Werbebanden statt Banner

Red-Bull-Arena: Transparent-Verbot für RB-Leipzig-Fans in Teilen der Arena

Leipzig - Transparent-Verbot für RB-Fans in Teilen der Leipziger RedBull-Arena

Von Ullrich Kroemer

Das Banner der A-Block-Bullen ist bei Heimspielen von RB Leipzig nicht zu übersehen. Auf einer 15 Meter langen Plane steht geschrieben: „A-Block-Bullen – die gerade Kurve. Für die beste Mannschaft der Stadt.“

Seit drei Jahren hat der etwa 80 Mitglieder zählende offizielle RB-Fanclub seinen Platz im Stadionsektor A. Künftig darf das Banner, ebenso wie die der weiteren Fanclubs in Sektor A, nicht mehr dort hängen.

Der RB-Fanbeauftragte Enrico Hommel hatte den betroffenen Fanclubs und -gruppierungen telefonisch mitgeteilt, dass die Banner die freie (Kamera-)Sicht auf die Werbebanden nicht länger verdecken dürfen. Auch ein Teil der Transparente in Sektor D – offiziell zweiter Fanblock im Stadion – müssen für ein sauberes TV-Bild weiter in Richtung Gästeblock gehängt werden.

Die neue Regelung gilt bereits für das nächste Heimspiel gegen Werder Bremen am 23. Oktober und sorgte unter einigen RB-Anhängern vor allem in den sozialen Netzwerken für Unmut.

RBL setzt auf externe Werbepartner

„Wir haben mit unserer neuen Sales-Ausrichtung zu dieser Saison neue Flächen im Stadion vermarktet“, erklärt ein RB-Sprecher auf MZ-Anfrage. „Den Partnern gegenüber muss Sichtbarkeit vertraglich gewährleistet sein.“

Hintergrund: RB Leipzig muss wegen der Financial-Fair-Play-Regelung der Uefa künftig weniger abhängig von Investor und Geldgeber Red Bull werden und setzt verstärkt auf externe Werbepartner.

Als Kompromiss bietet der Klub den Fans an, die Banner künftig in Sektor C auf der gegenüberliegenden Seite aufzuhängen. „Wir haben den wenigen Betroffenen Alternativen aufgezeigt“, heißt es dazu vom Verein.

„Die Banner bleiben im Stadion. Im Rahmen der hervorragenden und gelebten Fankultur ist dies auch völlig selbstverständlich.“

Bannerumzug ist keine Alternative

Für Sven Jahn, Fanclub-Chef der A-Block-Bullen, ist das keine Alternative. „Das ist sehr weit entfernt von unseren Plätzen und alleine aufgrund unseres Namens wenig sinnvoll, das Banner der A-Block-Bullen in Block C aufzuhängen“, sagt er.

Der 44-Jährige wird diesbezüglich ein Gespräch mit dem Verein suchen. Hoffnung auf eine andere Lösung hat er kaum, „aber man muss es versuchen“, sagt er. Umziehen will er mit seinem Fanclub auf keinen Fall: „Die A-Block-Bullen bleiben im A-Block.“

Unverständlich ist, weshalb RBL nicht - wie bereits bei anderen Projekten - die Fans mit ins Boot geholt und die Maßnahme bei einer Versammlung erklärt und diskutiert hat. Zwar betrifft der Bannerumzug nur zehn bis zwölf Fangruppierungen, „doch dahinter stehen zahlreiche Fans“, sagt Jahn.

Angesichts der Anfeindungen und Proteste von vielen aktiven Fanszenen hierzulande kann RB Leipzig nicht auch noch Kritik aus den eigenen Reihen gebrauchen.

(mz)