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Profiboxen Hucks Comeback mit 41: Zwischen WM-Traum und Absturz-Gefahr

Marco Huck hat noch immer einen großen Namen in der Boxszene. Den nutzt er nun für sein Comeback - er setzt ihn aber auch aufs Spiel. Was für und was gegen die Ziele des Ex-Champions spricht.

Von Jörg Soldwisch, dpa 13.02.2026, 09:45
Will im Ring nochmal angreifen: Marco Huck. (Archivbild)
Will im Ring nochmal angreifen: Marco Huck. (Archivbild) picture alliance / Sebastian Kahnert/dpa

Halle/Westfalen - Comeback mit 41? Über diese Idee aus seinem Umfeld musste Marco Huck erst ein paar Wochen grübeln. „Ich möchte ja nicht meinen Namen verbrennen, das geht ganz schnell“, sagte der Ex-Weltmeister im Profiboxen: „Den Legendenstatus habe ich wirklich zementiert - und man kann das quasi mit einem Kampf kaputt machen.“ 

Trotzdem steigt er an diesem Samstagabend (DAZN) in Halle/Westfalen gegen den Tschechen Vaclav Pejsar wieder in den Ring. Im Schwergewicht, in der Stätte seines ersten großen Erfolgs, mit höchsten Ambitionen. Noch in diesem Jahr wolle er wieder Weltmeister sein, tönte der 41-Jährige in einem Interview des Veranstalters, bei dem er in die Kamera schauend seine Konkurrenten warnte: „Da sind noch einige Rechnungen offen. Also, die Leute da in der Weltspitze: Zieht euch warm an, da kommt was auf euch zu!“

Zumindest das Ballyhoo des Profiboxens hat Käpt'n Huck nicht verlernt. Aber hat er es auch sportlich noch drauf? Seinen letzten großen Kampf lieferte der frühere Cruisergewicht-Champion vor achteinhalb Jahren, als er im Titelkampf dem heutigen Box-Superstar Oleksandr Usyk aus der Ukraine durch technischen K.o. unterlag. 

Von der Kneipe in den Ring? Huck: Das geht nicht mehr

Danach gab es nur noch kleinere Kämpfe, im Sommer 2020 verschwand er zwischenzeitlich von der Bildfläche. Vor anderthalb Jahren dann das erste Comeback - mit mäßigem Erfolg: Beim Punktsieg über den Griechen Evgenios Lazaridis offenbarte der einstige Champion viele Schwächen. Er habe sich im Training zuvor die rechte Mittelhand gebrochen, erklärte Huck noch im Ring. 

Seitdem ist er nochmal zwei Jahre älter geworden, auch sein langjähriger Coach Uli Wegner glaubt nicht, „dass er noch mal so hart wie früher trainieren kann“. Huck aber betont, dass er im Training richtig rangeklotzt habe - anders als früher. „Zu meiner besten Zeit war das Training immer ein Manko bei mir, manchmal bin ich wirklich aus der Kneipe in den Ring gegangen.“

Huck hofft auf Kampf gegen Kabayel

In der Altersfrage verweist Huck auf Ex-Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko, der mit 49 Jahren öffentlich mit einem Comeback liebäugelt. „Deswegen, das sind nur Zahlen. Das hängt wirklich davon ab, wie man gelebt hat und wie sich der Körper auch fühlt“, sagte Huck: „Mein Körper fühlt sich sehr gut an, und deswegen will ich es noch einmal wissen.“

Er kehre nicht für eine einmalige Aktion zurück, betonte Huck. „Jeder, der mich kennt, weiß, wenn ich etwas mache, will ich der Beste sein.“ In der Weltspitze des Schwergewichts gebe es den schier unbesiegbaren Usyk und dann lange nichts. 

Dabei trägt der deutsche Boxer Agit Kabayel aktuell den WM-Interimsgürtel des Verbandes WBC und darf auf einen baldigen WM-Kampf hoffen. Den acht Jahre jüngeren Bochumer würde er lieber heute als morgen vor die Fäuste bekommen, sagte Huck: „Ich liebe jede Herausforderung. Jeder starke Name, der da oben ist - ich würde den sofort boxen.“ 

Darum ist Halle für Huck ein gutes Pflaster

Zuerst muss er aber in maximal zehn Runden den Aufbaugegner Pejsar besiegen. Die Veranstalter rechnen mit rund 5.000 Zuschauern. Für Huck ist es der 51. Profikampf und eine Rückkehr an den Ort einer seiner größten Erfolge: In Halle/Westfalen war er 2009 im Cruisergewicht zum Weltmeister aufgestiegen. Den Titel konnte er danach 13 Mal erfolgreich verteidigen. 

Nicht immer agierte er dabei technisch sauber, auch für die ein oder andere unfaire Aktion war er bekannt. Aber gekämpft hat er immer wie ein Löwe. Das will er auch bei seinem Comeback tun - sein guter Ruf steht auf dem Spiel.