2:0 gegen FC Augsburg

RB Leipzig: Souveräner Auftritt beim 2:0-Heimsieg gegen Augsburg

Leipzig - Dayot Upamecano war nicht zu halten. Nach seinem Führungstreffer zum 1:0 gegen den FC Augsburg (17.) sprintete der antrittsstarke Abwehrspieler in Richtung Ersatzbank. Dort bildete sich schnell eine Jubeltraube um den 19-Jährigen – nicht nur wegen der wichtigen Führung beim 2:0 (1:0)-Sieg gegen den FCA, durch den RB wieder auf Rang zwei der Tabelle ...

Von Ullrich Kroemer 09.02.2018, 22:26
Freude über einen starken Auftritt: RB Leipzig gewinnt sein Heimspiel gegen Augsburg mit 2:0.
Freude über einen starken Auftritt: RB Leipzig gewinnt sein Heimspiel gegen Augsburg mit 2:0. dpa-Zentralbild

Dayot Upamecano war nicht zu halten. Nach seinem Führungstreffer zum 1:0 gegen den FC Augsburg (17.) sprintete der antrittsstarke Abwehrspieler in Richtung Ersatzbank. Dort bildete sich schnell eine Jubeltraube um den 19-Jährigen – nicht nur wegen der wichtigen Führung beim 2:0 (1:0)-Sieg gegen den FCA, durch den RB wieder auf Rang zwei der Tabelle vorrückte.

Upamecanos Tor für RB Leipzig wurde auch so euphorisch bejubelt, weil es sein erstes und zugleich das 100. der kurzen Bundesliga-Historie der Leipziger ist. In nur 56 Spielen hat der Aufsteiger der Vorsaison diese Marke erreicht. Weniger Matches hatte zuletzt Borussia Mönchengladbach 1967 gebraucht (54). Zudem löste der Franzose mit dem Premierentreffer auch Oliver Burke als nun jüngster Bundesligatorschütze von Rasenballsport ab.

Für Trainer Ralph Hasenhüttl gab es noch einen weiteren Grund zum Jubeln: der Treffer entstand aus seiner Standardsituation heraus - in dieser Spielzeit nicht gerade eine Stärke von RB. Nach einer abgewehrten Ecke landete der Ball in der zweiten Welle wieder bei Spielmacher Kevin Kampl. Seine Flanke legte Lukas Klostermann auf Yussuf Poulsen ab, der für den erkälteten Marcel Sabitzer von Beginn an spielte. FCA-Keeper Marwin Hitz konnte den artistischen Seitfallzieher des Dänen nur noch vor Upamecanos Füße abwehren.

RB Leipzig: Naby Keita trifft mit etwas Glück

Und auch das zweite Tor des Abends folgte auf einen Standard: Naby Keita traf bei einem Freistoß aus knapp 18 Metern den Kopf von Augsburgs Abwehrhünen Hinteregger, der unhaltbar für Hitz abfälschte (70.).

Hasenhüttl hatte angesichts des wichtigen Matches gegen den Tabellensiebten trotz kalter Witterung ein heißes Match prognostiziert. Da RB druckvoll agierte und auch die Augsburger bissig begannen, den Leipzigern aber auch Räume für den schnellen Timo Werner ließen, taugte die Begegnung um die 34.682 im Stadion zumindest zu erwärmen. Nicht nur wegen der Standards, sondern auch was Spiel- und Einsatzfreude angeht.

Immer wieder Pfiffe gegen Martin Hinteregger

Nach einer Viertelstunde nahm der am Freitagabend endlich wieder besser in Szene gesetzte und motivierter als in Mönchengladbach agierende Werner erstmals Fahrt auf. Unfreiwillig von dem Ex-Salzburger Martin Hinteregger bedient, den die Leipziger Fans wegen dessen Anti-RB-Äußerungen 2016 lautstark auspfiffen, kam Werner aus Nahdistanz zum Abschluss (16.). Und auch in weiteren Szenen spielte der Nationalstürmer seine Schnelligkeit aus und kam zum Abschluss (37. gehalten; 42., vorbei; 53., gehalten; 74., drüber; 80. gehalten).

Das hing auch damit zusammen, dass sich die Leipziger gegen die Viererkette der Augsburger deutlich leichter taten als gegen die Fünfer-Abwehrbollwerke der bisherigen Gästeklubs in dieser Saison. Da Augsburg in der ersten Hälfte sogar mehr Ballbesitz hatte als die Hausherren ergaben sich genug Räume für Leipzigs Konterfußball.

Augsburgs später Anschlusstreffer wird zurückgenommen

In der zweiten Hälfte wurden die Gastgeber dominanter, hatten durch Poulsen nach Flanke von Werner (58.) und Bruma per Distanzschuss (60.) Chancen. Nachdem Keita zum 2:0 erhöht hatte, ergaben sich zahlreiche Kontergelegenheiten für RB. Doch Werner fehlte ebenso wie Poulsen (82.) an diesem Abend das Fortune für ein Tor aus dem Spiel heraus. So entsprang eine der besten Gelegenheiten erneut einem ruhenden Ball: Kampl traf aus nahezu identischer Position wie zuvor Keita die Latte (79.).

Die Augsburger hatten in der ersten Hälfte angedeutet, dass sie nicht nur grätschen, sondern auch gefährlich kombinieren können. Stürmer Michael Gregoritsch hatte in der 34. Minute eine gute Gelegenheit, traf aber vor Gulacsi stehend den Ball nicht (34.). In der zweiten Hälfte prüfte Daniel Baier – Skandalspieler des Hinspiels – Gulacsi mit einem Distanzschuss in den Winkel (67.). Doch der RB-Schlussmann war zuverlässig zur Stelle. Kurz vor Schluss hatte RB Glück, dass der vermeintliche Anschlusstreffer der Augsburger wegen Abseitsposition nicht zählte (89.).

So war die Vorstellung gegen den FCA eine der souveränsten und spielerisch reifsten der Leipziger in dieser Spielzeit.

Statistik: RB Leipzig – FC Augsburg 2:0 (1:0)

RB Leipzig: Gulacsi – Laimer, Orban (C), Upamecano, Klostermann – Kampl, Ilsanker – Keita (Lookman, 79.), Bruma (Kaiser, 90.)– Poulsen (Augustin, 86.), Werner.

FC Augsburg: Hitz – Framberger, Danso, Hinteregger, Max – Khedira, Baier – Heller (Schmid, 46.), Koo, Caiuby (Moravek, 87.) – Gregoritsch (Cordoba, 76.)

Tor(e): 1:0 Upamecano (17., Poulsen), 2:0 Keita (70.); Torchancen: 9:2; Ecken: 6:7; Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen); Gelbe Karten: Framberger (9.), Khedira (23.) ; Zuschauer: 34.286 in der Red Bull Arena. (mz)