RB-Fans

RB-Fans in Wolfsburg: Loblied auf den Leipziger Cheftrainer Ralph Hasenhüttl

Wolfsburg - RB-Coach Ralph Hasenhüttl lässt sich in Wolfsburg vom RBL-Block gebührend feiern

Von Martin Henkel
Er scheint den Rummel um seine Person mittlerweile zu genießen: RB-Coach Ralph Hasenhüttl beim Schlussjubel vor dem Fanblock der Roten Bullen. imago sportfotodienst

Es braut sich was zusammen in Wolfsburg. Geht man nach der Stimmung auf den Rängen während der VfL Wolfsburg vergeblich dem 0:1 durch RB Leipzigs Emil Forsberg hinterher rannte, dann ist das ein Tiefdruckgebiet, das sich demnächst vor allem über Trainer Dieter Hecking als Gewitter entladen könnte.

Der Trainer des Vizemeisters von 2015 wurde schon bei seiner Vorstellung Minuten vor Anpfiff des Spiels hörbar ausgepfiffen, so wie auch Schlussmann Koen Casteels, dessen Beförderung zur Nummer eins eng mit Hecking verknüpft ist. Er hat den Tausch mit der Vorjahres-Nummer-Eins, Diego Benaglio, veranlasst.

Ausgelassene Stimmung bei den RB-Fans

Der Stimmung im Stadion war das natürlich zuträglich. Für eine Sonntagabend-Partie jedenfalls war die Atmosphäre außerordentlich, was sicherlich am schönen Herbstwetter lag – und nicht zu unbedeutenden Anteilen am Gegner und dessen Fans.

Nicht nur provozierte RB Leipzig die Wolfsburger Ränge zur Höchstarbeit. Die sahen sich genötigt, die gesamte Klaviatur von Block-Geräuschen zu bedienen. Von Hymnen auf den Verein, über wüste Beschimpfungen, bis hin zu der gesungenen Frage: „Wir wollen in die Champions League. Und ihr?“. Am Ende folgte dem Wolfsburger Kader ein Pfeifkonzert in die Kabine.

In die Suade mischten sich die Fangesänge des Leipziger Blocks, der erstmals in dieser Saison auswärts nahezu ausverkauft war. Knapp 3.000 RB-Fans hatten sich auf die Reise nach Wolfsburg gemacht, wohl auch, weil hier Konzern-Verein gegen Unternehmer-Klub spielt und schwerwiegende Animositäten nicht zu befürchten waren.

Bis auf die Parole „Bullen-Schweine“ mussten die Leipziger jedenfalls nichts erleiden. Und damit kann man sowieso leben, schließlich gehört eine gepflegte Antipathie zum Geschäft.

Allemal, wenn man nicht anreist, um einem heillos überforderten Klub Unterstützung zu gewähren, sondern dem aktuellen Tabellendritten der Bundesliga.

Orban: „Die Fans sind einfach Klasse“

Der RB-Block sang und tanzte wie bei Heimspielen, er zerbarst vor Freude, als Forsberg in der 70. Minute endlich zum 1:0 traf, und er sang und tanzte mit der Mannschaft nach dem Abpfiff.

Schließlich bat er den Trainer vor den Zaun, dem Trainer Ralph Hasenhüttl, ebenfalls erstmals in die Saison, nachgab. Da stand er vor dem versammelten Rang und warf die Arme rhythmisch in die Luft.

Während dessen schlurfte Willi Orban in Badeschlappen zur Kabine und zollte dem Szenario Ehre und Anerkennung. „Was die heute da auf den Rängen abgeliefert haben, das war schon geil. Die Fans sind einfach Klasse, das spüren wir natürlich auch auf dem Rasen.“

Gut für Dieter Hecking, dass er das nicht gehört hat. Es hätte ihm vielleicht vor Augen geführt, wie es mal gewesen ist in Wolfsburg. Und wie gerade eben nicht mehr. (mz)