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Schneechaos-Kick von RB Leipzig

Schneechaos-Kick von RB Leipzig: Ralf Rangnick: „Jetzt erst recht!”

Leipzig - Ralf Rangnick konnte am Dienstagmittag noch immer noch nicht so richtig fassen, was sich Vorabend in Freiburg zugetragen hatte. Der RBL-Chefcoach stand bei strahlendem Sonnenschein und besten Bedingungen auf einem Platz des Trainingsgeländes am Leipziger Cottaweg und räsonierte über das plötzliche Schneetreiben beim Spitzenspiel der 2. Liga in Freiburg, aus dem sein Team mit einer 1:2 (0:1)-Niederlage wieder aufgetaucht war. Rangnick bezeichnete die Partie „als Spiel an der Grenze zu irregulären Bedingungen” und sprach von „Bedingungen, wie man sie sich normalerweise zu Heilig Abend wünscht”. Der 57-Jährige konnte sich nicht erinnern, als Trainer schon einmal unter solchen Witterungsumständen auf dem Platz gestanden zu ...

Von Ullrich Kroemer 08.03.2016, 14:25
Pascal Stenzel (l) von Freiburg und Diego Demme (r) von Leipzig kämpfen um den Ball.
Pascal Stenzel (l) von Freiburg und Diego Demme (r) von Leipzig kämpfen um den Ball. dpa

Ralf Rangnick konnte am Dienstagmittag noch immer noch nicht so richtig fassen, was sich Vorabend in Freiburg zugetragen hatte. Der RBL-Chefcoach stand bei strahlendem Sonnenschein und besten Bedingungen auf einem Platz des Trainingsgeländes am Leipziger Cottaweg und räsonierte über das plötzliche Schneetreiben beim Spitzenspiel der 2. Liga in Freiburg, aus dem sein Team mit einer 1:2 (0:1)-Niederlage wieder aufgetaucht war. Rangnick bezeichnete die Partie „als Spiel an der Grenze zu irregulären Bedingungen” und sprach von „Bedingungen, wie man sie sich normalerweise zu Heilig Abend wünscht”. Der 57-Jährige konnte sich nicht erinnern, als Trainer schon einmal unter solchen Witterungsumständen auf dem Platz gestanden zu haben.

Die Freiburger waren vom Wintereinbruch offenbar genauso überrascht worden wie die Gäste aus Leipzig. Die Rasenheizung kam gegen die dicken Schneeflocken nicht an, die Linien waren nur notdürftig freigeschaufelt und orange markiert. Schieds- und Linienrichter bestätigten, dass sie kaum etwas erkennen konnten. Selbst die Spieler waren wegen der schlechten Sicht nicht in der Lage, etwa lange Bälle vernünftig einschätzen. Zu beobachten beim ersten Treffer der Freiburger, als Marvin Compper sich bei einem langen Abschlag unglücklich verschätzte, was dann zum 1:0 führte. „Das war kein Spiel, das man mit normalen Maßstäben messen kann”, sagte Rangnick. „Das ist sehr, sehr schade, wenn man weiß, wie hoch die Bedeutung der Partie war und wie viele Menschen sich darauf gefreut hatten.”

Spielabbruch oder Verlegung war kein Thema

Ein Abbruch oder eine Verlegung der Spitzenbegegnung sei jedoch nicht infrage gekommen. „Es ist klar, dass das nicht passiert, da hängt zu viel dran”, sagte Rangnick. „Zu allererst die beiden Fernsehsender, die live übertragen haben, die Zuschauer, und dann stellt sich die Frage, wann man das Spiel hätte nachholen sollen?”

Während die Stammspieler in der RBL-Akademie ausradelten und die Ersatzkicker schnelle Balleroberungen und Toraktionen übten, ärgerte sich Rangnick über den unvorhergesehen Störfaktor Schnee. „Es gibt genug Dinge, die wir planen und vorbereiten”, sagte der Schwabe. Doch das Wetter kann auch RB Leipzig (noch) nicht beeinflussen. „Es ist im Nachhinein ärgerlich, dass die gesamte Trainingswoche vor dem Freiburg-Spiel Makulatur war”, sagte Rangnick. „Alles, was wir einstudiert haben, war am Montagabend nutzlos, weil ganz andere Dinge gefragt waren.” Daher wolle Rangnick das Spiel seinem Team auch nicht wie gewohnt noch einmal zeigen, „weil es keinen Lerneffekt hätte”.

Trotziges Motto gegen 1860 München

Auf die Bedeutung des verlorenen Spitzenspiels für den Aufstiegskampf in den nächsten Wochen wollte Rangnick nicht näher eingehen: „Wir haben die gesamte Saison nicht geguckt, was in drei, vier oder sechs Wochen ist, sondern ausschließlich auf den nächsten Gegner geachtet. Und genau das werden wir ab heute auch wieder machen.” Vor dem Spiel gegen 1860 München gab er daher das trotzige Motto aus: „Jetzt erst recht!”

 Zwar haben die Münchner die vergangenen drei Spiele allesamt für sich entschieden. „Doch wir haben schon das Selbstbewusstsein und das Zutrauen, dieses Spiel zu gewinnen”, sagte der RBL-Mastermind. Drei Punkte gegen die „Löwen” (Sonntag, 13.30 Uhr) würden in der Tat guttun, um mit einem Polster in das darauffolgende Topspiel gegen den 1. FC Nürnberg gehen zu können. Für Sonntag sind übrigens neun Grad angekündigt – Schneefall ausgeschlossen. (mz)