Handball-EM Formschwacher Knorr: „Mich nervt das extrem“
Juri Knorr soll das Spiel der deutschen Handballer bei der EM in erfolgreiche Bahnen lenken. In der Hauptrunde ist das dem Regisseur bisher nicht gelungen.

Silkeborg - Bei einem Spaziergang mit seinem Hund Elfie versuchte Juri Knorr, die aufkommenden Selbstzweifel vor dem EM-Duell mit Weltmeister und Olympiasieger Dänemark zu zerstreuen. „Ich bin enttäuscht über meine Leistung“, sagte der Spielmacher nach seinen zwei glanzlosen Hauptrundenauftritten gegen Portugal und Norwegen. „Mich nervt das extrem.“
Dass der DHB-Auswahl in beiden Spielen die Konstanz im Angriffsspiel fehlte, lag zwar nicht nur an Knorr, hatte aber auch mit der Formschwäche des 25-Jährigen zu tun. „Ich denke, es liegt auf der Hand, dass wir damit nicht zufrieden sind, und ich persönlich auch nicht. Gerade die letzten beiden Spiele. Es wurmt mich einfach, ich habe keine Erklärung dafür“, sagte der Rückraumspieler.
Die Erwartungen vor dem Turnier waren groß - sowohl in der Öffentlichkeit als auch bei Knorr selbst. Der Sommer-Wechsel von den Rhein-Neckar Löwen nach Aalborg habe ihn spielerisch weiter reifen lassen, hieß es im Vorfeld unter anderem auch von Bundestrainer Alfred Gislason. Den Beweis dafür konnte Knorr bei der EM bisher aber kaum liefern.
Auch Knorrs Nebenleuten fehlt die Konstanz
Auch deshalb sei er „froh, in einer Mannschaft zu spielen, in der immer wieder jemand den Karren aus dem Dreck zieht. Manchmal läufts einfach nicht“, befand Knorr nach dem 30:28-Sieg gegen Norwegen. „So ist der Sport manchmal. Man darf sich gar nicht so lange damit aufhalten.“
Mit dem Problem der fehlenden Konstanz steht Knorr nicht allein da. Auch seine Nebenleute Julian Köster, Miro Schluroff, Renars Uscins und Marko Grgic schwanken in ihren Leistungen. „Wir sitzen zusammen und reden darüber, welche Dinge wir spielen können und welche Schwachpunkte wir sehen. Aber am Ende steht man auf der Platte und muss das umsetzen. Und manchmal geht das einfacher von der Hand und manchmal schwerer“, sagte Knorr.
Gegen Topfavorit Dänemark ist eine geschlossene Teamleistung über 60 Minuten gefragt. „Wenn wir eine Chance haben wollen, dürfen wir im Angriff nicht so mutlos agieren“, forderte Bundestrainer Alfred Gislason mit Blick auf die Partie am Montagabend (20.30 Uhr/ARD/Dyn). Versprechen kann Knorr das nicht, aber: „Ich hoffe, dass wir das besser hinkriegen, dass ich das besser hinbekomme.“