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Sportpolitik Russen bei Paralympics: Ukraine boykottiert Eröffnungsfeier

Russlands Teilnahme an den Paralympics empört die Ukraine, die deswegen der Eröffnung fernbleiben will. Auch andere Länder sollen folgen.

Von dpa 18.02.2026, 14:59
Russland darf sechs Teilnehmer unter eigener Flagge zu den Paralympics in Italien schicken. (Archivbild)
Russland darf sechs Teilnehmer unter eigener Flagge zu den Paralympics in Italien schicken. (Archivbild) Sergei Chirikov/EPA/dpa

Kiew - Das ukrainische Team wird wegen der Zulassung russischer Sportler unter eigener Flagge bei den Paralympics in Italien nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Sportminister Matwij Bidnyj rief auch andere Länder dazu auf, sich dem Boykott offizieller Zeremonien anzuschließen. Es sei eine „unerhörte Entscheidung“ der Organisatoren, Athletinnen und Athleten aus Russland wieder mit nationalen Symbolen an den Winterspielen der Behindertensportler teilnehmen zu lassen, schrieb Bidnyj auf der Plattform X.

Die Ukraine wehrt sich seit vier Jahren gegen eine russische Invasion. Vor diesem Hintergrund dürfen bei den Olympischen Winterspielen erneut nur Einzelsportler aus Russland unter neutraler Flagge dabei sein. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte dagegen im vergangenen September überraschend entschieden, die Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und seines Verbündeten Belarus aufzuheben.

Kurz vor dem Beginn der Paralympics am 6. März bestätigte das IPC nun, dass sechs Startplätze an russische Athleten vergeben worden seien. Belarus darf vier Teilnehmer entsenden. Die endgültige Entscheidung für eine Zulassung zu den Wettbewerben liege bei den italienischen Organisatoren und Behörden, teilte das IPC mit.

Außenminister wünscht sich Boykott von weiteren Ländern

„Es ist moralisch und politisch falsch, die Flaggen von Aggressorstaaten bei den Paralympischen Spielen zuzulassen, während Russlands Krieg gegen die Ukraine weiter tobt“, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bei X. Er betonte: „Sport muss für Fairness, Würde und Respekt stehen. Er darf nicht zur Bühne für Regime werden, die genau diese Werte mit Füßen treten.“ Daher habe er die ukrainischen Botschafter angewiesen, auch andere Länder von einem Fernbleiben von der Eröffnungsfeier zu überzeugen.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) will trotz des Boykottaufrufs an der Eröffnungsfeier teilzunehmen. „Stand jetzt kann ich sagen, dass wir auf uns schauen und uns auf den Sport fokussieren“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Der DBS hatte die Russland-Entscheidung des IPC wiederholt scharf kritisiert.

Die russische Delegation wird nach Angaben aus Moskau an der Auftakt-Veranstaltung der Paralympics in Verona teilnehmen. Es sei aber entschieden worden, dass nicht alle sechs zugelassenen Athleten bei der Nationenparade dabei sein würden. Die konkreten Teilnehmer der Zeremonie würden noch bestimmt, sagte der Chef des russischen Paralympischen Komitees, Pawel Roschkow, laut russischen Nachrichtenagenturen. Auf jeden Fall würden die Teilnehmer unter eigener Flagge und in russischen Teamfarben einlaufen.