Ins Tor, nicht ans Tor

RB Leipzig - Bayer Leverkusen: Wie ein spaßiger Tipp vom Trainer Yussuf Poulsen half

Leipzig - Yussuf Poulsen ist für einen Fußballer ungewöhnlich lang. Doch am Samstagnachmittag bei RB Leipzigs allerletzter Angriffsaktion im intensiven und hochattraktiven Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen benötigte der Stürmer wirklich jeden seiner 192 Zentimeter.

Von Ullrich Kroemer

Yussuf Poulsen ist für einen Fußballer ungewöhnlich lang. Doch am Samstagnachmittag bei RB Leipzigs allerletzter Angriffsaktion im intensiven und hochattraktiven Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen benötigte der Stürmer wirklich jeden seiner 192 Zentimeter. In der dritten Minute der Nachspielzeit landete die Hereingabe von Emil Forsberg präzise am zweiten Pfosten.

Nach Treffer von Yussuf Poulsen: Dank an Vorarbeiter Forsberg

Leverkusens Keeper Bernd Leno war ebenso geschlagen wie die Abwehrspieler Roberto Hilbert und Tim Jedvaj, da rauschte Poulsen heran und musste sich merkwürdig verrenkt strecken, um den Ball gerade eben so noch mit der Fußspitze an den Innenpfosten zum 1:0 (0:0)-Siegtreffer zu lenken. „Das war eine super Vorarbeit von Emil“, bedankte sich Poulsen. „Ich habe die ganze Zeit gewusst, dass er quer spielen würde. Er hat einen super Überblick, weiß, wo die Leute um ihn herum stehen. Ich wusste, dass ich nur schnell genug durchlaufen muss.“

Nicht nur Sportdirektor Ralf Rangnick fühlte sich an den Last-Minute-Treffer im ersten Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund erinnert. Ein magischer Moment - das war im September. Und im September hatte Yussuf Poulsen auch seinen bislang einzigen Bundesliga-Treffer erzielt. Genau 190 Tage war das her. „Dass ich jetzt gerade in einem solchen Spiel treffe, in dem wir das Tor unbedingt gebraucht haben, ist es umso erfreulicher“, sagte der Siegtorschütze.

Dabei wäre Poulsen um ein Haar gar nicht im Kader gewesen. Weil Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem 3:2 in Mainz bei seinem Angreifer einen „Ganz-Körper-Krampf“ diagnostiziert hatte, wollte er ihn eigentlich für das Spiel gegen Leverkusen draußen lassen. „Ich wusste nicht, ob ich ihn bringen würde und wenn ich ihn nicht unbedingt brauche, dann muss ich ihn auch nicht in den Kader nehmen“, überlegte Hasenhüttl.

Yussuf Poulsen trifft immer wieder Pfosten im Training

Doch der Grazer entschied sich dann doch dafür, Poulsen in der 73. Minute einzuwechseln – ein Bauchgefühl. Und der Trainer wusste gleich noch eine schöne Geschichte zu berichten: Im Training habe Poulsen zuletzt fünf Mal hintereinander aus kürzester Distanz nur den Pfosten getroffen. Hasenhüttl riet seinem Stürmer also: „Yussi, du musst das Ding ins Tor schießen und nicht nur ans Tor.“

Poulsen traf auch am Samstagnachmittag in der dritten Minute der Nachspielzeit wieder den Pfosten. „Es hat auch heute nicht viel gefehlt und der Ball wäre wieder rausgesprungen“, sagte Hasenhüttl. „Aber er hat es sich einfach verdient. Nach so langer Pause so zurückzukommen, ist eine schöne Story für ihn.“

(mz)