RBL siegt in Hamburg

RB Leipzig siegt beim HSV: Keita und Werner bringen RBL auf Kurs

Hamburg - RB Leipzig hat das Freitagabendspiel zum Auftakt des 3. Spieltages beim Hamburger SV durch Tore von Naby Keita (67.) und Timo Werner (75.) gewonnen.

Von Martin Henkel 08.09.2017, 20:21
Jubel und Erleichterung bei RB Leipzig nach dem Treffer zum 1:0 von Naby Keita in Hamburg.
Jubel und Erleichterung bei RB Leipzig nach dem Treffer zum 1:0 von Naby Keita in Hamburg. imago sportfotodienst

RB Leipzig hat das Freitagabendspiel zum Auftakt des 3. Spieltages beim Hamburger SV durch Tore von Naby Keita (67.) und Timo Werner (75.) gewonnen.

Verdient in der Summe, aber hart erkämpft gegen einen HSV, der nicht mehr derselbe ist wie noch vor einem Jahr, als die Leipziger ebenfalls gewannen. Aber mit zwei Toren mehr und gegen einen Gastgeber ohne Verve und Plan.

RB Leipzig tut sich gegen den HSV lange schwer

Das hat sich geändert, was die zuvor mit zwei Siegen in die Saison gestarteten Hanseaten immerhin als stimmungserhellende Erkenntnis mit aus der Pleite nehmen können. Es ist nämlich ein neuer HSV, den Markus Gisdol da in diesem Sommer zusammengebaut hat.

Und das nach Vorstellungen, die stammen aus seiner Zeit als Co-Trainer von Ralf Rangnick in Hoffenheim und auf Schalke, die er seinem damaligen Chef und heutigen Sportdirektor des Gegners abgeschaut hat: Tief stehen, engmaschig pressen, Gegner unter Druck setzen, Fehler erzwingen und überfallartig umschalten.

RB Leipzig: Emil Forsberg fehlt krankheitsbedingt

Das verlieh der Partie eine besondere Note. Denn Hamburg spielte exakt jenen Fußball, den Rangnick den Sachsen in die DNA geschrieben hat. Der funktioniert nur nicht mehr, seit die Gegner glauben, RB seiner Stärken zu berauben, indem sie den Sachsen den Ball überlassen.

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl hat darauf ebenfalls im Sommer reagiert und seinem Kader Ballbesitzfußball verordnet. So rückten die Messestädter ohne den erkrankten Spielmacher Emil Forsberg mit neuer Spielart an der Elbe an – und 20 Minuten lang in Wellen immer wieder vor das Hamburger Tor.

Munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten

Jean-Kévin Augustin ließ die erste Großchancen liegen, als ihn Timo Werner im Fünfmeterraum anspielte, der Ball sprang an den Pfosten (6.). Willi Orban schoss HSV-Keeper Christian Mathenia wenig später ans Bein, als er einen Ecken-Pinpongball zugespielt bekam (11.). Drei Minuten darauf kam Werner von der linken Flanke in den Strafraum, der Winkel spitz, vor sich Augustin, Mathenia  auf der Linie. Der Nationalspieler scheiterte an des Keepers Schienbein.

So wäre es weitergangen mit der totsicheren Konsequenz, dass der HSV schon zur Halbzeit seine Ambitionen auf den 500. Bundesligasieg hätte begraben können. Aber plötzlich verloren beide Seiten ihre Linie: RB den Faden und der HSV seine Zurückhaltung.

Jetzt griff der Gisdol-Fußball. Die Hamburger gewannen zunehmend Bälle im zentralen Mittelfeld und kamen zu Konterchancen. Filip Kostic bekam in der 24. Minute einen Umschaltball in den freien Laufweg gespielt, schoss knapp daneben. Drei Minuten später wuchtete Walace einen Eckstoßabpraller ebenfalls Zentimeter neben den Pfosten.

RB Leipzig beim HSV: Videobeweis kurz vor der Pause sorgt für Diskussionen

Jetzt wogte es hin und her, bis zur Schlussminute der 1. Halbzeit, als Schiedsrichter Deniz Aytekin Videoassistenz bekam. Foul an Werner? Oder Ball gespielt von Albin Ekdal. Die 5. Offiziellen in Köln entschieden: kein Strafstoß.

Jubel folgte beiden Teams in den Kabinen, in denen weder Gisdol noch Hasenhüttl neue Pläne für die 2. Hälfte entwarfen. Mit denselben Ansätzen duellierten sich Sachsen und Hansestädter, neutralisierten sich, suchten Lücken oder Konterchancen, der Regen fiel. Alles sah nach Remis aus, ehe der eine Stil den anderen niederrang. Nach einem Foul an Diego Demme führte Marcel Sabitzer den gepfiffenen Freistoß schnell aus, und bediente Keita, der mit einem Fernschuss in den Winkel Mathenia überwand (67.).

Keita zieht ab - und trifft zur Führung

Die Führung kam unerwartet und nahm dem Spiel der Hanseaten damit die Überzeugung, dass es zum Jubiläumssieg jetzt noch reichen könnte. RB war nun in disponierter Stellung .- und fand sich endlich in der alten Rolle wieder.

Der HSV hatte den Ball und drückte, RB lauerte und bewies, dass sie es noch können: Gegenpressen und umschalten. Es kam wie aus dem Lehrbuch: Werner verwertete den ersten Konter der Gäste mit einem Sprint über den halben Platz zum Endstand (75.).

Spielstatistik: Hamburger SV – RB Leipzig 0:2 (0:0)

HSV: Mathenia – Diekmeier, Papadopoulos, Jung, van Drongelen (71. Sakai) – Ekdal (74. Schipplock), Walace – Hahn, Holtby, Kostic (37. Waldschmidt) – Wood.

RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo (59. Klostermann), Orban, Upamecano, Halstenberg – Demme, Keita – Sabitzer, Bruma (69. Kampl) – Werner, Augustin (78. Poulsen).

Tore: 0:1 Keita (67., Sabitzer), 0:2 Werner (75., Kampl); Torchancen: 5:9; Ecken: 2:8 ; Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach); Gelbe Karten: Walace (1) / Keita (2); Gelb-Rote Karte: ; Zuschauer: 47.000 im Volksparkstadion Hamburg. (mz)

(mz)