Punktgleich mit den Bayern

RB Leipzig siegt weiter: Timo Werner und Emil Forsberg treffen beim 3:1 gegen Mainz 05

Leipzig - Die Frage, wann der Aufsteiger RB Leipzig sein erstes Spiel verlieren wird, ist nicht ohne Charme. Aber die Antwort darauf muss warten. Der Liga-Neuling blieb auch gegen Mainz 05 ohne Niederlage und gewann seine siebte Saisonpartie durch Tore von Timo Werner (3., 44.), Emil Forsberg (21.) mit 3:1 (3:0).

Von Ullrich Kroemer und Martin Henkel 06.11.2016, 16:21
Der Leipziger Emil Forsberg jubelt nach dem Treffer zum 2:0.
Der Leipziger Emil Forsberg jubelt nach dem Treffer zum 2:0. dpa-Zentralbild

Die Frage, wann der Aufsteiger RB Leipzig sein erstes Spiel verlieren wird, ist nicht ohne Charme. Aber die Antwort darauf muss warten. Der Liga-Neuling blieb auch gegen Mainz 05 ohne Niederlage und gewann seine siebte Saisonpartie durch Tore von Timo Werner (3., 44.), Emil Forsberg (21.) mit 3:1 (3:0). Stefan Bell (74.) konnte für die Rheinhessen verkürzen.

Damit zogen die Sachsen mit den Bayern an der Tabellenspitze gleich und hinken nur bei der Tordifferenz (fünf Treffer) hinterher. Wen das am Sonntagabend verdross, der konnte sich aber immerhin mit einem neuen Rekord trösten. RB ist jetzt wie der MSV Duisburg in der Saison 1993/1994 seit zehn Spielen ungeschlagen.

RB Leipzig vs. 1. FSV Mainz 05: Fehlalarm kurz vor dem Anpfiff

Zehn Minuten vor Anpfiff wurden die Zuschauer in der Red-Bull-Arena per automatisierter Ansage mehrfach darum gebeten, das Stadion umgehend zu verlassen. Grund sei „ein schwerwiegender technischer Fehler”. Als sich die Fans bereits auf dem Weg aus dem Stadion machten, korrigierte Stadionsprecher Tim Thoelke die Ansage.

Grund des Fehlalarms: In der siebten Etage wurde fälschlicherweise ein Feueralarm ausgelöst. Die Partie wurde einige Minuten später angepfiffen als geplant.

Ausgangslage

Am Samstag verloren die Bayern daheim gegen Hoffenheim zwei Punkte (1:1). Hieß für RB Leipzig: Ein Sieg, und es wäre zwar immer noch Platz zwei, immerhin betrug der Abstand zur Tordifferenz des Tabellenführers sieben Tore, aber die Leipziger hätten genauso viele Punkte. War so natürlich verführerisch die Ausgangslage, auch weil RB bei einem Sieg den Aufsteigerrekord des MSV Duisburg aus der Saison 1993/1994 würde einstellen können. Doch der Gegner war nicht irgendwer, sondern eine Art Zwilling. Mainz spielt seit den Zeiten von Trainer Wolfgang Frank ebenso ballorientiertes Schwarmpressing und Blitzkonter wie die Sachsen. Zumal die Mainzer in einer für RB gefährlichen Gemütslage ans Elsterflutbecken kamen: Sie hatten unter der Woche in der Europa League gegen den RSC Anderlecht 1:6 verloren. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl warnte deshalb: „In so einer Situation ist der Gegner extrem gefährlich, der will was gutmachen.“

Personalien

Die einzig knifflige Frage für RB war die: Wen auf die Position von Bernardo stellen, der sich vergangene Woche im Spiel gegen Darmstadt am Knie verletzte? Hasenhüttl wählte die konservative Variante und brachte Stefan Ilsanker auf der rechten Außenverteidigerposition anstatt des wankelmütigen Benno Schmitz. Das bedeute für die Reststruktur der Stammelf: Keita rückte neben Demme vor die Viererkette und Sabitzer kehrte ins Mittelfeld zurück. Sonst blieb alles wie gehabt. FSV-Coach reagierte unterdessen auf die Pleite in Belgien und tauschte Personal. Für Stefan Bell, Yunus Malli und Pablo De Blasis rückten Hack, Jairo und Bussmann in die Startelf.

Fans

Die Verhältnisse haben sich normalisiert. Was für RB Leipzig bedeutet: Der Auswärtsfanblock ist nicht mehr leer. Gut 800 Mainzer reisten nach Sachsen. Und sie verzichteten trotz langlebiger Urwüchsigkeit darauf, dies gegen die sieben Vereinsjahre des Gegners auszuspielen.

Spielverlauf und Analyse

1. Halbzeit: Das Spiel begann mit einer Schreckensmeldung. Acht Minuten vor Partiebeginn forderte eine Ansage zum Verlassen des Stadions auf. Angeblich wegen einer „schwerwiegenden technischen Störung“. Es dauerte fünf Minuten, in denen die ersten sich auf den Weg machten, bis der Stadionsprecher Entwarnung gab. In der siebten Etage sei versehentlich der Feueralarm ausgelöst worden, rief er über Mikrophon.

„Bleibt hier, es gibt Fußball!“ Er versprach nicht zu viel. Kurz nach dem Anpfiff stand es plötzlich 1:0. Einen typischen Gegenpressingkonter über Demme, Poulsen, Demme, Sabitzer, Forsberg spitzelte Werner in die Mainzer Maschen. Mainz geschockt, Mainz hilflos, Mainz erstaunt über derart viel Verve, mit der die Gastgeber in die Partie sprinteten.

RB Leipzig überrennt den 1. FSV Mainz 05

RB überrante die Anderlecht-gepeinigten Gäste regelrecht. In der zwlften Minute grätschte Baloglu gerade noch einen Schuss von Forsberg ab, in der 13. übersah der Schiedsrichter ein Handspiel von Donati, in der 21. stand es 2:0, Forsberg traf aus acht Metern nach einem Gulacsi-Sabitzer-Werner-Blitzangriff.

Eine Minute vor der Pause erhöhte Werner nach einem weiteren RB-typischen Gegenstoß über Ilsanker, Forsberg zum 3:0. Zwischen beiden Toren hätten Werner (frei vorm Tor, 27.), Sabitzer (abgeblockter Schuss aus neun Metern, 38.) und Keita (abgeblockter Schuss aus elf Metern, 41.) ebenso treffen können.

RB Leipzig vs. 1. FSV Mainz 05: Stefan Bell verkürzt auf 1:3

2. Halbzeit: 13 Minuten ließen die Leipziger Mainz 05 Zeit, sich von der ersten Hälfte auch auf dem Feld noch ein wenig zu erholen, dann setzten sie ihr Spiel auf ein Tor fort. In der 58. Minute rutschte Poulsen knapp an einem Querpass von Ilsanker vorbei, zwei Minuten später scheiterte Werner nach einer Stafette über Sabitzer und Forsberg an Lössl.

Elf Minuten danach schoss Forsberg frei vorm Tor über die Querlatte. In der 74. Minute sorgte ein weiterer Leipziger Fuß für den nächsten Treffer. Dieses Mal aber musste Gulacsi hinter sich greifen. Einen Kopfball des eingewechselten Stefan Bell nach einer Ecke von Daniel Brosinski rutschte Keita über den Hacken in den eigenen Kasten. Mainz bekam jetzt noch mal Luft, aber mehr als ein Schuss von Bussmann war nicht mehr drin (85.).

Ausblick

Ab Montag ist Länderspielpause. RB Leipzig hat damit zwölf Tage Pause, ehe es am Freitag in zwei Wochen nach Leverkusen geht. Mainz muss einen Tag später daheim gegen den 1. FC Köln ran.

RB Leipzig - FSV Mainz 05 3:1 (3:0)

RB Leipzig: Gulacsi – Ilsanker, Orban, Compper, Halstenberg – Keita, Demme – Forsberg (86. Kaiser), Sabitzer – Poulsen (79. Selke), Werner (69. Burke)
1. FSV Mainz 05: Lössl – Donati, Balogun, Hack, Bussmann – Brosinski, Gbamin (67. Ramalho) – Jairo (46. Bell), Serdar (32. Malli), Onisiwo - Cordoba
Tore: 1:0 Werner (3., Forsberg), 2:0 Forsberg (21., Werner), 3:0 Werner (44., Forsberg), 3:1 Bell (74., Hack)
Chancen: 12:4, Ecken: 3:6
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb), Gelbe Karten: - / Brosinski (55.), Bell (80.), Ramalho (85.)
Zuschauer: 42.558 (ausverkauft) in der Red-Bull-Arena Leipzig

RB Leipzig gegen FSV Mainz 05 in der Red Bull Arena in Leipzig: Blick vor dem Spiel aus dem Spielertunnel aufs Spielfeld.
RB Leipzig gegen FSV Mainz 05 in der Red Bull Arena in Leipzig: Blick vor dem Spiel aus dem Spielertunnel aufs Spielfeld.
dpa-Zentralbild