Regeländerung im Fußball

Regeländerung im Fußball: Hasenhüttl: 5-Minuten-Strafe hilft mehr als Gelbe Karte

Leipzig - RB Leipzigs Trainer über die von FIFA-Direktor Marco van Basten vorgeschlagenen Regel-Neuerungen.

Von Ullrich Kroemer
Trainer Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) - Testspiel Saison 2016-2017 RasenBallsport Leipzig gegen Glasgow Rangers in der Red Bull Arena in Leipzig.
Trainer Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) - Testspiel Saison 2016-2017 RasenBallsport Leipzig gegen Glasgow Rangers in der Red Bull Arena in Leipzig. imago sportfotodienst

Was seine Strukturen angeht, ist Fußball-Weltverband FIFA nicht eben für Innovationen bekannt. Hinsichtlich Regeländerungen jedoch macht die Organisation in schöner Regelmäßigkeit durch teils absurde Vorschläge auf sich aufmerksam. So plädierte Ex-FIFA-Boss einst für größere Tore, Werbepausen in den Spielhälften und Hot-Pants-Pflicht für Fußballerinnen.

Neueste Vorschläge des neuen Innovationsdirektors Marco van Basten: Shoot-outs wie im Eishockey bei WM-Gruppenspielen, die Einführung von Zeitstrafen und die Abschaffung der Abseitsregel. Das stellte der Europameister von 1988 via Sport-Bild zur Diskussion. Und zumindest eine dieser Anregungen findet auch RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl nocht verkehrt: die Einführung von Zeitstrafen statt Gelber Karten.

Hasenhüttl: Fünf-Minuten-Zeitstrafe nach taktischem Foul

Bei der Pressekonferenz am Donnerstag sagte der Österreicher: „Die Änderung, der ich am meisten Positives abgewinnen könnte, ist die Zeitstrafe für Vergehen, die auf dem Platz passieren.” Und: „Wenn wir beim Konter durch ein taktisches Foul gestört werden, dann ist vielleicht auch mal eine Fünf-Minuten-Zeitstrafe nötig. Das würde uns wesentlich mehr helfen, als eine Gelbe Karte, die dem Gegner dann erst an den nächsten Spieltagen schadet.”

Die übrigen vorgeschlagenen Regel-Neuerungen hält der 49-Jährige für wenig sinnvoll. „Abseits abzuschaffen, halte ich für einen Fehler”, sagte er. „Die Taktik richte sich sehr stark an der Abseitsregel aus. „Das würde eine gravierende Änderung mit sich bringen.”

Hasenhüttl: „Kein Freund drastischer Maßnahmen”

Und auch das ins Gespräch gebrachte Shoot-out, um Unentschieden abzuschaffen, stößt bei Hasenhüttl auf Kritik. „In Amerika kann man sich nicht vorstellen, dass man sich über 90 Minuten alles abverlangt und dann mit einem Unentschieden nach Hause geht”, argumentierte der RBL-Chefcoach. „Ich kann aber auch einem Unentschieden Positives abgewinnen, deswegen bin ich kein Freund solcher drastischer Maßnahmen.” Ein Remis sei ein Teilerfolg, „der manchmal für eine Mannschaft enorm wichtig sein kann. Wenn es nur um Sieg oder Niederlage geht, wird mir zu sehr schwarz-weiß gemalt.” (mz)