Olympische Winterspiele Ex-IOC-Boss Bach: Menschen sehnen sich nach Zusammenhalt
Thomas Bach schaut im Deutschen Haus in Cortina d'Ampezzo vorbei. Er berichtet von einem besonderen Moment am Eiskanal - und erhofft sich eine Signalwirkung.

Cortina d'Ampezzo - Der frühere IOC-Chef Thomas Bach erhofft sich von den Olympischen Winterspielen auch wichtige Signale mit Blick auf die vielen weltweiten politischen Unruhen und Konflikte. „Wir alle sehnen uns nach etwas, das uns zusammenbringt. Wir haben einen Augenblick in der Zeitgeschichte, der voll ist von Aggression, von Hass, von Krieg“, sagte der 72-Jährige bei einem Besuch des Deutschen Hauses in Cortina d'Ampezzo am Sonntagabend.
Die Menschen würden es gern sehen, „wie Athleten um den Sieg kämpfen, sich dann aber umarmen und zusammenstehen“, meinte Bach, mittlerweile Ehrenpräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). „Das ist etwas, das jeden erfreut - und in solchen Zeiten noch mehr.“
Besonderer Moment am Eiskanal
Bach hatte am Sonntag erst die Abfahrt der Frauen besucht, bei der Skirennfahrerin Emma Aicher Silber und damit die erste deutsche Medaille bei den Spielen in Norditalien holte. Am Abend fieberte er dann am Eiskanal mit, in dem Rodel-Ass Max Langenhan zu Gold raste. Dass der diesmal geschlagene und letztlich sechstplatzierte Felix Loch dem Olympiasieger im Ziel als Erster gratulierte, sei für ihn „besonders emotional“ gewesen, so Bach. „Das ist Olympia.“
Auch von der malerischen Kulisse der Dolomiten schwärmte der Ex-IOC-Boss nach einem Besuch im Olympischen Dorf. „Das ist atemberaubend. Das überträgt sich auch auf die Athleten“, sagte er. „Das sind Winterspiele pur.“