Eishockey

Saale Bulls vor neuer Saison: „Totentanz“ hat an den Nerven gezerrt

Die Saale Bulls sind wieder mit ihren Zuschauern vereint. Warum das für den Klub überlebenswichtig ist.

Von Christopher Kitsche
Einige  Spieler  der Saale Bulls der kommenden Saison 2021/22 schauen der Vorstellung der Kollegen zu.
Einige Spieler der Saale Bulls der kommenden Saison 2021/22 schauen der Vorstellung der Kollegen zu. (Foto: Sylvio Hoffmann)

Halle (Saale)/MZ - Ein wenig erinnerte bei der Saisoneröffnung der Saale Bulls am Sonntag im Sparkassen-Eisdom doch noch an den „Totentanz“. So hatte Präsident Daniel Mischner die vergangene Corona-Saison des Eishockey-Oberlisten später bezeichnet. Sie wurde komplett ohne Zuschauer gespielt und zu allem Übel verpassten die Bulls auch noch die Play-Offs trotz sportlicher Qualifikation aufgrund einer verordneten Quarantäne für das Team.

Und der Corona-Schatten ist immer noch nicht weg, auch wenn er nicht mehr ganz so bedrohlich wirkt. Auf dem Eis waren wieder zwei feste und eine mobile Kamera aufgebaut, damit auch die Daheimgebliebenen die Vorstellung der Mannschaft verfolgen konnten. Vor dem Stadion hatte der Klub zudem sowohl eine Test- als auch eine Impfstation aufgebaut. Etwa 200 Fans - viel weniger als in Corona freien Zeiten - waren zu der Teampräsentation gekommen, 650 unterstützten die Bulls dann beim Testspiel danach gegen den Krefelder EV (2:0).

Saale-Bulls-Sportchef Kai Schmitz hat Spaß mit den Goalies Sebastian Albrecht (2. v.l.) und Jakub Urbisch (r.).
Saale-Bulls-Sportchef Kai Schmitz hat Spaß mit den Goalies Sebastian Albrecht (2. v.l.) und Jakub Urbisch (r.).
(Foto: Sylvio Hoffmann)

„Wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Aktuell haben wir eine Zulassung für 900 Zuschauer. Sie müssen entweder geimpft, genesen oder getestet sein“, erklärte Mischner, der als Erster durch den überdimensionalen roten Bullen-Tunnel trat und Hallensprecher Marc Beyer das Corona-Prozedere erklärte. Danach ging Mischner auf die wirtschaftliche Lage des Klubs nach der schwierigen Corona-Spielzeit ein. „Wirtschaftlich sind wir gut aufgestellt, da ist mir nicht bange“, stellte der Präsident klar. Alle Sponsoren seien an Bord geblieben.

Saalebulls hoffen: Weitere Saison ohne Zuschauer wäre existenzbedrohend

Auf Nachfrage machte er aber später deutlich: Sollten die Corona-Maßnahmen im Herbst noch einmal verschärft und die Zuschauer erneut ausgesperrt werden, wäre das für seinen Klub kaum zu schultern. „Das wäre der Super-Gau und würde nicht funktionieren. Es würde eine erhebliche finanzielle Schieflage mit sich bringen.“ Die Zuschauer sind nun mal der wesentliche Einnahmefaktor im Eishockey.

Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischer spricht über die Ziele 2021/22.
Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischer spricht über die Ziele 2021/22.
(Foto: Sylvio Hoffmann)

Dass die nun wieder zurück sind sei etwas „ungewohnt“ für die Mannschaft erzählte Kai Schmitz, Sportdirektor und zugleich Verteidiger der Saale Bulls auf der kleinen neben Beyer aufgebauten Bühne, auf der später der Rest der Mannschaft vorgestellt wurde. Für manche jungen Spieler habe es sogar den den Vorteil gehabt, weniger Druck zu haben. „Aber letztendlich spielen wir ja für diese Emotionen. Ohne sie macht es keinen Sinn“, sagte Schmitz, der zugleich andeutete, dass es seine letzte Saison in der Doppelrolle ist. Ab 2022 will er nur noch als Sportdirektor arbeiten. In seiner Abschiedssaison soll ihm und seinen Teamkollegen der große Wurf gelingen.

Mischner nimmt das Wort „Aufstieg“ in den Mund, sagt aber auch: „Es ist nach dem Corona-Jahr eine Übergangssaison.“ Die ersten Drei und in den Play-Offs das Halbfinale zu erreichen, sei das Mindestziel, so Mischner, und er gesteht vor der Saison - Start am 26. September gegen ESC Wohnbau Moskitos Essen - seine größte Angst: Dass es wieder zum Totentanz kommen könnte.