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Vierschanzentournee für Frauen Silvester-Party als Vorgeschmack: Tournee soll „Magnet“ sein

5.000 Fans, Sonne und gute Stimmung - das soll für die Skispringerinnen erst der Anfang sein. 2026 folgt wohl ein Meilenstein.

Von Thomas Eßer und Patrick Reichardt, dpa 01.01.2026, 07:27
Gute Laune bei den deutschen Skispringerinnen.
Gute Laune bei den deutschen Skispringerinnen. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Garmisch-Partenkirchen - Der kleine Party-Vorgeschmack von Garmisch-Partenkirchen macht bei den Skispringerinnen Lust auf mehr. „Vielleicht lockt es ein paar Leute mehr, wenn es Vierschanzentournee heißt und nicht mehr Two-Nights-Tour“, sagte Katharina Schmid, die sich über die prächtige Kulisse und die Atmosphäre an Silvester freute. „Ich hoffe, es wird in den nächsten Jahren mehr und mehr und mehr.“

2026 soll es endlich so weit sein mit der ersten Vierschanzentournee für Frauen. „Es soll jetzt wohl während der Tournee noch verkündet werden, dass es offiziell wird noch für nächstes Jahr“, sagte Horst Hüttel, Sportdirektor beim Deutschen Skiverband, am letzten Tag des Jahres 2025. Das Flutlicht in Innsbruck soll bald gebaut werden. Damit wären auch bei der dritten Tournee-Station am Bergisel in Tirol längere Sprung-Tage möglich.

5.000 Fans erfreuen die Springerinnen

Der Weltcup im Rahmen der Two-Nights-Tour in Garmisch-Partenkirchen war für die zweitplatzierte Selina Freitag, Agnes Reisch und ihre Sprung-Kolleginnen eine gelungene Generalprobe für das, was am 31. Dezember 2026 den Jahresabschluss bilden soll.

5.000 Zuschauer bejubelten die Springerinnen am frühen Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein. Kurz danach waren dann die Männer mit ihrer Qualifikation fürs Neujahrsspringen dran - bei ihnen waren es offiziell 7.000 Anhänger, das weite Rund in dem Olympia-Ort sah aber kaum voller aus.

Genauer Zeitplan der Wettkampftage offen

Wettkampf der Frauen am Qualitag der Männer - so soll es auch in Zukunft sein. „Dann hat man immer zwei Tage tollen Sport, das ganze viermal in der fußballfreien Zeit. Da sind wir eh privilegiert im Skisprung“, frohlockte Hüttel.

Ob die Reihenfolge am jeweiligen Wettkampftag so bleibt, ist laut dem 57-Jährigen allerdings offen. Zumindest die Frauen würden wohl vom aktuellen Modell profitieren. Als es 2024 andersherum war, verließen tausende Zuschauer das Stadion, nachdem sie die Quali der Männer verfolgt hatten.

Reisch wünscht sich mehr Werbung

Trotz des deutlich größeren Zuspruchs und klar besserer Stimmung sehen die Springerinnen aber auch noch Luft nach oben. „Es waren mehr Zuschauer, aber es könnten noch mehr sein. Weil ich bin mir sicher, dass es bei den Herren mehr sein würden“, sagte die meinungsstarke Reisch, die auch einen Vorschlag hat.

„Vielleicht müsste man ein bisschen mehr Werbung machen. Viele wissen das gar nicht, dass wir auch springen, weil es nicht so viel in der Zeitung ist“, sagte die 26-Jährige. „Das liegt auch ein bisschen an den Medien, dass wir noch nicht die Aufmerksamkeit haben.“ Sie ist - ähnlich wie Schmid - davon überzeugt: „Das Label Vierschanzentournee mit dem Adler ist ein riesiger Magnet und kann Werbung für uns machen.“

Schmid, die ihre Karriere nach dieser Saison beendet, wird die Entwicklung genau verfolgen. „Ich stelle mich dann auch da mit rein“, sagte sie mit einem Lächeln und Blick auf die Zuschauer an der Großen Olympiaschanze.