"Liegt fast bewusstlos auf dem Eis" Moritz Seider verletzt: Böser Check ärgert DEB-Team bei Eishockey-WM

Kosice - Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm hat fassungslos auf die geringe Bestrafung des Fouls an Verteidiger-Toptalent Moritz Seider reagiert. Im Video oben ist die Szene ab 2:21 Minuten zu sehen.
„Er ist verletzt. Der Kerl liegt ja fast bewusstlos auf dem Eis. Man muss die Spieler schützen, um Gottes Willen, jetzt ist es Zeit wirklich“, sagte der 41 Jahre alte Finne nach dem dramatischen 3:2 (0:0, 1:2, 2:0) Deutschlands am Mittwochabend gegen WM-Gastgeber Slowakei. „Da kann alles passieren bei so was. „Wenn das nicht eine Fünf-Minuten-Strafe ist, was ist das dann?“
Moritz Seider nach hartem Check benommen
Der 18 Jahre alte Seider vom deutschen Meister Adler Mannheim war im Schlussdrittel von hinten gegen die Bande gecheckt worden und musste benommen vom Eis geführt werden. Sein slowakischer Gegenspieler Ladislav Nagy hatte aber nur eine kleine Zwei-Minuten-Strafe dafür bekommen.
„Da wird ein 18-jähriger Junge von hinten komplett in die Bande reingefahren. Meiner Meinung nach sind das fünf Minuten“, schimpfte auch Kapitän Moritz Müller.
Eishockey-WM: Seider und Grubauer für Kanada-Spiel fraglich
Auch Präsident Franz Reindl vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) bezeichnete das Foul als „ganz böse“. Nagy muss mit einer nachträglichen Sperre rechnen. „Der Disziplinarausschuss schaut sich das an“, erklärte Reindl, „da kann noch was kommen.“
Seider, der als künftiger NHL-Profi gehandelt wird, war bester deutscher Verteidiger im bisherigen Turnierverlauf. Zuvor hatte sich schon NHL-Torhüter Philipp Grubauer verletzt. Seider gehe es aktuell „okay“, er werde noch eingehend untersucht, teilte der Deutsche Eishockey-Bund nach der fast sicheren Viertelfinal-Qualifikation mit.
Auch bei Grubauer, der wegen muskulärer Probleme passen musste, sollen weitere Untersuchungen Aufschluss über einen Einsatz im nächsten WM-Spiel gegen Kanada am Samstag (16.15 Uhr/Sport1 und DAZN) geben. „Er hat noch Untersuchungen morgen, dann wissen wir mehr. Ich hoffe, dass er spielen kann“, sagte Söderholm. (dpa/sid/mz)