Kanuslalom-Spezialist aus Zeitz

Timo Trummer kämpt in Ivrea um ein Olympia-Ticket

Von Olaf Wolf
Slalomkanute Timo Trummer in Aktion.
Slalomkanute Timo Trummer in Aktion. (Foto: imago/opokupix)

Ivrea/Zeitz - Nie war für Timo Trummer die Chance auf ein Ticket für eine Olympiateilnahme größer, als am kommenden Wochenende, wenn es im italienischen Ivrea um den Titel des Europameisters geht. Der 25-jährige Kanuslalomspezialist vom KV Zeitz steht dort vor seiner wohl größten Herausforderung. In der Theorie klingt die Aufgabe einfach. Zunächst muss er am heutigen Freitag in der Qualifikation den Sprung in das Halbfinale schaffen.

Sollte er diese Hürde gemeistert haben, gilt es am Sonntag zunächst im Halbfinale zu bestehen. Landet er unter den Top Ten des Wettbewerbs im Einerkanadier, ist die Tür in Richtung Tokio ganz weit offen. Die Aufgabe lautet dann: die versammelte Konkurrenz möglichst hinter sich lassen.

Doch die wird sich sicherlich nicht kampflos den Olympiastartplatz abgeben. Neben der europäischen Konkurrenz muss sich Timo Trummer auch der Attacken aus dem eigenen Team erwehren. Mit Ex-Weltmeister Franz Anton (Leipzig) und Sideris Tasiadis (Augsburg) kämpfen zwei deutsche Top-Fahrer um die Olympiaqualifikation.

Timo Trummer mag die Kanuslalom-Strecke in Ivrea

Das besondere dabei ist, dass Deutschland maximal einen Startplatz holen kann, da man im Vorjahr bei der Olympiaqualifikation patzte. Zudem darf kein Konkurrent aus Russland oder Italien vor dem Deutschen stehen, da auch diese Verbände noch Anspruch auf den Quotenstartplatz erheben.

„Ich freue mich sehr, endlich wieder internationale Wettkampfluft zu schnuppern. Vor allem auch, weil es mein erster richtiger Einsatz bei einem Leistungsklasse-Event ist“, sagt der 25-Jährige vor der Abreise nach Ivrea. „Die Strecke finde ich sehr gut, und ich fühle mich auch trotz der knappen Vorbereitung gut darauf vorbereitet. Ich gehe ganz gelassen an den Wettkampf und möchte nur meine bestmögliche Leistung zeigen. Das Ergebnis sehen wir dann hoffentlich am Sonntag.“

Das es eine realistische Chance für den Zeitzer gibt, zeigt das Ergebnis der Ausscheidungsrennen von Markkleeberg. Trummer hatte dort im ersten Halbfinalrennen die gesamte deutsche Elite hinter sich gelassen, dann aber im Finale gepatzt. „Ich bin mental gut drauf“, meint der Zeitzer mit Blick auf die EM. Er weiß natürlich, dass er sich Ausrutscher dann nicht mehr leiten kann. (mz)