Birnbaumteich Neudorf Birnbaumteich Neudorf: Badeausflug mit tödlichem Ausgang
Neudorf/MZ. - Tödliches Ende eines Badeausfluges: Ein 43-jähriger Mann aus Leinefelde (Thüringen) ist am Donnerstagabend im Birnbaumteich bei Neudorf ertrunken. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen von einem Badeunfall aus. Hans M. hatte zusammen mit Bekannten auf dem Campingplatz kräftig gezecht. Zeugen sprachen gestern von einer Flasche Schnaps und drei Bier, die der 43-Jährige getrunken haben soll. "Der Mann hat dann während der Feier erklärt, er wolle noch Baden gehen", sagte gestern der Sprecher der Halberstädter Polizeidirektion, Peter Pogunke. Als Hans M. um Mitternacht noch immer nicht vom Baden zurückkehrt, beginnt sich die fröhliche Runde, Sorgen zu machen. "Um 2.50 Uhr ging dann beim Quedlinburger Polizeirevier die Meldung ein, dass am Birnbaumteich jemand vermisst wird", so Pogunke.
Knapp eine Stunde später finden die Beamten die Kleidungsstücke des Thüringers in der Nähe des Ufers: "Ein Fährtenhund hat dann eine Spur bis ins Wasser aufnehmen können", sagte Pogunke. Daraufhin sei die Taucherstaffel der Magdeburger Bereitschaftspolizei angefordert worden, die gegen 11 Uhr am Teich eintraf. Das Wetter lädt zum Baden in dem 14 Grad Celsius kühlen Wasser ein. Einem jungen Paar am Ufer des Birnbaumteiches ist angesichts des Vermissten jedoch nicht zum Schwimmen zumute. "Nicht solange der da noch drin ist." Erst am Mittwoch sind die Beiden angereist, der Thüringer war ihr Bungalownachbar.
Die Beamten des technischen Einsatzkommandos ziehen das Schlauchboot aus dem Lkw. Mit einem Sonargerät wollen sie den Birnbaumteich untersuchen, erklärt Einsatzleiter Karsten Hallstein. Bodenbeschaffenheit, und Tiefe des Teiches lassen sich damit feststellen. Auch Autowracks können sehr gut geortet werden, anders als Leichen, räumt Hallestein ein. Während das Schlauchboot seine Runden dreht, finden die Beamten am Ufer Fußabdrücke, die der Leinefelder hinterlassen haben könnte. Eine mögliche Sturzstelle und ein weitere Fußabdruck, der auf ein Taumeln des Mannes hindeutet, werden fotografiert. Im Sonar haben die Beamten inzwischen einen "Buckel" auf dem Teichboden ausgemacht. Mit einem "Blub", wie die Polizisten einen kleinen Gummiball mit Leine und Gewicht nennen, wird die Stelle für die Taucher markiert.
Die Suche geht weiter, doch neue Auffälligkeiten werden nicht registriert. Bis zu fünf Meter tief ist der Birnbaumteich in dem abgesuchten Areal. Zwei Männer machen sich inzwischen für den Tauchgang fertig. 25 bis 30 Einsätze hat die Tauchgruppe jährlich. Vermisste Personen suchen die Taucher aber nur zwei bis drei Mal jährlich, sagte Hallstein. Meist würden die Polizeitaucher Beweismittel von Straftaten suchen. Sören Thalmitzer, der Taucher, geht nun an einem 60 Meter langen Seil in den Teich und schwimmt zu der markierten Stelle. Doch er findet nichts. Erst beim zweiten Versuch ruckt es vier Mal kräftig an der Leine. Die Kollegen am Ufer schauen sich wissend an. Das Boot wird fertig gemacht. Doch bevor der Taucher die rote Leine um den Toten schlingt, wird dieser unter Wasser fotografiert. Dann beginnt die Bergung.