Bundesliga

Bundesliga: Das sind die Gründe für den neuen Aufschwung von RB Leipzig

Leipzig - Ralf Rangnick ist bekennender Handball-Fan und so bediente sich der Sportdirektor von RB Leipzig denn nach dem leidenschaftlichen 1:0 gegen Bayer Leverkusen auch einer Analogie aus dem Handball. Rangnick lobte: „Einige Spieler haben sich zu bad boys auf dem Platz entwickelt. Die Jungs wehren sich richtig und lassen sich nichts ...

Von Ullrich Kroemer

Ralf Rangnick ist bekennender Handball-Fan und so bediente sich der Sportdirektor von RB Leipzig denn nach dem leidenschaftlichen 1:0 gegen Bayer Leverkusen auch einer Analogie aus dem Handball. Rangnick lobte: „Einige Spieler haben sich zu bad boys auf dem Platz entwickelt. Die Jungs wehren sich richtig und lassen sich nichts gefallen.“

Den Terminus „bad boys“ hatte der frühere Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson benutzt. Deutschlands Handballer trug der Kampfname bekanntlich zu EM-Titel und Olympia-Bronze.

Nun greift auch bei Rasenballsport das Prinzip: „Brave, junge Spieler entwickeln sich auf dem Spielfeld zu Abwehrmaschinen“.

RB Leipzig: Teamleistung der Schlüssel zum Erfolg gegen Bayer Leverkusen

Als Beleg dafür benannte Rangnick nicht etwa das Last-Minute-Tor von Yussuf Poulsen, sondern einen Sprint von Marcel Sabitzer in der Nachspielzeit. Wie der gallige Österreicher kurz vor Schluss „aus 30 Metern Entfernung mit höchstem Tempo angerauscht“ und seinem Kollegen Stefan Ilsanker mit einer Grätsche am eigenen Sechzehn-Meter-Raum gegen Leverkusens Juwel Leon Bailey zu Hilfe kam, imponierte Rangnick ebenso wie Trainer Ralph Hasenhüttl. „Wie sie es geschafft hat, aus diesem Tal herauszukommen, war beeindruckend und spricht für die Entwicklung dieser Mannschaft“, sagte der Chefcoach stolz.

Und in der Tat hätten dem Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga nach der kleinen Krise mit nur einem Punkt aus drei Spielen nicht viele zugetraut, in der Englischen Woche mit neun Zählern in acht Tagen derart leidenschaftlich und erfolgreich zurückzukommen. Hasenhüttl machte vor allem die gute Arbeit und Regeneration während der Länderspielpause für den Leistungsschub verantwortlich. „Wir haben diese Leistungsdelle sehr gut eingeordnet, haben ganz nüchtern analysiert, was uns in diesen engen Spielen gefehlt hat, warum wir nicht gewonnen haben“, sagte Hasenhüttl. „Die Jungs waren dabei sehr selbstkritisch, und wir waren auch sehr kritisch mit ihnen.“

Vize-Kapitän Willi Orban machte auch die entspanntere Personalsituation dafür verantwortlich, dass RB wieder zurück in der Champions-League-Spur ist. „Gerade mit Timo Werner und Yussuf Poulsen sind wir nach vorn viel gefährlicher“, sagte der Abwehrchef. Und noch wichtiger: Durch die Rückkehr der Verletzten habe die Mannschaft ihr 4-4-2-System wieder, „in dem wir uns wieder wohl fühlen“, sagte Orban.

Und auch Matchwinner Poulsen sagte: „Wir spielen wieder besser Fußball, glauben wieder mehr an die Dinge und haben wieder mehr Matchglück.“ Ilsanker, selbst einer der bösen Buben im RB-Team, hob explizit Dauerläufer Diego Demme hervor. Der Sechser ist in nahezu jedem Spiel derjenige Leipziger, der die meisten Kilometer macht. „Was Diego in der Mitte immer heraushaut, ist unmenschlich. Das würde kein anderer Spieler auf der Welt machen, außer er“, sagte Ilsanker. „Wir haben schon richtige Mentalitätsmonster, ein paar Kämpfer und Krieger in der Truppe, die man für die Ziele braucht, die wir haben.“

(mz)