Boxkampf in Ontario

Ruhm und großes Geld winken: Schafft Dominic Bösel gegen Ramirez die Sensation?

Aktualisiert: 13.05.2022, 10:10 • 13.05.2022, 09:59
Dominic Bösel steht vor einem wegweisenden Kampf für seine Karriere als Profi-Boxer.
Dominic Bösel steht vor einem wegweisenden Kampf für seine Karriere als Profi-Boxer. (Foto: Imago/Eibner)

Ontario/dpa/MZ/fab - Der Plan steht: Von Los Angeles soll es hoch gehen bis nach San Francisco. Eine Woche Kalifornien-Urlaub mit Freundin Luisa und den Eltern hat sich Dominic Bösel für die Zeit nach dem Kampf seines Lebens vorgenommen. Offen ist, ob er die US-Westküste als Held oder Geschlagener bereisen wird.

Geht es nach Experten, ist die Sache klar: Bösel wird verlieren. Der Halbschwergewichtler aus Freyburg an der Unstrut ist gegen den ungeschlagenen Mexikaner Gilberto Ramirez krasser Außenseiter. Der 32-Jährige glaubt aber an seine Chance: „Ich will alles reinschmeißen und einen richtigen Kampf liefern“, betont Bösel.

Dominic Bösel ist in den USA ein Unbekannter

Der Trip ins kalifornische Ontario ist eine einmalige Chance. In Mitteldeutschland ist Bösel (34 Kämpfe, 32 Siege) zwar Publikumsliebling, in den USA, dort wo Legenden gemacht werden und das große Geld verdient wird, aber ein Unbekannter.

Vom Papier her geht es in der Nacht zum Sonntag (ab 2 Uhr/DAZN) darum, wer WBA-Weltmeister Dmitri Biwol herausfordern darf. Doch im Vordergrund steht für Bösel, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einen Fuß in die Tür zu kriegen.

Dafür muss ihm aber eine Sensation gelingen. Einem Gegner von Ramirez’ Kaliber stand Bösel noch nie gegenüber. 43 Kämpfe hat der 30-Jährige bestritten und alle gewonnen. Dabei schlug er seinen Gegner 29-mal k.o. - eine beängstigende Quote. Unvergessen sein Kampf gegen Arthur Abraham im April 2016, damals im Supermittelgewicht. Abraham fiel zwar nicht um, wurde von Ramirez aber zwölf Runden lang verdroschen.

Dominic Bösel im Sparring ausgeknockt

Betreut wurde Abraham damals von Georg Bramowski. Der ist nun Bösels Trainer und will die Revanche - das bekam Bösel im Sparring zu spüren. Dort setzte Bramowski seinem Schützling einen deutlich schwereren Cruisergewichtler vor die Nase, der Bösel prompt ausknockte. „Er braucht Härte. Nur so kann er bestehen“, erklärt der 61-Jährige.

Bösel, der in den beiden vorangegangen Kämpfen gegen Robin Krasniqi nur wenig überzeugen konnte, will anders kämpfen als Abraham, er „will kein Opfer sein“. Das muss er auch: Ramirez hat in seiner Wahlheimat Ontario ein Heimspiel. Bösel muss seinen Gegner daher klar dominieren oder sogar ausknocken.