0:3 beim FC Bayern

0:3 im Bundesliga-Topspiel: RB Leipzig ohne Chance beim FC Bayern München in der Allianz-Arena

Leipzig - RB Leipzig hat das Topspiel der Fußball-Bundesliga mit 0:3 gegen den FC Bayern München verloren. In der Allianz-Arena trafen Thiago, Xabi Alonso und Rober Lewandowski für die Bayern.

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer 21.12.2016, 18:45
Bayerns Thiago (r.) setzt sich gegen RB-Verteidiger Bernardo durch.
Bayerns Thiago (r.) setzt sich gegen RB-Verteidiger Bernardo durch. imago sportfotodienst

RB Leipzig hat im Topspiel der Fußball-Bundesliga beim FC Bayern München eine Lektion erteilt bekommen. Die Bayern siegten mit RB-Fußball durch Tore von Thiago (17.), Xabi Alonso (25.) und Robert Lewandowski (45., Foulelfmeter) 3:0 und hatten auch im zweiten Durchgang zahlreiche gute Chancen, scheiterten jedoch mehrfach am Aluminium. In der 30. Minute sah RB-Spieler Emil Forsberg für ein Foul an Philip Lahm die Rote Karte.

Ausgangslage

Der FC Bayern war seit vier Spielzeiten die alles dominierende Mannschaft im deutschen Fußball – und hatte keine Lust darauf, im eigenen Stadion und letzten Spiel des Jahres ausgerechnet gegen den Neuling der Liga Federn zu lassen. Aber so groß die Unterschiede zwischen Krösus und Aufsteiger auch waren, RB Leipzig reiste nicht als der Underdog an, für den sie sich in den vergangenen Tagen ausgegeben hatten. Von wegen Bonus-Spiel und Zugabe: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl konnte gar nicht auf Schadensbegrenzung spielen lassen. Dazu war seine Mannschaft nicht in der Lage. Nicht nach elf Siegen, drei Remis und nur einer Niederlage in den letzten 15 Spielen.

Personalien

Trainer Ralph Hasenhüttl musste sich vor dem Topspiel um seine Verteidiger sorgen. Nachdem Ken Gipson, Lukas Klostermann und mittlerweile auch Marvin Compper sowie Kyriakos Papadopoulos an Langzeitverletzungen laborieren, waren zunächst auch die Einsätze von Linksverteidiger Marcel Halstenberg und Defensiv-Regisseur Naby Keita offen. Beide kehrten dann aber doch rechtzeitig zurück und standen in München in der Startelf.

Hasenhüttls Gegenüber Carlo Ancelotti verzichtete überraschend auf Weltmeister Thomas Müller und Franck Ribéry. Beide mussten zunächst auf der Bank sitzen. Wieder zurück im Team waren dagegen Kapitän Philipp Lahm und Superstar Arjen Robben. Nicht im Kader war Holger Badstuber, verzichten mussten die Münchner auf Jerome Boateng und Kingsley Coman (beide verletzt). 

Fans

Etwa 7500 Fans aus Leipzig reisten nach München. Es war das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams überhaupt. Zudem hat das Stadion der Münchener mittlerweile die Anziehungskraft des Kölner Doms. Auc weil zu erwarten ist, dass die Schmähungen gegen RB sich in Grenzen halten werden. Wenn ein deutscher Verein die Kräfte des freie Marktes für sich zu nutzen verstanden hat in der jüngeren Vergangenheit, dann sind es die Bayern. Nichtsdestotrotz haben auch die Münchener Ultras sich in einem offenen Brief zur Lage beim Red Bull gesponserten Neuling geäußert. Man verdamme gutes Wirtschaften nicht, heißt es darin klugerweise. Aber man stehe RB trotzdem kritisch gegenüber. Weil irgendwas mit Marketing.

Spielverlauf und Analyse

Erste Hälfte:

Es lief gut für RB Leipzig zu Beginn des Spiels. Vier Minuten lang, in denen die Sachsen hätten in Führung gehen können. Timo Werner entwischte David Alaba und passt von der Grundlinie ins Zentrum, wo Yussuf Poulsen knapp am 1:0 vorbei rutschte. Danach war für den Aufsteiger beim Branchenführer die Partie gelaufen. Zum ersten Mal in dieser Saison waren die Sachsen in einem Spiel hilflos ihrem Gegner unterlegen.

Die Bayern spielten nämlich RB-Fußball und überforderten damit die Neulinge heillos. Sie pressten jugendlich und konterten gewieft. Gepaart mit ihrer individuellen Klasse ergab das eine fatale Mischung für die Gäste. In der 17. Minute stand es 1:0 für den deutschen Meister. Arjen Robben passt auf der rechten Außenlinie auf Philip Lahm, der flankte halbhoch ins Zentrum auf Robert Lewandowski. Ein Schuss, Pfosten, den Abpraller versenkte Thiago.

Acht Minuten später folgte das 2:0. Wieder nach einem Konter. Naby Keita vertändelte den Ball, Lewandowski stand parat, passte auf Thiago, der auf den mitgelaufenen Xabi Alonso. Der Spanier schob den Ball aus halbrechter Position ins lange Eck.

Es war zum Fürchten. Zumal RB ab der 30. Minute auch noch in Unterzahl spielte. Wieder Angriff RB, wieder Gegenpressing, schnelles Umschaltspiel: Lahm enteilte auf der linken Außenseite und wurde von Emil Forsberg kurz hinter der Mittellinie gefällt. Rote Karte für den Schweden, er hatte Lahm klar in die Achillesferse getreten. Es war der erste Platzverweis für die Leipziger in dieser Saison.

Und nicht der letzte Akt der Demontage für die Leipziger vor der Pause. Eine Minute vor dem Pausenpfiff schickte Matts Hummels Lewandowski mit einem langen Pass auf die Reise. Der Pole sprintete in den Strafraum – und wurde dort von RB-Keeper Peter Gulacsi umgerissen. Pfiff, Elfmeter, Lewandowski trat selber an und verwandelte zum Pausenstand (45.).

Zweite Hälfte:

Es sah nach Desaster aus für RB. Ein Mann weniger und ein Gegner, der zum ersten Mal in dieser Saison sich angestachelt fühlte, die beste Version von sich zu zeigen. Doch es beruhigte sich das Geschehen. Die Bayern zogen ihren Kreisel-Ballbesitzfußball auf – und RB stellte sich wie ein Underdog hinten rein. Darauf bedacht, sich nicht auseinander nehmen zu lassen.

So sprangen natürlich kaum Chancen heraus, das Ergebnis kosmetisch zu bearbeiten. Marcel Sabitzer versuchte es mal aus der Distanz, Xavi Martínez fälschte den Ball aber ab. Es war die einzige halbe Gelegenheit für die Sachsen in Durchgang zwei (57.). Alle anderen Gelegenheiten ergaben sich für die Bayern.

Die aber waren alle auf der Suche nach persönlichen Erfolgserlebnissen – und schlossen mitunter ab, wenn sie besser einen Gegenspieler in Szene gesetzt hätten. Der für Robben zur Pause ins Spiel gekommenen Franck Ribery hatte seine Chance, er traf Gulacsi in den Bauch (52.). Lewandowski hatte auch eine, der Stürmer spielte Doppelpass mit Ribery, Gulacsi lenkte seinen Lupfer über die Latte (65.). Juan Bernat versuchte es auch, er schoss aus der Ferne, Gulacsi wehrte ab (79.). Diego Costa prüfte Gulacsi ebenso, aber der Ungar war jetzt warm geschossen (83.).

Vier Minuten vor dem Ende setzten Ribery und Bernat die Schlusspunkte. Beim Schuss des Franzosen rettete die Querlatte RB vor dem 4:0. Beim Schuss des Spaniers war es wieder Gulacsi (88.).

Ausblick

Die Partie beendete das Spieljahr für beide Teams. Es geht in den Jahresendurlaub und anschließend in die Vorbereitung auf das kommende Fußballjahr. Das beginnt für RB mit dem letzten Hinserien-Kick daheim gegen Eintracht Frankfurt (21.01., 18.30 Uhr) und für den FC Bayern mit dem Spiel in Freiburg (20.01., 20.30 Uhr).

FC Bayern – RB Leipzig 3:0 (3:0)

FC Bayern: Neuer – Lahm, Martínez, Hummels, Alaba (Bernat, 67.) – Vidal (Kimmich, 76.), Alonso – Robben (Ribery, 45.), Thiago, Douglas Costa – Lewandowski
RB Leipzig: Gulácsi – Bernardo, Orban, Ilsanker, Halstenberg – Keita (Kaiser, 45.), Demme – Sabitzer (Burke, 83.), Forsberg – Werner (Selke, 59.), Poulsen

Tore: 1:0 Thiago (17., Lewandowski), 2:0 Alonso (25.), 3:0 Lewandowski (45., Foulelfmeter); Torchancen: 11:3; Eckenverhältnis: 9:4; Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin); Gelbe Karten: Vidal (56.), Sabitzer (58.); Rote Karte: Forsberg (30.); Zuschauer: 75000 (ausverkauft)