Vertrags-Verlängerung steht bevor

RB Leipzig vor Vertragsverlängerung mit Ralf Rangnick: Warum RBL ihn als Manager braucht

Leipzig - Samstag würde passen. RB Leipzig hat Heimspiel, Werder Bremen schaut vorbei. Und Heimspiele gelten im Fußball als die perfekte Kulisse für das Vermelden von Vertragsverlängerungen: volles Haus, Jubel, Applaus. Es könnte also durchaus sein, dass auch Ralf Rangnicks Unterschrift ihren großen Rahmen ...

Von Martin Henkel 24.11.2017, 08:00
Ralf Rangnick wird wohl auch in Zukunft die Geschicke bei RB Leipzig lenken.
Ralf Rangnick wird wohl auch in Zukunft die Geschicke bei RB Leipzig lenken. dpa-Zentralbild

Samstag würde passen. RB Leipzig hat Heimspiel, Werder Bremen schaut vorbei. Und Heimspiele gelten im Fußball als die perfekte Kulisse für das Vermelden von Vertragsverlängerungen: volles Haus, Jubel, Applaus. Es könnte also durchaus sein, dass auch Ralf Rangnicks Unterschrift ihren großen Rahmen bekommt.

Stand jetzt soll das aktuelle Papier mit dem Sportdirektor über 2019 hinaus verlängert werden. Bis wann, darüber herrscht zwar noch Ungewissheit. Aber dass der Manager bleiben soll, ist keine Frage mehr. Vereinschef Oliver Mintzlaff hatte am Dienstag erklärt: „Wir gehen davon aus, dass wir noch in dieser Woche den Vertrag verlängern.“

Ralf Rangnick ist bei RB Leipzig der wichtigste Mann im Verein

Für RB bedeutet das, den vielleicht wichtigsten Mann im Verein langfristig zu binden. Nach seiner Auszeit als Fußballtrainer, zuletzt bei Schalke 04, hatte Ralf Rangnick 2012 den Posten des Gesamtsportdirektors für die Fußballfilialen des Red-Bull-Unternehmens in Salzburg und Leipzig übernommen. Er verpasste beiden Klubs eine Spielidee und eine verpflichtende Vereinsphilosophie. Beide Vereine setzen auf Talente, um „aus diesen Juwelen selbst Stars zu machen. Wir wollen genauso weitermachen“, so Mintzlaff.

Unbedingt sogar. Denn Rangnick ist der Architekt jener RB-Konstruktion, mit der er als Einjahres-Trainer-Zwischenlösung 2016 selbst aufgestiegen ist. Er hat den Bau der Akademie vorangetrieben, er hat alle neuralgischen Positionen vom Trainer über die Physiotherapeuten bis hin zum Nachwuchskoordinator, der Übersetzerin oder dem Koch mit Leuten besetzt, die er entweder kennt oder denen er zutraut, seine Vorstellungen weiterzuentwickeln.

Was Oliver Mintzlaff über Ralf Rangnick sagt

RB in seiner jetzigen Verfassung, das ist also die Ausformulierung aller Überlegungen, die Rangnick jemals zum Fußball angestellt hat. Ein hochmoderner, strebsamer, zuweilen etwas ernster und immer hungriger junger Klub, der intern alle ansteckt mit der Suche nach Optimum und Erfolg.

Mintzlaff, formal Rangnicks Vorgesetzter, macht deshalb keinen Hehl daraus, wie sensibel Rangnicks Verlängerung ist. „Er ist der sportliche Motor des Vereins und daher auch elementar für unsere zukünftige Entwicklung.“ Gerade vor dem Hintergrund, dass dessen Fähigkeiten europaweit geschätzt werden.

Der belgische Fußballverband wollte ihn vorigen Sommer als Nationaltrainer, Rangnick war nicht abgeneigt. Ein Engagement scheiterte an der Bedingung, nebenbei weiter für RB zu arbeiten. Und angeblich ist gerade der FC Everton interessiert. Aber das alles dürfte sich am Samstag – für den Moment – erledigt haben.

(mz)