RBL zu Gast in Hamburg

HSV gegen RBL: Fans kritisieren Geldgeber Dietrich Mateschitz und Klaus Michael Kühne

Hamburg - Hamburger Fans gaben ihren Unmut über die immer stärkere Einflussnahme von finanzstarken Geldgebern wie Dietrich Mateschitz oder Klaus-Michael Kühne im Fußball kund.

Von Martin Henkel 17.09.2016, 18:00
Die HSV kritisieren den zunehmenden Einfluss von Geldgebern im Fußball. Gemeint ist aber nicht nur der Gegner und Dietrich Mateschitz sondern auch der eigene Club inklusive Gönner Klaus-Michael Kühne.
Die HSV kritisieren den zunehmenden Einfluss von Geldgebern im Fußball. Gemeint ist aber nicht nur der Gegner und Dietrich Mateschitz sondern auch der eigene Club inklusive Gönner Klaus-Michael Kühne. imago sportfotodienst

Es ist ein einsamer Versuch gewesen, Entschädigung zu erfahren. Zwei Stunden nach Ende des Spiels Hamburger SV gegen RB Leipzig, das die Gastgeber mit 0:4 verloren schwankte ein Fan des HSV auf trunkenen Beinen vor dem VIP-Eingang des Stadions in der seichten Abendbrise und wedelte mit seiner Eintrittskarte. 21 Euro habe er dafür zahlen müssen, rief er den Ordnern zu, die sich vor ihm aufgebaut haben, „und dann geht das hier 4:0 gegen uns aus. Ich will mein Geld zurück!“

Bekam er natürlich nicht, stattdessen die freundliche Entgegnung, er solle sein Glück am Montag auf der Geschäftsstelle versuchen. Heute ginge da nichts mehr.

Natürlich nicht. Die Mienen bei den Hamburgern waren nach der fulminanten Pleite gegen den Aufsteiger düster und die Stimmung am Boden. Was hatten sie gehofft, dass ihr Klub nach zuletzt einem Remis und einer Niederlage zu Beginn dieser Saison vor allem gegen den sächsischen Emporkömmling punkten würden. Und dann das: 60 Minuten ordentlich gespielt, und binnen weiterer 30 Minuten sanken die Hanseaten wie vom Sturm gefällt in die Knie.

RBL gegen HSV: Dietrich Mateschitz gegen Klaus-Michael Kühne

Viele Fans mochten sich dieses Bild nicht bis zum Ende der Partie antun, sie verließen frühzeitig ihre Plätze. Lediglich hinter dem Tor der Leipziger harrte der Kern der Hamburger Fans aus und pfiff die eigene Mannschaft in die Katakomben.

Wie sich das gehört, wenn man ohnehin über Kreuz liegt mit der Richtung, die der HSV in ihren Augen genommen hat. Ist nicht mehr viel da vom angeblich Mitglieder-geführten Verein, der als einziger der Gründungsmitglieder seit Bestehen der Bundesliga im Oberhaus spielt, ohne es jemals verlassen zu haben.

Doch seit der reiche Unternehmer Klaus-Michael Kühne den Klub mit privatem Geld unterstützt, sind die Grenzen zu Vereinen wie dem Red Bull alimentierten Neuling aus Sachsen fließend. Entsprechend empfingen die Norddeutschen ihre Gäste.

Die Traditionalisten auf der Gegenseite des Stadions waren aufgeklärt genug, jegliche Stänkereien zu unterlassen, so lange sie selbst mit einem wie dem Logistik-Milliardär Kühne zu tun haben. Also entrollten sie vor Spielbeginn ein Block-breites Banner, das beide Mäzene – Kühne und Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz – mit dem Satz aufspießte „Nicht alles was glänzt, ist aus Gold!“ Darüber hinaus aber waren die Hamburger mit der Unterstützung ihres eigenen Teams beschäftigt. Und am Ende eben damit, sich ihre vergebliche Mühe zurückgeben zu lassen.