, dass wir zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht und umgesetzt haben, was zur positiven Entwicklung von Zeitz beigetragen hat.

An welche Projekte, Probleme und Herausforderungen erinnern Sie sich da besonders?

Probleme und Herausforderungen gibt es immer, aber da ist es unsere Aufgabe als Verwaltung, den Stadträten unsere Pläne in den einzelnen Gremien detailliert vorzustellen und Probleme zu kommunizieren, so dass man auch bei aufkommenden Diskussionen zu einem Konsens und somit zu einem für alle Seiten akzeptablen Ergebnis kommt. Deshalb haben wir beispielsweise mit Schul- und Kindergartensanierungen, aber auch größeren städtebaulichen Vorhaben, wie der Sanierung des Bahnhofs, des ehemaliges Zekiwa-Hauptgebäudes, dem Beginn des Umbaus des ehemaligen Franziskanerklosters zur evangelischen Grundschule oder der Neubebauung des Brühls, der erst kürzlich beschlossenen Wirtschaftsstrategie sowie des Stadtteilkonzeptes Zeitz-Ost zahlreiche Vorhaben umgesetzt oder zumindest auf den Weg gebracht. Jetzt geht es auch darum, die begonnene Entwicklung weiterzuführen, um die Projekte – dann auch für jeden einzelnen – sichtbar und erlebbar zu machen.

Wenn Sie in wenigen Worten sagen sollen, was Sie am alten Stadtrat besonders geschätzt haben, was sagen Sie da?

Manchen Entscheidungen sind harte Streitgespräche vorausgegangen, aber letztendlich wurde in den meisten Fällen ein Weg gefunden und deshalb ist der Stadtrat für mich in wenigen Worten: streitbar, vertrauensvoll, transparent, bürgerorientiert, positiv und lösungsorientiert.

Am 9. Juni zählt jede Stimme bei der Stadtrats-.

Wenn Sie mal vorausschauen: Welche Herausforderungen stehen in den kommenden fünf Jahren an?

Unsere großen Themen sind auch weiterhin Strukturwandel, Städtebau und die Attraktivität der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger. Die Herausforderungen sind groß, denn wie ich beispielsweise bei der zurückliegenden Revierkonferenz erklärte, sind die Ziele und die einzelnen Projekte zwar klar, aber die Umsetzung und damit die Sichtbarkeit für die Bürger wird eben noch Zeit benötigen. Die finanziellen Mittel sind wie immer knapp. Gerade die langfristigen Projekte sind aber wichtig und brauchen ihre Zeit. Für manche Projekte haben wir noch immer keine Förderbescheide, so dass es mancherorts auch noch nicht vorwärts geht. Für die S-Bahn braucht es noch viele Jahre bis zur Sanierung der Strecke und auch für die Gewerbe- und Industriegebiete benötigen wir noch Geduld, bis endlich neue Arbeitsplätze entstehen können. Die nicht gegebene Sichtbarkeit ist somit ein Thema, dessen wir uns bewusst sind, denn die Menschen wollen natürlich Ergebnisse und hier müssen wir gemeinsam für die Umsetzung der Projekte kämpfen. Natürlich zählen hierzu auch andere Projekte, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und der Stadtumbau. Hier müssen wir die Gemeinschaft davon überzeugen, dass diese für die Stadt Zeitz und die Region sinnvoll sind und es immer darum geht, dass die Stadt und die Bürger davon profitieren. Es liegt also viel Arbeit vor uns.

Am 9. Juni zählt jede Stimme bei der Kommunalwahl ebenso, wie bei der Europawahl. Das sagt auch der Zeitzer Oberbürgermeister.
Am 9. Juni zählt jede Stimme bei der Kommunalwahl ebenso, wie bei der Europawahl. Das sagt auch der Zeitzer Oberbürgermeister.
Foto: Angelika Andräs

Arbeit, die Sie, Verwaltung und Stadtrat gemeinsam bewältigen müssen. Was wünschen Sie sich vom neuen Stadtrat?

Dass allen etwas an einer Zusammenarbeit und der Erreichung gemeinsamer Ziele liegt und man sich nicht in parteipolitischen Themen verfängt, die letztendlich nichts mit der Stadt zu tun haben und über welche wir in der Stadt Zeitz auch keine Entscheidungen treffen können. Zudem setze ich auch weiterhin darauf, dass allen Mitgliedern zugehört wird und der Ton, wie ich ihn leider schon oftmals erleben musste, nicht von gegenseitigen Beschuldigungen und Beleidigungen geprägt ist. Leider wird der Ton auch in der Kommunalpolitik rauer, aber wir sollten an unseren Themen in Zeitz weiterarbeiten und das zusammen, offen und zum Wohl aller in der Stadt. Zu Beginn der neuen Wahlperiode freue ich mich jedenfalls auf die neuen Themen der einzelnen Fraktionen, die wir dann gemeinsam und zum Wohl der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger in den kommenden Jahren umsetzen wollen.

Aber erst einmal will der neue Stadtrat gewählt sein. Und da kommt es ja auf die Zeitzer Bürgerinnen und Bürger an?

Am Sonntag finden Stadtrats-, Ortsteilrats-, Kreistags- und Europawahlen bei uns statt. Alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, ihr Stimmrecht zu nutzen und auch ich rufe Sie, liebe Zeitzerinnen und Zeitzer, dazu auf, wählen zu gehen. In unserer Demokratie haben wir die Chance, die Vertreterinnen und Vertreter in die jeweiligen Gremien zu wählen. Diese Chance sollten Sie nutzen, denn nur so können wir am Ende die zahlreichen angesprochenen Projekte angehen und bestenfalls für unser aller Wohl umsetzen.