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U 21 U 21: Sieg der «Azzuri» führt deutsche Defizite vor Augen

Von Roland Leroi 09.06.2004, 15:13
Die Italiener Daniele de Rossi, Andrea Barzagli und Cesare Bovo erfrischen sich an einem Rasenbefeuchter, der während des Spiels wegen eines technischen Defektes anging. Die Italiener wurden durch den 3:0-Sieg Europameister . (Foto: dpa)
Die Italiener Daniele de Rossi, Andrea Barzagli und Cesare Bovo erfrischen sich an einem Rasenbefeuchter, der während des Spiels wegen eines technischen Defektes anging. Die Italiener wurden durch den 3:0-Sieg Europameister . (Foto: dpa) dpa

Bochum/dpa. - Sportlich im Minus, finanziell im Soll. AlsItaliens Nachwuchs für südländische Festtags-Stimmung sorgte, standendie Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nur in der zweitenReihe. Nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg über Serbien-Montenegro im Finalebei der Europameisterschaft der U 21-Junioren in Deutschlandverwandelten die «Azzuri» das Bochumer Ruhrstadion in einenfarbenfrohen Hexenkessel und zeigte den Gastgebern vor 20 092Zuschauern, was sie verpasst hatten. «Die Augen tränen, wenn wirsehen, was alles möglich gewesen wäre, wenn Deutschland das Finaleerreicht hätte», gestand DFB-Turnier-Direktor Bernd Barutta wehmütig.

Obwohl das deutsche Nachwuchs-Team von Trainer Ulli Stielikebereits in der Gruppenphase ausschied und die werbeträchtige Chanceverpasste, das Image im eigenen Land zu verbessern, konnte der DFBzumindest in organisatorischer und finanzieller Hinsicht einpositives Fazit ziehen. «Wir befinden uns im grünen Bereich», sagteBarutta. Das Plan-Soll von insgesamt 80 000 zahlenden Zuschauern seiim Turnierverlauf um etwa 15 Prozent übertroffen worden, der Etat von2,56 Millionen Euro wurde gedeckt.

«Hätten wir mehr Gewinn erzielt, wären die Zuschüsse der UEFAgeringer ausgefallen», meinte Barutta. Im Hinblick auf dieWeltmeisterschaft 2006 in Deutschland habe es vom Ausrichter UEFAviel Lob für die Organisation der Generalprobe gegeben. Bei deninsgesamt 16 Turnierspielen, die vom 27. Mai bis 8. Juni in Bochum,Oberhausen, Mainz und Mannheim ausgetragen wurden, sei allesreibungslos verlaufen.

Das nahezu ausverkaufte Ruhrstadion beim Finale am Dienstagabendentschädigte Gastgeber und Ausrichter für zuvor enttäuschendeZuschauer-Zahlen. Nur 3300 Besucher fanden zuvor im Schnitt den Wegzu den Partien ohne deutsche Beteilung. Inspiriert von der gutenStimmung setzte sich Italien als verdienter Sieger durch. Daniele deRossi (31. Minute), Cesare Bovo (84.) und Alberto Gilardino (86.)erzielten die Tore für den Rekord-Titelträger, der sich nach 1992,1994, 1996 und 2000 zum fünften Mal die Trophäe sicherte.

«Für den italienischen Jugendfußball ist das ein Riesenerfolg»,meinte Trainer Claudio Gentile. Der Weltmeister von 1982 wünschtsich, dass künftig mehr Talente in der Serie A zum Einsatz kommen.Bisher war nur Gilardino der große Wurf gelungen. Der Stürmer, derdiese Saison für den AC Parma 23 Tore erzielte und Platz zwei in deritalienischen Torschützenliste belegte, trumpfte auch im Finale großauf, wurde aber vom A-Nationalcoach Giovanni Trapattoni zum ÄrgerGentiles nicht für die EM in Portugal berücksichtigt. «Er hätte esverdient», sagte Gentile. Trapattoni nominierte stattdessen den 21-jährigen Antonio Cassano vom AS Rom.

Den dritten europäischen Startplatz für Olympia erreichte Portugalmit einem 3:2-Erfolg im Spiel um Platz drei gegen Schweden. Erst inder Verlängerung gelang Carlitos vor nur 500 Zuschauern in Oberhausender Siegtreffer für die Portugiesen, die in den Gruppenspielen miteinem 2:1-Sieg für das Turnier-Aus der DFB-Auswahl gesorgt hatten.